| 04.08.2026, 08:21 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die Lage in der italienischen Kunststoffrecyclingbranche hat sich nach Angaben des Branchenverbands Unirima weiter verschärft. Mehr als einen Monat nach einer ersten Warnung komme es weiterhin zu erheblichen Verzögerungen bei der Abholung gepresster Kunststoffverpackungen aus regionalen Sammel- und Sortierzentren. Zahlreiche Lagerflächen seien inzwischen ausgelastet. Dadurch steige das Risiko, dass die getrennte Sammlung von Kunststoffverpackungen in einzelnen Regionen eingeschränkt oder vorübergehend ausgesetzt werden müsse. Unirima, der italienische Verband der Unternehmen für Sammlung, Verwertung, Recycling und Handel mit Altpapier und weiteren Sekundärrohstoffen, stuft die Situation nicht mehr als vorübergehende Störung, sondern als branchenweite Notlage ein. Der Verband fordert kurzfristige Sondermaßnahmen, um den Materialabfluss wiederherzustellen und einen Stillstand in Teilen der Entsorgungs- und Recyclingkette zu verhindern. Hohe Lagerkosten und Einschränkungen im Anlagenbetrieb Die unzureichende Abnahme der gepressten Materialien führt laut Unirima zu steigenden wirtschaftlichen Belastungen für die beteiligten Unternehmen. Zusätzliche Kosten entstehen insbesondere durch die Zwischenlagerung, die Umorganisation betrieblicher Flächen und die Verlangsamung von Sortier- und Aufbereitungsprozessen. Einige Betriebe hätten die Annahme von Kunststoffabfällen aus der kommunalen Getrenntsammlung bereits eingeschränkt oder ausgesetzt. Sollte sich die Situation weiter verschärfen, könnten die betriebliche Kontinuität, Arbeitsplätze und die Funktionsfähigkeit des gesamten italienischen Systems zur Bewirtschaftung von Kunststoffverpackungen beeinträchtigt werden. Zunehmender Anteil nicht verwertbarer Bestandteile Als eine Ursache der Probleme nennt der Verband den in den vergangenen Jahren gestiegenen Anteil an Fehlwürfen und nicht recyclingfähigen Materialien in den getrennt gesammelten Mengen. Diese Bestandteile verringerten die Effizienz der Sortierung und Verwertung und belasteten zugleich die Lagerkapazitäten der Anlagen, die gepresste Kunststofffraktionen übernehmen. Die unzureichende Qualität der angelieferten Materialien verschärfe damit die bereits bestehenden logistischen Probleme. Nach Einschätzung von Unirima sind neben kurzfristigen Maßnahmen zur Entlastung der Lager deshalb strukturelle Schritte erforderlich, um den Anteil nicht verwertbarer Abfälle in der Kunststoffsammlung deutlich zu reduzieren. Temporäre Lagerflächen und höhere Abnahmekapazitäten gefordert Unirima fordert die kurzfristige Ausweisung zusätzlicher, zeitlich befristeter Lagerflächen. Damit sollen größere Mengen an gepressten Kunststoffverpackungen kontinuierlich aus den Sammel- und Sortierzentren abtransportiert und zwischengelagert werden können. Parallel müsse die regelmäßige Abholung der Materialien sichergestellt und die Kapazität der nachgelagerten Anlagen erhöht beziehungsweise besser koordiniert werden. Ziel sei es, den Materialfluss entlang der gesamten Recyclingkette wieder zu stabilisieren. Carmelo Marangi, Unirima-Vizepräsident für den Bereich Kunststoff, erklärte, die Unternehmen müssten seit Monaten steigende Kosten für Materialien tragen, die regulär abgeholt werden sollten. Die verfügbaren Lagerflächen hätten vielerorts ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Ohne kurzfristige Eingriffe bestehe die Gefahr, dass die getrennte Kunststoffsammlung in mehreren Landesteilen zum Erliegen komme. Dies hätte Folgen für Kommunen, Bürger, Entsorgungsunternehmen und die nachgelagerten Bereiche der Kreislaufwirtschaft. Unirima fordert deshalb sowohl akute Entlastungsmaßnahmen als auch eine Verbesserung der Sammelqualität. Andernfalls könnten nach Einschätzung des Verbands nicht nur einzelne Betriebe, sondern auch die nationalen Ziele Italiens für Recycling und Kreislaufwirtschaft gefährdet werden. Weitere Informationen: www.unirima.it |
Unirima, Rom, Italien
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