| 09.11.2009 | Lesedauer: ca. 5 Minuten |
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Cycoplast – ein Geschäftszweig der Häusle Gruppe – verarbeitet jährlich rund 5.000 Tonnen Kunststoff und Material aus dem Gelben Sack zu Bauprodukten wie Dachpfannen, Rasengitter oder Universalrinnen. Kapazitätserweiterung von 30 Prozent in der Kunststoffproduktion Mit einer Investitionssumme von 4,2 Mio. Euro erhöht Häusle am Standort Lustenau die Kapazitäten der Cycoplast Kunststoffproduktion um 30 Prozent auf etwa 6.500 Tonnen jährlich. „In einem international hart umkämpften Markt können wir mit Investitionen in moderne Umwelttechnologien und unserem qualifizierten Personal unsere Position stärken.“ erklärten Häusle-Geschäftsführer Martin Bösch und Wieland Hofer kürzlich bei der Eröffnung. Der Geschäftszweig Cycoplast beschäftigt elf Mitarbeiter. Häusle hat in den letzten Jahren im Kunststoffrecyclingnach eigenen Angaben auch international so erfolgreich agiert, dass die Nachfrage bereits im vergangenen Jahr die Produktionskapazitäten überstiegen hatte. „Die neue Produktionsanlage kann die Entwicklung neuer, innovativer Produkte vorantreiben. Wir haben mit dieser Investition aber auch die Voraussetzung für weitere Expansionsschritte geschaffen.“, meint Häusle-Geschäftsführer Wieland Hofer. Das Areal der neuen Kunststoffproduktion hat eine Fläche von insgesamt 6.000 Quadratmetern; davon rund 2.000 Quadratmetern Produktionshalle, sowie eine Freilagerfläche mit etwa 4.000 Quadratmetern. Gleichzeitig wurde der Maschinenpark komplett erneuert. Die Betriebserweiterung 2009 umfasst neben der neuen Kunststoffrecycling-Anlage weitere Investitionen in den Standort Lustenau. So wurde die Einfahrt für den gewerblichen Schwerverkehr inklusive Wiegehaus neu errichtet, ein topmodernes Konzept für den Kleinanlieferbereich umgesetzt, sowie ein neues Absetzbecken für die Rücknahme von Kanalrückständen gebaut. Besserer Service für regionale Kleinanlieferer Im Zuge dieser Großinvestition wurden wesentliche Verbesserungen für Kleinanlieferer aus den umliegenden Gemeinden geschaffen. Die Zufahrt wurde nach der Brücke über den Lustenauer Kanal verbreitet, Einfahrt und Brückenwaage samt Disposition wurden erneuert. Ein eigener Bereich für Kleinanlieferer ermöglicht eine kontrollierte Übernahme der Abfälle. Der schwere Lkw-Verkehr wird getrennt über das Werksgelände geführt. Wieland Hofer: „Wir verbessern damit unseren Service für Kleinanlieferer, entlasten die umliegenden Gemeinden und erhöhen die Verkehrssicherheit. Eine optimale Infrastruktur bietet Gewerbe, Kommunen und Privaten in Vorarlberg die bestmögliche Betreuung.“ Ebenfalls wurde das Absetzbecken für Kanalrückstände neu errichtet. In einem mehrstufigen Schwimm-/Sinkverfahren werden die Feststoffe vom Spülwasser getrennt und der Klärschlamm setzt sich am Boden der einzelnen Becken ab. Diese verbleibenden Klärschlämme werden regelmäßig entnommen und in weiteren Aufbereitungsverfahren als wesentlicher Bestandteil zu Qualitätskomposten verarbeitet. Führender Entsorger im Bodenseeraum Zwei Jahre nach der Übernahme durch private Entsorger ziehen die beiden Geschäftsführer Wieland Hofer und Martin Bösch positive Bilanz: „Wir sind auf einem guten Weg, die Häusle Gruppe auch außerhalb Vorarlbergs als modernen Umweltdienstleister zu etablieren und damit unsere Vorreiterrolle zu stärken. Neben der Kunststoffrecycling-Anlage in Lustenau, ist auch unser neuer Schweizer Standort in Rheineck, das Betriebsgelände der ehemaligen Tonner Altstoff AG, entstanden.