| 11.09.2007 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die Bayer MaterialScience AG (www.bayerbms.de) nimmt im badischen Laufenburg auf dem Werksgelände der H.C. Starck GmbH eine zweite Anlage zur Herstellung der Kohlenstoff-Nanoröhrchen Baytubes® in Betrieb. Sie hat eine Kapazität von 30 Jahrestonnen und ergänzt eine bereits vor Ort bestehende Pilot-Produktionsanlage. Insgesamt verfügt Bayer MaterialScience in Laufenburg nun über eine Jahreskapazität von 60 Tonnen Baytubes®. Das Marktpotenzial für Kohlenstoff-Nanoröhrchen, auch Carbon Nanotubes oder kurz CNT genannt, wird für die kommenden Jahre auf mehrere Tausend Tonnen jährlich geschätzt. Bisherige Verfahren zur Herstellung von CNT hatten vor allem den Nachteil hoher Synthesekosten, kombiniert mit größeren Mengen störender Verunreinigungen im Produkt. Beides verhinderte die breite industrielle Anwendung von Carbon Nanotubes. Dank eines neuen, speziellen Syntheseverfahrens ist Bayer MaterialScience einer der wenigen Hersteller, der CNT mit konstanten Materialreinheiten von weit über 95 Prozent in kommerziell relevanten Mengen anbieten kann. Der Standort Laufenburg hat für die Produktion von Baytubes® mehrere Vorteile. So konnte die H.C. Starck GmbH (Goslar, www.hcstarck.de), einer der weltweit führenden Produzenten von Refraktärmetallen, Ingenieurkeramik und Elektronikchemikalien, die passende technische und logistische Peripherie - zum Beispiel in punkto Hallen und Anlagen, Energie- und Gasversorgung sowie Abgasreinigung - bereitstellen. Außerdem profitiert Bayer MaterialScience von dem Know-how, über das H.C. Starck seit vielen Jahren bei der Verfahrenstechnik und dem Anlagendesign von Hochtemperatur-Gasphasenprozessen verfügt. Die neue, hochautomatisierte Anlage, die geschlossen betrieben wird, dient neben der Produktion auch zu Entwicklungsarbeiten zur Prozess- und Verfahrensoptimierung. Mittelfristig plant Bayer MaterialScience in Deutschland den Bau einer großtechnischen Produktionsanlage für Baytubes® mit einer Jahreskapazität von 3.000 Tonnen. CNT warten mit ungewöhnlichen Stärken auf. Abhängig von ihrem Aufbau auf molekularer Ebene leiten sie den Strom entweder besser als Kupfer oder verhalten sich wie ein Halbleiter. Ihre Wärmeleitfähigkeit liegt gleichauf mit der von Diamant, dem besten natürlich vorkommenden Wärmeleiter. Ihr hohes Elastizitätsmodul und ihre Zugfestigkeit verleihen ihnen eine mechanische Belastbarkeit, die die von Stahl um das Fünffache übertrifft. Bayer MaterialScience unterstützt zahlreiche Firmen bei der Entwicklung von Anwendungen für Baytubes®. Ziel ist, ein breites Einsatzspektrum für CNT aufzubauen. So bewährt sich das antistatische Verhalten von Baytubes® in Maschinenteilen aus Polyetheretherketon (PEEK). Großes Einsatzpotenzial besteht außerdem bei der Herstellung von antistatischen Verpackungsfolien für Computerchips oder von Kunststoff-Behältern für den schonenden Transport von integrierten Schaltkreisen. Im Automobilbau könnten Kunststoffe für Karosserieteile mit Baytubes® additiviert werden. Die Bauteile - etwa ein Kotflügel aus Polyphenylenoxid-Polyamid-Blend – müssten für die Lackierung nicht mit Leitprimer grundiert werden, was erhebliche Kosteneinsparungen mit sich bringt. Verschiedene Produzenten von Sportartikeln nutzen bereits Baytubes®, um die Steifigkeit und Festigkeit von Kunststoffen zu verbessern. Anwendungen in diesem Bereich sind beispielsweise Surfbretter, Baseballschläger sowie Stöcke für Skilanglauf und Nordic Walking. Bild: Die Leitwarte der neuen Produktionsanlage für Baytubes® mit dem Kopf des Wirbelschichtreaktors. |
Bayer MaterialScience AG, Leverkusen
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