| 21.10.2026, 08:24 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Aliplast hat am 20. Oktober 2026 in Modena, Italien, die Anlage "R3gid" für das Recycling von Hartkunststoffen offiziell eröffnet. Die Tochtergesellschaft von Herambiente innerhalb der Hera-Gruppe investierte 48,8 Mio. Euro in den Standort. Davon stammen 7,7 Mio. Euro aus dem italienischen Aufbau- und Resilienzplan. Das Werk ist für die Verarbeitung von bis zu 30.000 Tonnen Hartkunststoffabfällen jährlich ausgelegt. Die Bauarbeiten begannen 2024; zum Zeitpunkt der Eröffnung war die Anlage bereits seit mehreren Monaten in Betrieb. Bei Vollbetrieb sind 80 Beschäftigte vorgesehen. Mechanische Aufbereitung von Polyethylen und Polypropylen Verarbeitet werden starre Kunststoffabfälle aus kommunalen und industriellen Stoffströmen, darunter Polyethylen hoher Dichte (PE-HD) und Polypropylen (PP). Als Herkunfts- und Absatzbranchen nennt Aliplast die Automobilindustrie, Kosmetik und Körperpflege, Haushaltsprodukte, Unterhaltungselektronik sowie Möbel. Die Rezyklate sollen beispielsweise wieder in Gehäusen für Elektrogeräte, Kosmetikbehältern, Fahrzeugtanks, Stoßfängern und Gartenmöbeln eingesetzt werden. Technologiepartner ist Nextchem aus der Maire-Gruppe. Dessen Verfahren "Nx Replast" basiert auf mechanischer Aufbereitung und Compoundierung. Es soll Rezyklate mit anwendungsspezifischen mechanischen, funktionalen und optischen Eigenschaften ermöglichen. Aliplast nennt für die erzeugten Materialien einen Reinheitsgrad von mehr als 99 Prozent und Eigenschaften, die mit denen fossiler Neuware vergleichbar seien. Die Reinheitsangabe stützt sich auf technische Maschinendaten und Leistungstests des Unternehmens. Strom- und Wasserversorgung aus benachbarten Anlagen Das Werk liegt im Industriekomplex der Hera-Gruppe an der Via Cavazza in Modena. Es nutzt Strom aus der dortigen Müllverbrennungsanlage und aufbereitetes Wasser aus der benachbarten Kläranlage. Das Prozesswasser wird anschließend wieder der Abwasserbehandlung zugeführt. Aliplast erwartet durch die Standortintegration geringere Energiekosten. Die mögliche Emissionseinsparung gegenüber der Produktion aus Neukunststoffen bei vergleichbarem Produktionszyklus beziffert Aliplast auf rund 30.000 Tonnen CO₂-Äquivalente jährlich. Der Wert ist eine Projektschätzung, die derzeit durch eine neue Ökobilanz aktualisiert wird. Weitere Projekte sollen Recyclingkapazität verdoppeln Die Anlage in Modena ist Teil eines größeren Kapazitätsausbaus. Hinzu kommen die Erweiterung des auf Polyethylen niedriger Dichte (PE-LD) spezialisierten Standorts Borgolavezzaro bei Novara sowie der geplante Erwerb von 70 Prozent an Kronos Polymer Polska. Der Abschluss dieser Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet. Insgesamt will Aliplast damit seine Recyclingkapazität auf mehr als 210.000 Tonnen Kunststoffsekundärrohstoffe pro Jahr verdoppeln. Die gesamte Produktionskapazität soll 255.000 Tonnen jährlich erreichen. Aliplast richtet den Ausbau auf eine erwartete steigende Nachfrage nach Rezyklaten aus. Das Unternehmen verweist dabei insbesondere auf europäische Vorgaben für Verpackungen und Altfahrzeuge. Weitere Informationen: www.aliplastspa.com, www.gruppohera.it |
Aliplast S.p.A., Ospedaletto d'Istrana (Provinz Treviso), Italien
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