| 09.01.2026, 06:08 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die deutschen Standorte der Domo-Chemicals-Gruppe müssen ihren Betrieb mit sofortiger Wirkung herunterfahren und in einen Notbetrieb überführen. Ursache ist das Scheitern von Verhandlungen mit den Gläubigern über ein kurzfristiges Massedarlehen zur Sicherstellung der laufenden Finanzierung. Mangels liquider Mittel ist der vorläufige Insolvenzverwalter, Prof. Dr. Lucas F. Flöther, gezwungen, den operativen Betrieb umgehend stillzulegen (siehe auch plasticker-News vom 05.01.2026). Nach Angaben des Insolvenzverwalters verfügen die betroffenen Gesellschaften derzeit über praktisch keine verfügbaren Finanzmittel. Die bis zuletzt verfolgte Option einer Zwischenfinanzierung, die eine Fortführung des Geschäftsbetriebs zumindest bis zum Monatsende ermöglicht hätte, kam nicht zustande. Damit greift ein zuvor vorbereiteter Notfallplan, der den sicheren Betrieb und das kontrollierte Herunterfahren der Anlagen sicherstellen soll. Beschäftigte und zuständige Behörden wurden nach dem Abbruch der Finanzierungsgespräche unverzüglich informiert. In den vergangenen Tagen hatte Flöther intensiv mit den beteiligten Gläubigern verhandelt. Ziel war die Freigabe gepfändeter Konten in Form eines Massedarlehens. Voraussetzung hierfür wäre die einstimmige Zustimmung aller Sicherungsgläubiger gewesen, die jedoch nicht erreicht werden konnte. Damit entfiel die Grundlage für eine kurzfristige Fortführung des Geschäftsbetriebs. Die Auswirkungen der Stilllegung auf den Zustand und die spätere Verwertbarkeit der Anlagen sind derzeit offen. Der Insolvenzverwalter betont, dass der Fokus nun auf der sicheren Abschaltung liege. Ob die Anlagen nach dem Herunterfahren ohne Schäden wieder in Betrieb genommen werden können, lasse sich derzeit nicht abschätzen. Ein dauerhafter Verlust der Produktionsfähigkeit hätte weitreichende Folgen für den Chemiestandort sowie für die Gläubiger. Von den Insolvenzverfahren betroffen sind drei deutsche Tochtergesellschaften der Domo-Chemicals-Gruppe, die am 25. Dezember 2025 Insolvenzantrag gestellt hatten, nachdem Finanzierungsverhandlungen auf Gruppenebene gescheitert waren. Es handelt sich um die Domo Chemicals GmbH in Leuna mit rund 35 Beschäftigten, die Domo Caproleuna GmbH in Leuna mit etwa 480 Beschäftigten sowie die Domo Engineering Plastics GmbH in Premnitz mit rund 70 Beschäftigten. Andere Unternehmen der international tätigen Domo-Gruppe sind nicht betroffen. Die Domo Caproleuna GmbH produziert organische chemische Basisprodukte wie Caprolactam, Phenol und Aceton sowie Polyamid 6 (PA 6) als Hauptprodukt. PA 6, auch bekannt als Nylon 6, ist ein technischer Kunststoff, der unter anderem in der Automobilindustrie, der Elektro- und Elektronikbranche sowie bei langlebigen Konsumgütern eingesetzt wird. Die Domo Engineering Plastics GmbH stellt ebenfalls Polyamid 6 her und produziert sogenannte Compounds, bei denen der Kunststoff durch Additive gezielt modifiziert wird, um bestimmte mechanische oder thermische Eigenschaften zu erreichen. Diese Materialien finden vor allem Anwendung in der Automobil-, Elektro- und Konsumgüterindustrie. In der Domo Chemicals GmbH sind die administrativen Funktionen der drei deutschen Gesellschaften gebündelt. Weitere Informationen: www.domochemicals.com, www.floether-wissing.de |
Domo Chemicals Deutschland, Leuna/Halle (Saale)
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