| 03.06.2009 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Das Amtsgericht Ansbach hat am Pfingstmontag, 1. Juni 2009, das Insolvenzverfahren für den Automobilzulieferer Plastal GmbH (Weißenburg, www.plastal.com) eröffnet. Die frühere Dynamit Nobel Kunststoffe GmbH wurde Ende 2005 von der schwedischen Plastal AB übernommen und musste einen Tag nach der Muttergesellschaft im März 2009 ebenfalls einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen (Siehe auch plasticker-News vom 9.3.2009). Insolvenzverwalter Dr. Siegfried Beck, Kanzlei Dr. Beck & Partner (Nürnberg, www.ra-dr-beck.de) gelang es nach eigenen Angaben nun, Produktion und Geschäftsvorgänge in allen sechs Werken nahtlos fortzuführen (Siehe auch plasticker-News vom 18.3.2009). Zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung im März beschäftigte Plastal in Deutschland rund 2.200 Personen einschließlich Leiharbeitnehmern. Weitere 1.200 Beschäftigte arbeiten in Werken in Spanien und Frankreich. Durch Vereinbarungen mit den Automobilwerken, die einen Finanzierungsmodus einschließen, besteht ab Insolvenzeröffnung Planungssicherheit bis Jahresende für die Produktion an allen sechs Standorten. Außerdem laufen Verhandlungen über Folgeaufträge für aktuelle und geplante Fahrzeug-Modelle. Der Systemanbieter Plastal produziert Kunststoffprodukte wie Stoßfänger und Armaturenteile für alle großen deutschen sowie andere europäische Automobilhersteller. Belegschaftsabbau mit Transfergesellschaft abgefedert Durch Einbrüche im Neuwagenverkauf muss auch Plastal Auftragsrückgänge je nach Modell zwischen 20 bis 25 Prozent verkraften. Aus Kapazitäts- und Wirtschaftlichkeitsgründen sind daher Restrukturierungsmaßnahmen unumgänglich. Um die Schließung eines Werkes zu vermeiden, müssen jetzt unter Beachtung der Sozialverträglichkeit 155 Stellen in den deutschen Werken gestrichen werden. Alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können für zunächst sieben Monate in eine Transfergesellschaft wechseln, die von der bwa Bonner Wirtschaftsakademie GmbH geführt wird. Außerdem werden 80 Prozent des bisherigen Lohnes für diesen Zeitraum weitergezahlt. Damit wurde eine überdurchschnittlich ausgestatte Lösung erreicht. Ein Interessenausgleich wurde abgeschlossen. Über den Abbau von Sonder- und übertariflichen Leistungen wird noch verhandelt. Die Zahl der Beschäftigten wird sich darüber hinaus durch das Auslaufen von befristeten Beschäftigungen und Leiharbeitnehmerverträgen sowie Eigenkündigungen auf cirka 1.900 Personen verringern. Einen Schwerpunkt bildet die Reduzierung von Fachbereichen, die zuvor im Wesentlichen für die Muttergesellschaft tätig waren. Strukturierter Verkaufsprozess läuft Mit dem gleichzeitig laufenden strukturierten Verkaufsprozess für die Plastal GmbH wurde die Wirtschaftungsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers Corporate Finance Beratung GmbH, Frankfurt, beauftragt, die hierfür auch das internationale Netzwerk der Gruppe nutzen will. Da alle vertraglichen Bindungen zur schwedischen Muttergesellschaft Plastal gelöst seien, können unterschiedliche Erwerbermodelle entwickelt und geprüft werden. Angestrebt werde der gemeinsame Verkauf aller Werke. In den Auswahlprozess für interessierte Investoren werden die Automobilwerke als Abnehmer eingebunden, heißt es in einer Mitteilung des Insolvenzverwalters. |
Plastal GmbH, Weißenburg
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