| 08.12.2008 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Liquiditätskrise bedroht den Mittelstand in NRW Die Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten dramatisch zugespitzt. Inzwischen hat diese Entwicklung auch die Kunststoffbranche in Nordrhein-Westfalen erreicht. Viele einheimische Kunststoffbetriebe sind Zulieferer der Automobilbranche und daher stark von den Produktionsausfällen der großen OEMs betroffen. Im Rahmen der von kunststoffland NRW e.V. (www.kunststoffland-nrw.de) und der Wirtschaftsförderung Dortmund im November 2008 durchgeführten Veranstaltung FORUM Kunststoffe „Wie die Finanzmarktkrise die Kunststoffbranche trifft“ brachten mittelständische Kunststoffverarbeiter die Probleme auf den Punkt. Wenn die Autobauer im Dezember bis weit in den Januar hinein ihre Produktion drosseln oder stilllegen, gibt es im Dezember und Januar für die Zulieferer keine Umsätze, keine Rechnungsausgänge und auch keine Zahlungseingänge mehr und dies bis weit in den Februar hinein. Es fallen aber alle fixen Kosten in dieser Zeit voll an. Viele Unternehmen werden das nicht durchhalten können, weil die Eigenkapitaldecke zu dünn ist, die Sicherheiten für weitere Kredite ausgereizt und die Bankmanager zurzeit selbst verunsichert sind. Viele Kreditinstitute und ihre Leitungen sind aufgrund der Krisensituation in einer schwierigen Situation, da sie weitere Risiken bei der Kreditvergabe vermeiden wollen. Die Kreditvergabe-Regelungen bieten nicht genügend Flexibilität, um dem aufgrund der Kreditklemme akut bedrohten Mittelstand ausreichend helfen zu können. Lösungsmöglichkeiten zur Liquiditätssicherung - Politik muss jetzt handeln! Die klassischen Möglichkeiten der Finanzierung reichen in Krisenzeiten nicht aus. Daher ist es zwingend erforderlich, diesen klar vorhersehbaren Finanzierungsproblemen des Mittelstands auch mit staatlicher Unterstützung zu begegnen. Dies kann aus Sicht von kunststoffland NRW nur die befristete Haftungsfreistellung für Kreditinstitute bei der Vergabe von neuen Krediten an KMUs sein. Allerdings muss hier eine äußerst schnelle Abwicklung gesichert werden. Die herkömmlichen Abläufe z.B. – von der Beantragung eines Bürgschaftsrahmens über die erforderlichen Stellungnahmen und Prüfungsverfahren über den Bürgschaftsausschuss bis zur tatsächlichen Bewilligung, die das Kreditinstitut zur Gewährung des Kredits veranlasst, sind für die derzeitige Lage zu schwerfällig und zu lang. Überschlägt man die Kosten, die allein durch die zu erwartenden Insolvenzen auf das Land zukommen würden, ist es besser, jetzt zu handeln als spätere Schäden zu verwalten. Es sollte auf eine schnelle und umfangreiche Gewährung von Landesbürgschaften gesetzt werden. In diesem Rahmen könnten Kreditinstitute Haftungsentlastung in Anspruch nehmen. Dadurch wären sie in der Lage, den ihnen bekannten Unternehmen, die sie für zukunftsfähig halten, schnellstens eine Kreditzusage zu machen. Diese allerdings nur für zusätzlich benötigte Liquidität von gesunden Unternehmen. Diese Maßnahme darf nicht auf kleine Unternehmen begrenzt sein, sondern sollte auch für den gesamten Mittelstand gelten. Unabhängig von dem akuten Handlungsbedarf, der ohne staatliche Hilfe in der verfügbaren Zeit nicht bewältigt werden kann, wurden auf der angesprochenen Veranstaltung „FORUM Kunststoffe“ auch weitere eigenständige unternehmerische Maßnahmen diskutiert, wie z.B. die mittelfristige Restrukturierung der Passivseite der Bilanz, ggf. durch Einbeziehung von Risikokapital. Dabei wurde auch der Wunsch nach der Förderung einer neuen Risikokapitalkultur in Richtung der Landesregierung geäußert. |
kunststoffland NRW e.V., Düsseldorf
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