| 21.04.2006 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Einführung Die chemische Industrie Kroatiens bietet in einzelnen Segmenten gute Geschäftschancen. Insgesamt verzeichnete die Branche 2005 jedoch einen Produktionsrückgang von 1,9%, und auch ihre Produktivität nahm mit -0,5% leicht ab. Gute Perspektiven zeichnen sich insbesondere bei Kunststoffen und Pharmazeutika aber auch bei Bauchemikalien sowie Farben und Lacken ab. Deutschland hatte 2005 einen Lieferanteil bei chemischen Erzeugnissen von 19,1% und ist gut in den dynamischen Segmenten positioniert. Marktentwicklung/-bedarf Die kroatischen Abnehmerbranchen der chemischen Industrie entwickeln sich sehr unterschiedlich. Einen Aufschwung verzeichnet die kunststoffverarbeitende Industrie. Diese konnte ihre Produktion 2005 - inkl. der Gummiverarbeitung - um 14,2% erhöhen. Die Kroatische Wirtschaftskammer HGK (Hrvatska Gospodarska Komora) hält ein ähnliches Wachstum auch in den kommenden Jahren für möglich, da die Branche ihr Produktionsniveau zu jugoslawischen Zeiten bisher noch nicht wieder erreicht hat. Chemieerzeugnisse aus Deutschland sind, wie die Außenhandelsstatistik belegt, gut im Markt positioniert. Darüber hinaus sind deutsche Baumärkte und Drogerien erfolgreich im Einzelhandel vertreten. Auch für den Maschinen- und Anlagenbau eröffnen sich Absatzmöglichkeiten, v.a. in der expandierenden Kunststoffverarbeitung. Hier hatte Technik "made in Germany" 2005 einen Importanteil von 53% (inkl. Gummiverarbeitung). Die kroatische Industrie ist besonders an deutschen Gebrauchtmaschinen interessiert. Allerdings zeichnet sich auch ein Trend hin zum Kauf neuer Maschinen aus Asien ab. Produktion/Branchenstruktur Die chemische Industrie ist Kroatiens zweitwichtigster Wirtschaftszweig, nach der Nahrungsmittel- und Getränkeherstellung. Im Jahr 2005 betrug ihr Anteil an der Gesamtproduktion 8,1%; dazu kommen die Kunststoff- und Gummiverarbeitung (2,5%) sowie die Petrochemie (2,3%). Die Bruttolöhne in der Chemiebranche stiegen 2005 um 3,7% und lagen Ende des Jahres mit 7.901 K deutlich über dem Landesschnitt (6.409 K). Noch höhere Löhne erhielten die Angestellten in der Petrochemie (8.963 K; +11,2%); deutlich geringer fielen sie dagegen in der Kunststoff- und Gummiverarbeitung (4.843 K; +8,8%) aus. Dabei ging die Produktivität 2005 in der Petrochemie (-7,3%) und der Chemiebranche (-0,5%) zurück, während die Kunststoff- und Gummiverarbeitung ein starkes Plus (+17,7%) verzeichnete. Außenhandel Im Jahr 2005 zogen die kroatischen Importe von Chemieerzeugnissen um 9,7% auf 12,3 Mrd. K an und die Exporte wuchsen um 14,8% auf 5,2 Mrd. K. Deutschland hatte einen Lieferanteil von 19,1% und war besonders stark bei Kunststoffen in Primär- und anderen Formen (Anteil an den Gesamtimporten: 28,0 bzw. 29,3%) sowie bei Farbmitteln, Gerbstoffen und Farben (22,4%) positioniert. Wichtigste kroatische Ausfuhrposition waren medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse mit 1.639 Mio. K (+9,7%), gefolgt von Kunststoffen in Primärform (1.322 Mio. K; +26,2%) und Düngemitteln (861 Mio. K; +7,4%). Weiterführende Informationen |
bfai Bundesagentur für Außenwirtschaft, Köln
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