| 28.09.2023, 15:58 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die Zahl alarmierender Wirtschaftsnachrichten aus der Kunststoffbranche reißt nicht ab: Nachdem die Kunststoffhersteller zuletzt über einen Produktionsrückgang von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr berichteten, trifft die Wirtschaftskrise nun auch den Kunststoff-Maschinenbau, der über einen Auftragseinbruch von 32 Prozent in den ersten Monaten dieses Jahres klagt. Auch die Hersteller von Kunststoffverpackungen leiden unter der schwachen Nachfrage: Im ersten Halbjahr dieses Jahres sanken deren Umsätze laut Statistik um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Grund dafür sind neben der Kaufzurückhaltung im Einzelhandel vor allem die starken Umsatzrückgänge in wichtigen Kundenindustrien, beispielsweise der Chemieindustrie. Ein Ende der Krise ist noch nicht in Sicht, wie das Ergebnis einer aktuellen Konjunkturumfrage der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. unter ihren Mitgliedern zeigt. Fehlende Aufträge und schlechte Ertragslage „Zwei von drei Unternehmen der Branche bewerten die aktuelle Wirtschaftslage als schlecht“, erklärt Dr. Martin Engelmann, Hauptgeschäftsführer der IK. Das seien noch einmal deutlich mehr als im Sommer, wo nur jedes zweite Unternehmen zu dieser Einschätzung kam. „Die schlechte Nachricht ist: Die Talsohle ist noch nicht durchschritten“, erläutert Engelmann mit Hinweis auf den Ausblick auf das vierte Quartal. Der Umfrage zufolge rechnen 51 Prozent der Unternehmen bis Jahresende mit weiteren Umsatzrückgängen und sogar 69 Prozent mit sinkenden Erträgen. Deutlich gesunken sind auch die Exporterwartungen der Unternehmen: Fast jedes zweite Unternehmen rechnet mit einer sinkenden Nachfrage im Ausland. „Einziger Lichtblick ist, dass die meisten Unternehmen die benötigten Rohstoffe für die Herstellung von Kunststoffverpackungen auf dem Markt bekommen“, so Engelmann. Kostenentlastung in der Krise „Anhaltende Nachfrageschwäche, hohe Energiepreise, Personalmangel und starker Regulierungsdruck bestimmen im Moment den Alltag vieler unserer Mitglieder“, erklärt Engelmann und fordert von der Politik schnell wirksame Maßnahmen zur Krisenbekämpfung. „Die Bundesregierung hat den Ernst der Lage noch nicht erfasst. Derzeit werden in der gesamten Kunststoffindustrie Anlagen stillgelegt oder ins Ausland verlagert. Das Industrieland Deutschland blutet aus, wenn nicht schnell etwas geschieht“, so Engelmann. „Die Bundesregierung hat es selbst in der Hand, durch eine Reduktion der Stromsteuer auf die EU-Mindestsätze schnell für eine Entlastung zu sorgen. Außerdem brauchen die Unternehmen Sicherheit, dass der Stromsteuerspitzenausgleich erhalten bleibt.“ Es sei gut, dass derzeit auch die Bürokratiekosten der Unternehmen in der Diskussion seien. „Bürokratieabbau funktioniert am besten, wenn man unnötige Bürokratie gar nicht erst zulässt“, erklärt Engelmann und fordert die Politik auf, die Vorschläge der Kommission für immer mehr Berichtspflichten der Unternehmen im Rahmen der EU-Verpackungsverordnung kritischer zu beleuchten. Zurzeit läuft eine Umfrage der Initiative „Wir sind Kunststoff“ zur Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Die Umfrage ist bis Sonntag, 08.10.2023, 23.45 Uhr offen - https://www.surveymonkey.de/r/VZBG2KS. Weitere Informationen: kunststoffverpackungen.de |
IK - Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., Bad Homburg
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