| 30.10.2018, 06:06 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die russische Investmentgruppe TAIF plant in der Teilrepublik Tatarstan die Errichtung eines Werks für biologisch abbaubare Kunststoffe auf der Basis von Polyhydroxyalkanoaten (PHA). Laut Pressemitteilung von TAIF wird das italienische Biokunststoffunternehmen Bio-on die erforderlichen Technologien bereitstellen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde kürzlich im Rahmen eines Russland-Besuchs des italienischen Premiers Giuseppe Conte unterzeichnet. Bio-on lizenziert demnach für das Projekt das Verfahren zur Produktion von PHA-Kunststoffen und liefert Bioreaktoren für die Gewinnung von PHA. In einer Aussendung beziffern die Italiener das Volumen der Vereinbarung mit TAIF auf insgesamt 17,6 Mio. Euro, wovon 5,6 Mio. Euro auf die Verfahrenslizenz und 12 Mio. Euro auf die Lieferung der Bioreaktoren entfallen. Insgesamt will TAIF rund 90 Mio. Euro in das Projekt investieren. Geplant sind zunächst Kapazitäten für 10.000 Tonnen PHA-Kunststoffe im Jahr, später ist eine Aufstockung auf bis zu 20.000 Jahrestonnen vorgesehen. Angaben zum genauen Standort der Anlagen in Tatarstan liegen nicht vor, mit der Inbetriebnahme wird allerdings bereits 2020 gerechnet. Polyhydroxyalkanoate werden aus verschiedenen pflanzlichen Rohstoffen gewonnen. TAIF will vor allem Abfälle aus der Verarbeitung von Zuckerrüben verwenden. Anwendungsbereiche für PHA-Kunststoffe sind u.a. die Produktion von Verpackungsmitteln insbesondere für Lebensmittel, die Kosmetikindustrie, die Herstellung von Implantaten und anderen medizinischen Materialien sowie die organische Elektronik. Bio-on hat ihren Sitz in San Giorgio di Piano bei Bologna und ist an der Börse Mailand gelistet. Das Unternehmen entwickelt Biokunststoffe für industrielle Anwendungen. Dabei wurden die entsprechenden Verfahren zunächst vor allem über Lizenzen an andere Unternehmen vermarktet und diese bei der Planung und beim Aufbau entsprechender Anlagen begleitet. Im Juni dieses Jahres nahm Bio-on jedoch ihren ersten größeren eigenen Produktionsbetrieb in Betrieb. Für das Geschäftsjahr 2017 berichtet Bio-on ein EBITDA von 6,6 Mio. Euro und einen Nettogewinn von 5,2 Mio. Euro aus Umsätzen in Höhe von 10,7 Mio. Euro. Die Investmentgruppe TAIF kontrolliert u.a. die Chemieunternehmen NizhnekamskNefteKhim (NKNKh) und KazanOrgSintez (KOS) in der russischen Teilrepublik Tatarstan. Weitere Informationen: www.taif.ru, www.bio-on.it Quelle: www.nov-ost.de |
TAIF, Russland
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