| 07.09.2007 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Der slowakische Chemiesektor zählt zu den im Land stark ausgebauten Industriezweigen und ist mit einer Ausfuhrquote von rund 80% eine der tragenden Säulen im Exportgeschäft. Die Chemiebetriebe haben in den letzten Jahren zwar schon kräftig in die Modernisierung ihrer Kapazitäten investiert, dennoch ist ihr Nachrüstungsbedarf immer noch beträchtlich. Das Land muss vor allem Rohstoffe und Spezialchemikalien sowie Arzneimittel importieren. Gut ein Fünftel der gesamten Einfuhren von chemischen Erzeugnissen bezieht die Slowakei aus Deutschland. Die weitere Entwicklung in der slowakischen Chemieindustrie, die 2006 mit 14,5% an der Industrieproduktion des Landes beteiligt war, wird zu einem Großteil durch den boomenden Fahrzeugbau beeinflusst. Die drei Automobilwerke (Volkswagen, PSA Citroen Peugeot und KIA) sowie zahlreiche Maschinenbauer locken mehr denn je ausländische Zulieferanten von Gummi- und Kunststoffprodukten ins Land. Auf diese Produktgruppe entfällt das Gros der jüngsten ausländischen Kapitalengagements in der gesamten Chemiesparte. In letzter Zeit mehren sich auch die Aktivitäten internationaler Gesellschaften in der Produktion verschiedenster Kunststofferzeugnisse, die in der elektrotechnischen Industrie und im Gesundheitswesen zum Einsatz kommen. Der lokale Chemie- und Kunststoffmarkt wird ebenfalls durch das boomende Baugewerbe belebt. So melden die führenden slowakischen Akteure in der Sparte Farben und Lacke, Primalex Slovakia, Dolny Kubin (im Besitz der niederländischen Gesellschaft SigmaKalo) und Chemolak, Smolenice, seit 2005 hohe Umsatzzuwächse. Die Chemiebranche gehört zu den investitionsträchtigsten Industriezweigen in der Slowakei. Ein großer Investitionsbedarf ergibt sich aus der weiteren Umsetzung der IPPC-Richtlinie der EU zur integrierten Vorbeugung von Umweltverschmutzungen sowie aus der neuen Chemielegislative der EU (REACH). Das Gros der in nächster Zeit geplanten Projekte ist auf den Ausbau der Kunststoffverarbeitung sowie der Produktion von kleintonnagigen Spezialerzeugnissen zu erwarten. Die realen Wachstumsträger in der Chemiebranche sind die etwa 120 Gummi- und Kunststofferzeuger. Deren Umsatz legte 2006 gegenüber 2005, gemessen in vergleichbaren Preisen, um ein Zehntel und in den ersten fünf Monaten 2007 um weitere 13,4% zu. Weiterführende Informationen |
bfai Bundesagentur für Außenwirtschaft, Köln
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