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28.10.2026, 07:53 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten    

Trioworld: Großtechnische "Boncus"-Anlage erzeugt Biogas aus Flexodruckabluft

Die „Boncus“-Anlage am Standort Trioworld Harlingen mit einem großen Pure-Infinity-Logo an der Seite – (Bild: Trioworld).
Die „Boncus“-Anlage am Standort Trioworld Harlingen mit einem großen Pure-Infinity-Logo an der Seite – (Bild: Trioworld).
Der Verpackungsfolienhersteller Trioworld hat an seinem niederländischen Produktionsstandort Harlingen gemeinsam mit Pure Infinity eine Anlage zur energetischen Nutzung lösemittelhaltiger Abluft aus dem Flexodruck in Betrieb genommen. Die Installation verwendet das von Pure Infinity entwickelte Verfahren "Boncus" und ist nach Angaben der Unternehmen die weltweit erste großtechnische Anwendung dieser Art im Flexodruck. Der externe Energiebezug des Werks soll sich durch die Nutzung des erzeugten Biogases um bis zu 75 Prozent verringern.

Technisches Verfahren
Am Standort Harlingen werden täglich mehrere Millionen Meter Verpackungsfolie im Flexodruck bedruckt, unter anderem für Tiefkühlprodukte und weitere Konsumgüter. Beim Drucken und Trocknen der Farben gelangen Lösemittel in die Prozessabluft. "Boncus" kombiniert eine Abluftwäsche mit einem anaeroben biologischen Prozess. Die aus der Abluft abgeschiedenen Lösemittel werden dabei zu methanhaltigem Biogas umgesetzt. Dieses kann anschließend zur Bereitstellung von Strom und Wärme im Werk eingesetzt werden.

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Anders als bei der konventionellen thermischen Abluftbehandlung, bei der Lösemittel oxidiert werden, wird so ein Teil ihres Energiegehalts zurückgewonnen. Dadurch sollen der Verbrauch fossiler Energieträger und die damit verbundenen CO₂-Emissionen sinken. Die genannte Verringerung des externen Energiebezugs um bis zu 75 Prozent ist eine Zielgröße; gemessene Betriebsergebnisse werden in der Mitteilung nicht ausgewiesen.

Entwicklung, Finanzierung und Inbetriebnahme
Nach Angaben von Pure Infinity dauerte die Entwicklung einer für den industriellen Einsatz geeigneten "Boncus"-Anlage mehr als zehn Jahre. Das Verfahren verbindet zwei in anderen Industriezweigen bereits eingesetzte Technologien. Die Anlage in Harlingen dient als großtechnische Referenz für mögliche weitere Anwendungen in Produktionsprozessen mit lösemittelhaltiger Abluft.

An der Finanzierung beteiligten sich der friesische Energiefonds Fûns Skjinne Fryske Enerzjy, die Investitionsplattform Enerfip und die Europäische Union. Nach Unternehmensangaben erhielt das Projekt beim europäischen Innovationsfonds die höchstmögliche Bewertung für seinen Innovationsgrad. Die offizielle Eröffnung erfolgte am 23. Oktober 2026 durch Harlingens Bürgermeisterin Ina Sjerps.

Trioworld Harlingen B.V. gehört zur schwedischen Trioworld-Gruppe. Pure Infinity mit Sitz in Dwingeloo in den Niederlanden ist auf biologische Verfahren zur industriellen Abluftbehandlung spezialisiert.

Die großtechnische Umwandlung lösemittelhaltiger Abluft in Biogas ist insbesondere für Hersteller flexibler Kunststoffverpackungen und Flexodruckereien relevant. Die Technologie bietet einen Ansatz zur Reduzierung des externen Energiebezugs und der produktionsbedingten Emissionen. Für eine wirtschaftliche Bewertung fehlen in der Meldung jedoch Angaben zu Investitionskosten, tatsächlicher Anlagenleistung und Amortisation.

Weitere Informationen:
www.trioworld.com, www.trioworld.nl, www.pureinfinity.nl, www.enerfip.eu, www.fsfe.frl

Trioworld Harlingen B.V., Harlingen, Niederlande

» insgesamt 17 News über "Trioworld" im News-Archiv gefunden

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