“ Die Häusle Schweiz AG konnte seit ihrer Gründung vor zwei Jahren ihre Stellung als führender Entsorger in der Ostschweiz weiter festigen. Der deutsche Markt wird durch die Häusle Deutschland GmbH in Augsburg bearbeitet, die vor einem Jahr gegründet wurde. „Wir werden unsere Position außerhalb Vorarlbergs weiter ausbauen und kommen somit unserem Ziel näher, zum führenden Entsorger für den gesamten Bodenseeraum zu werden“, sind die Geschäftsführer Bösch und Hofer überzeugt. Die Konzernstruktur wurde im Zuge eines Umstrukturierungsprozesses vereinfacht. Hohe Wiederverwertung durch moderne Technologien Mit Hilfe von modernen Technologien lassen sich heute aus vielen Reststoffen wieder neue Produkte herstellen. Voraussetzung dafür ist beispielsweise eine sortenreine Trennung von Kunststoffen, wie sie die 2008 neu installierte Sortieranlage schafft. Sie trennt die Kunststoffe aus den privaten Haushalten Vorarlbergs, die im Gelben Sack oder in der Gelben Tonne gesammelt werden – insgesamt etwa 9.000 Tonnen pro Jahr. Das entspricht zirka 60 Kilogramm pro Haushalt und Jahr. Weitere 2.000 Tonnen stammen aus der Haushaltssammlung umliegender Regionen. 3000 Tonnen kommen aus Industrie und Gewerbe. Dort fallen vor allem Folien und Kunststoffgebinde wie Kanister, Eimer oder Flaschen an. Neun verschiedene Kunststoffarten werden in dieser High-Tech-Sortieranlage mit einer Reinheit zwischen 95 und 98 Prozent wiedergewonnen, teilweise sogar noch nach Farben weiter unterteilt. Mit Hilfe von Nah-Infrarot- und Farberkennung können Stoffe wie Polyethylen, Polypropylen, Polystyrol getrennt werden. Nach dem Sortierprozess bleiben vom gesamten Material 55 Prozent sortenreine Kunststoffe übrig - wie etwa PET-Flaschen oder Joghurtbecher. Diese sortenreinen Kunststoffe werden im Anschluss an die Kunststoff verarbeitende Industrie weitergeleitet. Die restlichen 45 Prozent sind Mischkunststoffe, die vor einigen Jahren noch nicht bearbeitet werden konnten und damals entweder auf der Deponie gelandet sind oder thermisch beseitigt wurden. Die neue Kunststoffrecycling-Anlage von Häusle ist nun im Stande, diese Mischkunststoffe zu Produkten zu verwerten. So können heute aus den 45 Prozent sortenunreinen Kunststoffen über die Hälfte für neue Zwecke eingesetzt werden, während der Rest Fehlwürfen wie Restmüll, Papier oder Holz zuzuschreiben ist. „Die extrem hohe stoffliche Wiederverwertung ist ein Kern der Häusle-Philosophie“, betont Geschäftsführer Martin Bösch. Vielseitige Produktpalette Das Thema Recycling von Kunststoffen wird immer bedeutender. Aus gebrauchten Kunststoffen lassen sich leichte, vielseitige und extrem haltbare Baumaterialen herstellen. Cycoplast produziert etwa Universalrinnen, Dachpfannen, Rasengitter und Austromodule, welche besonders im Reitplatzbau Verwendung finden. Die Cycoplast-Produkte zeichnen sich besonders durch eine enorm hohe Bruchlast aus. Außerdem sind sie äußerst witterungsbeständig und resistent gegen Temperaturschwankungen. Oliver Huber, Vertriebsleiter für Cycoplast, erklärt den Unterschied: „Da wir Material aus dem Gelben Sack verwenden, erhalten wir einen ganz speziellen Materialmix, der im Gegensatz zu sortenreinem Kunststoff zahlreiche Vorteile aufweist. Deshalb verfügen alle Cycoplast-Produkte über eine sehr hohe und generationsübergreifende Lebensdauer.“ Häusle bietet zum Beispiel eine 30-jährige Garantie (inklusive Hagel-, Frost- und Schneelastgarantie) bei Dachpfannen. Weitere Informationen: www.haeusle.at |
Häusle GmbH, Lustenau, Österreich
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