| 14.06.2012, 15:59 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten |
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Bio-Kunststoffe sind inzwischen längst nicht mehr nur Thema für die PR-Abteilungen von Rohstoffherstellern sondern beschäftigen die K-Verarbeiter derzeit wie kaum eine andere neue Werkstoffgruppe. Wer den Trend zu diesen Materialien nutzen will, muss aber genau hinsehen, denn als „bio“ werden sehr verschiedene Werkstoffe bezeichnet. Aber ganz gleich ob biologisch abbaubar, aus nachwachsenden Rohstoffen oder beides – den Bio-Kunststoffen wird weiteres, starkes Wachstum vorausgesagt. Der 16. Engelskirchener Kunststoff-Technologie-Tag (EKTT), welcher am 22. Juni 2012 im oberbergischen Lindlar (bei Köln) stattfindet, hat daher als eines von zwei Leithemen „Bio(basierte) Polymere bzw. Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen“. Die Veranstaltung will informieren, welche Bio-Kunststoffe für welche Produkte ökonomisch und ökologisch sinnvoll einsetzbar sind: Ob biologisch abbaubar oder nicht, aus nachwachsenden oder petrochemischen Rohstoffen, mit Additiven abbaubar gemacht oder mit Holz- und Naturfasern verstärkt – alles irgendwie „bio“. Die produktspezifischen Anforderungen, z.B. an Tragetaschen oder Automobilteile, können aber unterschiedlicher nicht sein. Übersicht über ein vielschichtiges Wachstumsfeld vermitteln In einem sind sich die Experten aber einig: Bio-Kunststoffe sind ein Wachstumsmarkt. ![]() Prof. Hans-Josef Endres, IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe - (Bild: FH Hannover). Der diesjährige Technologietag der Barlog Gruppe will dazu eine fachlich kompetente Übersicht geben. Als Referent für den Forumsvortrag wurde dafür u.a. Prof. Hans-Josef Endres vom IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der Hochschule Hannover gewonnen, der bereits seit über zehn jahren intensiv auf diesem Gebiet forscht. Bio-Kunststoffe und Anwendungs-Expertise auch bei der Barlog Gruppe Auch Barlog plastics selbst bietet heute bereits Bio-Kunststoffe an. Einige davon erwachsen gerade aus dem F&E Status. Andere werden bereits in verschiedenen Anwendungsfeldern eingesetzt. Zwei Beispiele: Die GreenLine-Polymere von Ems-Grivory: GreenLine ist der Oberbegriff für eine neue Reihe von biobasierenden Polyamid-Spezialitäten von Ems. Diese Produkte basieren z.T. vollständig auf Derivaten von Rizinusöl, einer voll erneuerbaren Ressource, extrahiert aus den Samen des Wunderbaums, einer Pflanze, die nicht in Konkurrenz zum Anbau von Lebensmitteln steht. Diese Werkstoffe ergänzen die Produktfamilien Grilamid und Grivory und weisen sehr unterschiedliche Eigenschaften auf. Für alle GreenLiner gilt jedoch, dass es sich um sich Hochleistungsprodukte handelt, die trotz biobasierender Grund-Bausteine eine echte Alternative zu den erdölbasierten, bekannten Formmassen darstellen. Der Bio-Anteil reicht von 16% bei einem Grivory HT3 Hochleistungs-Polyamid für die Elektroindustrie, bis hin zu 99% bei PA10.10 – dessen Eigenschaften dem PA12 sehr ähnlich sind. Biopolyamide können auf dieselbe Art modifiziert werden, wie die herkömmlichen, rein petrochemisch gewonnenen PA- und PPA-Typen. Im Vordergrund steht insbesondere bei den PPA-Varianten die Verstärkung mit Glasfasern, um die Werkstoffe fit für Einsätze bei außergewöhnlich hohen technischen Anforderungen zu machen. Für die E&E-Industrie gehören zusätzlich Flammschutzadditive zum Ausrüstungspaket. Ein weiterer Bio-Werkstoff ist das PLA-Compound Kebacomp FE 120204 von Barlog plastics. PLA, das aus Milchsäure hergestellte Polylacticacid ist das wohl bekannteste biobasierte und zugleich biologisch abbaubare Polymer. Das Vorprodukt Milchsäure wird aus zuckerhaltigen Nährstoffen gewonnen, z.B. aus Maisstärke. Die Produktionskapazitäten für PLA als Grundstoff für Compounds und Polymer-Blends werden derzeit weltweit stark ausgebaut. Ohne Additive ist Polylacticacid (PLA) aber nur eingeschränkt geeignet. Deshalb wird derzeit an zahlreichen Compoundentwicklungen gearbeitet. PLA bietet generell sowohl eine gute Geruchs- und Sauerstoffbarriere, hohe Beständigkeit gegen Fett, Wasser und Alkohol, hohe Wasserdampf-Durchlässigkeit, lebensmittelrechtliche Zulassungen und Kompostierbarkeit. Als Polyester ist PLA hydrolyseanfällig und muss deshalb vor der Verarbeitung sehr gut vorgetrocknet werden. Die geringe Wärmeformbeständigkeit (max. 80°C) beschränkt den Einsatz dieser Typenreihe. Sie kann aber durch verschiedene Füllstoffe und Stabilisatoren, wie z. B. im Typ FE 120204, verbessert werden. Anwendungsfelder sind bisher Verpackungen für Lebensmittel und Kosmetika, Cateringgeschirr und –Besteck, Gehäuseteile, Hobby-, Sport- und Freizeitartikel. Leichtbau und Metallersatz als weiteres Leitthema Natürlich wird auch das Thema Metallersatz als wichtiges Stichwort für den Leichtbau beim 16. EKTT nicht zu kurz kommen. Dabei wird auch bereits zum siebten Mal der Preis in dem Praxis-Wettbewerb für herausragend umgesetzte Metallersatz-Anwendungen, der Metallersatz-Award, verliehen. Mehr Informationen zu diesem Thementeil der Veranstaltung: siehe plasticker-News vom 13.4.2012. Die insgesamt 17 Vorträge finden z.T. simultan statt; die Referenten stehen den ganzen Tag zur Verfügung, um im Gespräch mit Interessenten die vorgetragenen Themen zu vertiefen. 45 Firmen gestalten eine begleitende Fachausstellung und freuen sich auf den fachlichen Austausch mit Gästen und Branchenkollegen. Der Veranstalter erwartet wieder eine voll ausgebuchte Veranstaltung mit ca. 300 Teilnehmern. Rechtzeitige Anmeldung wird daher empfohlen. Veranstaltungsort ist die LANG ACADEMY, Schlosserstr. 6 in Lindlar bei Engelskirchen im Oberbergischen Kreis. Der Eintritt beträgt inklusive Ausstellung, Imbiss, Getränken und Tagungsunterlagen mit CD 75,-€ zzgl. MwSt. Programmheft, Ausstellerliste und Anmeldung stehen hier zum herunterladen. Anmeldungen sind auch formlos per E-Mail möglich: seminar@barlogplastics.com Weitere Informationen: www.barlog.de, www.emsgrivory.com |
BARLOG plastics GmbH + BaHsys GmbH & Co. KG, Overath
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