| 17.02.2026, 10:54 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF ist das Verbundprojekt „Fluorbest“ gestartet. Ziel des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Vorhabens ist die Entwicklung einer methodischen Bewertungsgrundlage zur Substitution von Fluorpolymeren in technischen Anwendungen. Das Projekt läuft bis Januar 2028. Dem Konsortium gehören neben dem Fraunhofer LBF die Fraunhofer-Institute für Werkstoffmechanik IWM, für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung IFAM sowie für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM an. Beteiligt ist zudem die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Ein Beirat aus Industrie, Wissenschaft und Verbänden begleitet das Projekt. Hintergrund sind geplante regulatorische Maßnahmen im Bereich fluorhaltiger Stoffe sowie der Bedarf an belastbaren Entscheidungsgrundlagen für industrielle Anwendungen. „Fluorbest“ verfolgt das Ziel, technische und (öko)toxikologische Aspekte in einer integrierten Bewertungsmethodik zusammenzuführen. Diese soll eine nachvollziehbare und systematische Einschätzung ermöglichen, ob und unter welchen Bedingungen Fluorpolymere in ausgewählten Anwendungen substituiert werden können. Kern des Projekts ist der Aufbau einer semantisch strukturierten Datenbasis, die KI-gestützte Analysen ermöglicht. Die Dateninfrastruktur wird an die BMFTR-Förderinitiative „MaterialDigital“ angebunden, um eine standardisierte Digitalisierung und Vernetzung von Materialdaten sicherzustellen. Auf dieser Grundlage sollen Substitutionspotenziale systematisch identifiziert und bewertet werden. In einer ersten Projektphase werden sektorenübergreifend Anforderungen an Fluorpolymere sowie deren zentrale Materialeigenschaften erfasst. Im weiteren Verlauf konzentriert sich die methodische Ausarbeitung exemplarisch auf den Sektor „Sealings“, der im Rahmen des Beschränkungsvorschlags der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) besondere Relevanz besitzt. Ziel ist die Entwicklung einer belastbaren Bewertungsmethodik für ausgewählte technische Anwendungen sowie der Aufbau eines nutzerorientierten Datenportals. Berücksichtigt werden sowohl kommerziell verfügbare Alternativen als auch der aktuelle Stand von Technik und Wissenschaft. Das Projekt setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen. Gemeinsam werden spezifische Anforderungsprofile definiert und Anwendungsszenarien entwickelt, um die Praxistauglichkeit der Methodik sicherzustellen. Unternehmen aus den Bereichen Dichtungsherstellung, Maschinenbau, Anwendungstechnik und Rohstofflieferung sind eingeladen, sich aktiv einzubringen. Ein Workshop am 24. März 2026 dient der Ermittlung, Konkretisierung und Systematisierung von Anforderungen und Bewertungskriterien für mögliche Substitute von Fluorpolymeren am Beispiel von Anwendungen im Sektor „Sealings“. Die Veranstaltung richtet sich an Hersteller von Dichtungen, Maschinenbauer, Anwender und Rohstofflieferanten. Weitere Informationen: www.fluorbest.de, www.lbf.fraunhofer.de |
Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, Darmstadt
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