| 10.10.2019, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Auf der 2019 stellt der Münchner Chemiekonzern Wacker seine Produktreihe Elastosil LR 5040 vor. Ohne thermische Nachbehandlung sollen die Vulkanisate dieser Flüssigsiliconkautschuke sehr gute mechanische Eigenschaften haben und die strengen regulatorischen Vorschriften erfüllen, die bei Säuglings- und Kleinkindartikeln sowie bei sensitiven Anwendungen im Lebensmittel- oder Medizintechnikbereich gelten. Siliconverarbeiter können daher auf das Tempern der aus Elastosil LR 5040 gefertigten Artikel verzichten. Außerdem will Wacker sein gesamtes Flüssigsiliconkautschuk-Portfolio ins Rampenlicht rücken. Das Unternehmen habe hier den Gehalt flüchtiger Stoffe stark verringert, woraus sich diverse Vorteile ergeben. Die Produktreihe Elastosil LR 5040 wurde bereits auf der K 2016 angekündigt. Dass der Flüssigsiliconkautschuk auf der diesjährigen K erneut im Mittelpunkt steht, liege daran, dass Wacker die Entwicklung und den Kapazitätsausbau für die Produktion inzwischen vollständig abgeschlossen hat und nun sämtliche Typen der Reihe einer breiten Kundenbasis anbietet. Elastosil LR 5040 vernetzt zu transluzenten Elastomeren, deren Flüchtigengehalt ohne thermische Nachbehandlung üblicherweise im Bereich 0,2 bis 0,3 Gewichtsprozent liege. Das Produkt unterschreite damit bereits im ungetemperten Zustand deutlich den Grenzwert von 0,5 Gewichtsprozent, der für Siliconartikel in Lebensmittel- und Babycare-Anwendungen gilt. Viele Flüssigsiliconkautschuke werden am Ende der formgebenden Verarbeitung thermisch nachbehandelt (getempert) um die mechanischen Eigenschaften des Formartikels zu verbessern. Verarbeiter von Elastosil LR 5040 sollen auf diesen Schritt verzichten können, da die Vulkanisate bereits ungetempert einen hohen Weiterreißwiderstand besitzen sollen. Dieser liege in der Größenordnung hochkerbfester Standardmaterialien nach dem Tempern. Dadurch sollen Siliconformteile aus Elastosil LR 5040 Belastungen verkraften, wie sie beispielsweise beim Gebrauch von Trink- und Beruhigungssaugern auftreten können. Wegen ihrer hohen Reinheit sind Vulkanisate aus Elastosil LR 5040 laut Wacker für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet und können gemäß den Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) verwendet werden. Auch sind sie den Angaben zufolge biokompatibel gemäß den Vorgaben ausgewählter Tests nach DIN ISO 10993 und der United States Pharmacopeia Class VI. Für medizintechnische Anwendungen sei außerdem der besonders niedrige Gehalt migrierfähiger und extrahierbarer Bestandteile von Elastosil LR 5040-Vulkanisaten von Bedeutung. Die Produktreihe deckt den Härtebereich 30 bis 70 Shore A ab, wobei die tatsächliche Härte im ungetemperten Zustand um höchstens drei Indexpunkte vom vorgegebenen Wert abweiche. Elastosil LR 5040 lasse sich problemlos im Spritzgussverfahren verarbeiten. Weil die Formteile anschließend nicht mehr getempert werden müssen, könne sich der Herstellprozess deutlich verschlanken und hochgradig automatisieren lassen. Typische Anwendungsbeispiele sind Beruhigungs- und Trinksauger, Babyflaschen, Dosierventile, Dichtungen für Küchen-, Kaffeemaschinen und Lebensmittel-behälter sowie gummielastische Artikel für den Medizintechnikbereich. Low Volatile-LSR-Portfolio Seit Anfang 2019 liefert Wacker Flüssigsiliconkautschuke (Liquid Silicone Rubber, LSR) aus, die einen signifikant verringerten Gehalt an flüchtigen Bestandteilen (englisch: Low Volatile) aufweisen sollen. Konkret gelte das für die Produktgruppen Elastosil LR 3xxx, Elastosil LR 6xxx und Silpuran 6xxx, die in Europa hergestellt wurden. Dank modernster Verfahrenstechnologien sei es Wacker gelungen, den Gehalt an flüchtigen Dx-Siloxanen in Flüssigsiliconkautschuken um mindestens 90 Prozent zu senken. Mit dem auf diese Weise aufgewerteten LSR-Portfolio sollen Siliconverarbeiter regulatorische Vorschriften sowie Industrie- und Kundenanforderungen nun einfacher und sicherer erfüllen können als bisher. Für manche Anwendungen sollen sich auch die Temperzeiten verkürzen lassen, woraus sich Energie- und Kosteneinsparungsmöglichkeiten ergeben können. In einigen Fällen sie es sogar möglich ganz auf das Tempern zu verzichten. Ölausschwitzende LSR-Produkte der Reihe Elastosil LR 384x (x entspricht dem Ölgehalt in Prozent) erfüllen laut Wacker im ungetemperten Zustand die sogenannte "Toyota-Norm" in puncto Flüchtigengehalt. Das Upgrade wirke sich in keiner Weise auf die mechanischen, physikalischen und chemischen Eigenschaften des Elastomers aus. Produktfreigaben und Zertifikate sollen somit ihre volle Gültigkeit behalten. Untersuchungen von Wacker hätten gezeigt, dass sich auch das Spritzgieß- und Entformverhalten nicht ändere. K 2019, 16.-23.10.2019, Düsseldorf, Halle 6, Stand A10 Weitere Informationen: www.wacker.com |
Wacker Chemie AG, München
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