| 27.06.2006 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die Chancen und Fördermöglichkeiten der Biokunststofftechnologie standen im Mittelpunkt eines Parlamentarischen Abends, den der Industrieverband European Bioplastics (www.european-bioplastics.org) und das Bayerische Landwirtschaftsministerium am 19. Juni in Brüssel durchführten. Etwa 100 Vertreter der europäischen Institutionen und der Industrie waren zu der Veranstaltung in die Bayerische Landesvertretung gekommen. In seiner Ansprache unterstrich Harald Kaeb, der Vorsitzende des Verbands European Bioplastics, die Bedeutung der gesetzlichen Rahmenbedingungen während der Markteinführung. Er forderte dazu auf, die stoffliche und energetische Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen durch ein integriertes europäisches Konzept zu fördern. Bei einer Kaskadennutzung – erst stofflich, dann energetisch verwerten – wird die Wertschöpfung erhöht und die Umweltwirkung weiter verbessert. Angesichts der vergleichsweise hohen Produktionskosten und des globalen Wettbewerbs müsse Europa verstärkt auf exportfähige und wissensbasierte Hochtechnologien im Bereich erneuerbarer Rohstoffe setzen. Biokunststoffe sind ein Paradebeispiel dafür, wie die Industrie die Lissabonstrategie zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit umsetzt, so Kaeb weiter. In Frankreich, berichtete Stefano Facco, hat das in diesem Jahr verabschiedete Gesetz, wonach alle Einwegtragetaschen ab 2010 biologisch abbaubar sein müssen, bereits einen spürbaren Impuls für die Marktentwicklung ausgelöst. Die französische Landwirtschaft und die heimische Wirtschaft profitierten verstärkt von dieser Gesetzgebung, erklärte der Vertreter des französischen Club Bioplastique. Facco regte an, dem Beispiel zu folgen und weitere Initiativen zur Förderung der Markteinführung von Biokunststoffen auf Ebene der Europäischen Union und in den Mitgliederstaaten zu entwickeln. Clive Rutherford, Vizepräsident des europäischen Verbands der Stärkeindustrie AAF, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass Pflanzenstärke aus Europa preislich international wettbewerbsfähig bleiben müsse, um solche Zukunftsmärkte mit heimisch erzeugten Agrarrohstoffen zu bedienen. Die europäische Agrarpolitik sei dementsprechend auszurichten. Unternehmen der Stärkeindustrie investieren hohe Summen in die Biokunststofftechnolgie, sie seien ein wichtiger Motor der Entwicklung. In Bayern wurde die Entwicklung und Markteinführung von biologisch abbaubaren Mulchfolien, kompostierbaren Bioabfallsäcken und pflanzenölbasierten Schlafmatrazen erfolgreich unterstützt. Das Bayerische Landwirtschaftsministerium wird sich weiter für Biokunststoffe zuhause und auf europäischer Ebene einsetzen, war der Begrüßungsrede zu entnehmen. Die anwesenden Parlamentarier, unter anderem der Vorsitzende des Agrarausschusses des Europäischen Parlaments, Josef Daul, und die Vertreter der europäischen Kommission sowie des Rats bedankten sich für den "hochinteressanten" Abend. |
European Bioplastics e.V., Berlin
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