| 09.10.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Leonhard Kurz zeigt auf der Fakuma 2026 Verfahren zur dekorativen und funktionalen Veredelung von Kunststoffoberflächen. Im Mittelpunkt stehen die Integration mehrerer Fertigungsschritte, die Kombination unterschiedlicher Kunststoffe sowie der Einsatz von Rezyklaten und Naturfaser-Verbundwerkstoffen. Demonstratoren für Frontmodule und Rückleuchten veranschaulichen Anwendungen im Automobilbereich.Ein 3K-IMD-Prozessdemonstrator verbindet Dekoration, optische Funktionen und Oberflächenschutz in einer durchgängigen Fertigungskette. Grundlage ist die Sheet-to-Sheet-Technik "IMD Varioform" mit einem Spannrahmensystem. Dabei wird ein thermoplastisches Sheet direkt in das Werkzeug eingelegt und durch Wärme und Unterdruck verformt. Ein vorgelagerter Tiefziehprozess entfällt. Nach Unternehmensangaben eignet sich das Verfahren für Bauteile mit einer Größe von bis zu zwei Metern; die Zykluszeit liegt unter 120 Sekunden. Die drei Kunststoffkomponenten übernehmen unterschiedliche Aufgaben: Eine transparente Polycarbonatschicht bildet die optische Komponente, ein ABS/PC-Rahmen stabilisiert das Bauteil. Eine anschließende PUR-Überflutung mit der "ColorForm"-Technologie von KraussMaffei erzeugt eine Schutzoberfläche, der Kurz selbstheilende Eigenschaften zuschreibt. Der Prozess soll sich in bestehende Produktionslinien integrieren lassen und den Einsatz von Recyclingmaterialien ermöglichen. Die Frontblende wurde auf einer KraussMaffei-Anlage gefertigt. Die Materialien stammen von Sabic, Covestro und Rühl Puromer, die Werkzeugtechnologie von der Kurz-Tochter Schöfer. Mit dem gemeinsam mit ams Osram entwickelten "Rear Light Concept" stellt Kurz ein Konzept für funktionale Fahrzeugrückleuchten vor. Das 2,5D-Bauteil wird einschließlich eines großflächigen Einzelbilddekors mittels In-Mold-Dekoration hergestellt. Die Integration der "Aliyos"-LED-Folien erfolgt anschließend im Verfahren "Functional Foil Bonding Adhesive". Damit lassen sich flexible Labels auf 2,5D- und stark gekrümmten Bauteilen platzieren. Die Mini-LED-Technologie stammt von ams Osram. Weitere Projektpartner sind Engel, Röhm, Zechmayer, Votteler, Baier sowie Hinderer + Mühlich. Nach Angaben von Kurz sind die Komponenten auf Recyclingfähigkeit ausgelegt. Am eigenen Stand demonstriert Kurz zusammen mit der Tochtergesellschaft Baier das Heißprägen. Das Verfahren ermöglicht die Übertragung feiner Schriften und Linien sowie mehrfarbiger Motive und Farbverläufe. Die eingesetzte Dünnschichttechnologie ist laut Unternehmen auch für die Veredelung recycelter Materialien geeignet und darauf ausgelegt, die Recyclingfähigkeit der Produkte zu erhalten. Ein weiterer Schwerpunkt sind Naturfaser-Verbundwerkstoffe auf Polypropylenbasis (NFPP). Dabei werden Naturfasermatten direkt mit dem Dekorträger verbunden. Die vom Partner Polyvlies gelieferten Matten können zu jeweils 50 Prozent aus recycelten Naturfasern und recyceltem Polypropylen bestehen. Daneben zeigt Kurz das aus dem eigenen Rücknahme- und Recyclingsystem gewonnene "Recosys rPET". Im "Recosys"-Prozess werden PET-Trägerreste zu sortenreinem Rezyklat für neue Anwendungen aufbereitet. Die Technologie "EcoLayer FX" ermöglicht Oberflächendekorationen auf Substraten, die Polypropylen beispielsweise mit Talkum, Zellulose oder Kalkstein kombinieren. Die dünne Dekorschicht soll die Recyclingfähigkeit des Bauteils erhalten. Weitere Anwendungen werden gemeinsam mit Arburg in Halle A3, Stand 3101, und Deckerform in Halle A5, Stand 5205, gezeigt (siehe plasticker-News vom 24.09.2026). Die Partnerprojekte befassen sich mit der Einbindung der Oberflächenverfahren in industrielle Fertigungsprozesse. Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle A4, Stand 4204 Weitere Informationen: www.kurz-world.com, www.kurz.de |
Leonhard Kurz Stiftung & Co. KG, Fürth
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