| 25.03.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
|
|
Das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen IMWS in Halle (Saale) und das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern entwickeln gemeinsam ein Simulationstool für die Auslegung funktionalisierter Kunststoffoberflächen. Ziel ist es, die Entwicklung recyclingfähiger Bauteile für Kunststoffverarbeiter zu beschleunigen, den Ressourceneinsatz zu senken und Entwicklungsaufwände zu reduzieren. Im Mittelpunkt steht die morphologische Funktionalisierung von Kunststoffoberflächen über Mikro- und Nanostrukturen. Solche Oberflächen sollen definierte Haftkräfte, eine gezielte Benetzbarkeit oder optische Eigenschaften wie diffuse Reflexion ermöglichen. Bislang werden diese Funktionen häufig durch Additive oder Beschichtungen erzeugt. Das erschwert die Sortenreinheit der Kunststoffe und erhöht den Prozessaufwand. Der von Fraunhofer IMWS entwickelte Ansatz setzt stattdessen auf eine Strukturierung der Oberfläche ohne chemische Zusätze. Im Projekt "3-ScaleSim" entsteht dazu ein skalenübergreifendes Simulationstool auf Basis der gitterfreien Simulationssoftware "Meshfree", die vom Fraunhofer ITWM entwickelt wurde. Der digitale Zwilling des Spritzgussprozesses verknüpft Strukturdesign auf Makro-, Mikro- und Nanoskala mit Materialdaten sowie Prozessparametern wie Druck und Temperatur. Ergänzt wird dies durch eine Nano-Mikro-Makro-Datenbank und experimentelle Validierung am Fraunhofer IMWS. Nach Angaben der beteiligten Institute soll das Tool aufwendige Machbarkeitsstudien teilweise durch virtuelle Versuche ersetzen. Kunststoffverarbeiter sollen so Mikro- und Nanostrukturierungen bereits in frühen Entwicklungsphasen belastbar bewerten können. Das Vorhaben zielt darauf, den Spritzgussprozess von der Nano- bis zur Makroskala durchgängig simulierbar zu machen und präzise Vorhersagen zur Strukturausprägung sowie zu resultierenden Oberflächeneigenschaften zu ermöglichen. Als Projektergebnis ist ein Demonstrator vorgesehen, bestehend aus mikro- und nanostrukturierten Spritzgussteilen sowie dem zugehörigen Simulationstool. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollen damit Werkzeugdesigns, Polymere und Prozessfenster digital testen können, bevor Investitionen in die Produktion erfolgen. Das soll Kosten und Risiken senken, Entwicklungszyklen verkürzen und Entscheidungen beschleunigen. Die Technologie adressiert zentrale Anforderungen der Kunststoffindustrie an Ressourcenschonung, Kreislauffähigkeit und funktionale Oberflächen. Einsatzfelder sehen die Institute unter anderem in den Bereichen Automotive, Medizintechnik, Verpackung und Konsumgüter. Perspektivisch könnte der datenbankgestützte Ansatz auch auf andere Werkstoffe, etwa Metalle, übertragen werden. Weitere Informationen: www.imws.fraunhofer.de |
Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS, Halle
» insgesamt 10 News über "Fraunhofer IMWS" im News-Archiv gefunden
Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
| » zurück zum Seitenanfang |
Top-Meldungen der letzten Tage
Mol Gruppe: Hauptversammlung beschließt Dividende von rund 600 Mio. Euro
Mutares: Übernahme von zwei Magna-Automobilzuliefergeschäften zur Erweiterung von Amaneos und HiLo
EMS-Gruppe: Währungsbedingter Umsatzrückgang im ersten Quartal
Meist gelesen, 10 Tage
Trinseo: Deutliche Preiserhöhungen für Polystyrol, ABS und SAN
Feddersen Group: Gebündelte Recyclingkompetenz
EMS-Gruppe: Währungsbedingter Umsatzrückgang im ersten Quartal
Mutares: Übernahme von zwei Magna-Automobilzuliefergeschäften zur Erweiterung von Amaneos und HiLo
Uhde Inventa-Fischer: Neue PET-Anlage für türkischen Verpackungshersteller Köksan
Meist gelesen, 30 Tage
Domo: Leunaer Werk durch Übernahme gesichert - Künftige Firmierung unter Leuna-Polyamid GmbH
ASS Maschinenbau: Dr. Andreas Külschbach neuer Geschäftsführer
Evosys: Vertriebspartnerschaft mit Schaeffler für Medizintechniklösungen im Osten der USA
BASF: Neuen Verbundstandort in Zhanjiang offiziell in Betrieb genommen
FACC: Rekordumsatz und Ergebnissteigerung im Geschäftsjahr 2025
Röhm: Chemisches Recycling in MMA-Anlage in Worms integriert
Meist gelesen, 90 Tage
Playmobil: Produktion in Dietenhofen wird verlagert
Terbrack Kunststoff: Insolvenzverfahren eröffnet
HydroDyn Recycling: Sanierungsverfahren eingeleitet
Dom Polymer-Technik: Insolvenzverfahren eröffnet
Ceresana: Slight market recovery for plastic pipes in Europe expected from 2026
Fischer Werkzeugbau: Einstellung des Geschäftsbetriebs – Produktionsstätte wird versteigert
Tupperware: Verkauf der Produktionsstandorte in Lateinamerika
Neue und gebrauchte Maschinen & Anlagen finden Sie in der großen Maschinenbörse.
Kostenfreie Nutzung aller Börsen! Registrieren Sie sich jetzt!
| Experimentelle und simulative Analyse der Mischwirkung in Einschneckenextrudern
|