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04.08.2026, 08:50 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten    

Modus: Chemische PET-Recyclinganlage in Huelva in Planung

Das spanische Unternehmen Modelo de Upcycling Sostenible, S.L. – kurz Modus – plant im Industriegebiet Parque Huelva Empresarial in Huelva, der Hauptstadt der Provinz Huelva im Südwesten Andalusiens, eine Anlage für das chemische Recycling von PET-Abfällen. Die zuständige Umweltbehörde der Regionalregierung Andalusiens hat das Verfahren zur integrierten Umweltgenehmigung, die Umweltverträglichkeitsstudie und die weiteren technischen Projektunterlagen Ende Juli 2026 öffentlich ausgelegt. Das Vorhaben wird unter dem Aktenzeichen AAI/HU/107 geführt.

Die Anlage soll sowohl PET-Verpackungsabfälle als auch polyesterhaltige Textilabfälle verarbeiten. Nach den veröffentlichten Projektangaben ist eine Jahreskapazität von bis zu 60.000 Tonnen Verpackungsabfällen beziehungsweise 57.600 Tonnen Textilabfällen vorgesehen. Die unterschiedlichen Mengen beziehen sich auf alternative Zusammensetzungen des Eingangsmaterials und sind daher nicht als gleichzeitig nutzbare Gesamtkapazität zu verstehen.

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Aufspaltung des PET in chemische Ausgangsstoffe
Anders als beim mechanischen Recycling soll das eingesetzte PET nicht lediglich zerkleinert, gereinigt und erneut aufgeschmolzen werden. Vorgesehen ist eine chemische Depolymerisation durch alkalische Hydrolyse. Dabei werden die Polymerketten des PET aufgespalten und in die chemischen Ausgangsstoffe gereinigte Terephthalsäure beziehungsweise PTA sowie Monoethylenglykol, kurz MEG, zurückgeführt.

Den Projektunterlagen zufolge soll der Prozess durch Reaktoren unterstützt werden, die mit Mikrowellenstrahlung arbeiten. PTA und MEG könnten anschließend erneut zur Herstellung von PET eingesetzt werden. Der Vorhabenträger gibt an, dass die erzeugten Stoffe eine mit fossilen Primärrohstoffen vergleichbare Qualität erreichen sollen. Unabhängige Betriebsdaten der geplanten Anlage liegen bislang nicht vor.

Als mögliche Eingangsmaterialien kommen insbesondere PET-Abfälle infrage, die aufgrund ihrer Verschmutzung, Färbung, Materialkombination oder textilen Struktur nur eingeschränkt mechanisch recycelt werden können. Das Verfahren soll damit ergänzend zum etablierten mechanischen PET-Recycling eingesetzt werden.

Zweites bekanntes Anlagenprojekt des Unternehmens
Modus verfolgt neben dem Vorhaben in Huelva ein weiteres Projekt für chemisches PET-Recycling in Medina del Campo in der Provinz Valladolid. Für diese Anlage wurde 2025 zunächst eine positive Umweltverträglichkeitserklärung und später eine Umweltgenehmigung erteilt. Das dort geplante Werk soll auf einer Fläche von knapp 80.000 Quadratmetern entstehen und jährlich bis zu 51.020 Tonnen nicht gefährliche Kunststoff- und Textilabfälle behandeln. Auch dort basiert das vorgesehene Verfahren auf alkalischer Hydrolyse und Mikrowellentechnik.

Ob das Projekt in Huelva zusätzlich zur Anlage in Medina del Campo realisiert werden soll oder eine veränderte Standort- und Kapazitätsplanung darstellt, geht aus den bislang öffentlich zugänglichen Unterlagen nicht eindeutig hervor.

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