| 13.12.2006 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Hersteller investieren / Produktion bleibt dennoch hinter Bedarf zurück Obwohl der Pro-Kopf-Verbrauch an Polymeren zu einem der niedrigsten in Europa gehört, kann die polnische Kunststoffbranche den steigenden Bedarf im Land nicht befriedigen. Das gilt besonders für Polyamidkunststoffe. Daran können auch die großen Investitionen von Basell Orlen Poliolefins (BOP) und SK Eurochem 2005 nicht viel ändern. Der Nachfrageüberhang hat bereits - abgesehen von saisonalen Schwankungen - einen deutlichen Preisanstieg bei Kunststoffen ausgelöst. (Kontaktanschrift) Polens Kunststoffbranche investiert: Im Juni 2005 hat SK Eurochem eine neue PET-Fabrik (Polyethylenterephthalat) in Wloclawek (90 km südostlich von Bydgoszcz) in Betrieb genommen mit einer geschätzten Kapazität von 120.000 t pro Jahr. Im Oktober 2005 folgte BOP mit zwei Produktionsbetrieben für Polyolefine. Beide BOP-Fabriken können zusammen jährlich rund 400.000 t Polypropylen (PP), 320.000 t Polyetylen hoher Dichte (HDPE) sowie 100.000 t Polyethylen niedriger Dichte herstellen (LDPE). "Diese Polyolefine verkaufen wir zum größten Teil auf dem polnischen Markt", sagt Wido Waelput, Vorstandsmitglied bei BOP. Vor allem dank BOP ist die Kunststofferzeugung im 1. Halbjahr 2006 deutlich gestiegen: die von PE um das Dreifache gegenüber demselben Vorjahreszeitraum auf 170.000 t, die von PP um das Doppelte auf 146.000 t und die von PVC um gut 30% (Angaben der Polnischen Kammer für die Chemieindustrie, PIPC). Und dennoch: Beim gegenwärtig hohen Wirtschaftswachstum reichen diese neuen Kapazitäten immer noch nicht aus, um die ständig steigende Nachfrage nach Kunststoffen in der verarbeitenden Industrie zu befriedigen. Zwei Zahlen veranschaulichen das Problem: Während die mengenmäßige Produktion von Kunststoff von 1990 bis 2004 um 330% angestiegen ist, hat die Kunststoffverarbeitung in diesem Zeitraum um über 760% zugenommen. Im Rahmen industrieller Fertigungsprozesse wurden in Polen 2004 über 1,2 Mio. t Kunststoff verbraucht. Größter Materialverbraucher ist die Branche der Kunststoff- und Gummiwaren, auf die 2004 über 71% entfielen. Deshalb müssen zunehmend größere Mengen importiert werden. Das Außenhandelsdefizit bei Kunststoffen hat sich von 2000 bis 2005 fast verdoppelt. Der Anteil des Imports am Inlandsverbrauch von Kunststoffen lag 2004 bei 61%. Die Dynamik ist zwar auf der Exportseite wesentlich größer als beim Import, doch ist die Einfuhrmenge mehr als vier Mal so groß, so dass sich die Situation im Außenhandel hierdurch nicht verbessert. Auch Halbwaren aus Polyolefinen importiert Polen mehr, als es exportiert. Allein 2005 wurden fast 300.000 t Halbwaren aus Polyolefinen aus dem Ausland bezogen, sowohl in niedrigeren als auch in höheren Qualitäten. Besonders groß ist der Importüberhang bei Schraub- und anderen Verschlüssen sowie Folien aus PE und PP. Exportüberschüsse bestehen dagegen bei PE-Säcken und -Rohren. Schätzungen zufolge soll der Kunststoffverbrauch im EU-Mittel bis 2010 um 4,5% steigen, wobei PET für die Produktion von Verpackungen mit 5,6% den größten Zuwachs verzeichnen soll. Unterdurchschnittlich wachsen dagegen Polystyrol (PS) und PP mit +3,6% sowie PCW mit +2,5%. Im Hinblick auf den noch immer relativ niedrigen Verbrauch und das Wachstumspotenzial des Marktes dürfte die Nachfrage nach Kunststoffen in Polen deutlich stärker steigen als im EU-Durchschnitt, vermuten Branchenexperten. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, wollen polnische Hersteller von Kunststoffen neue Arten von Polyolefinen einführen. Im Fall von PP spielt dabei Moplen (Nachfolger des Stoffes Malen) eine wichtige Rolle, bei PE sind Typen höherer Dichte gefragt wie das im Handel bekannte Hostalen. Kontaktt: Polska Izba Przemyslu Chemicznego (Polnische Kammer für die Chemieindustrie; PIPC) Ul. Czackiego 15/17, pok. 320, 00-043 Warszawa Tel.: 004822/8 28 75 06, -8 28 75 07, Fax: -8 29 73 39 E-Mail: pipc@pipc.org.pl, Internet: http://www.pipc.org.pl Weiterführende Informationen |
bfai Bundesagentur für Außenwirtschaft, Köln
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