| 29.04.2013, 06:04 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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China setzt verstärkt auf Qualität bei seinen Wertstoffimporten. Das hat zur Folge, dass chinesische Inspektoren neuerdings intensive Kontrollen in den Häfen durchführen. Davon betroffen sind insbesondere Mischkunststoffballen. Ein spezielles Inspektoren-Team kontrolliert im Rahmen der „Operation Green Fence“ nahezu jeden Behälter, wie Marktteilnehmer berichten. Die intensiveren und strengeren Kontrollen führen dazu, dass immer häufiger Containerladungen zurückgewiesen werden und auch, dass sich die Verladezeiten verlängern, was mit deutlich höheren Kosten verbunden ist. Schon jetzt wird beobachtet, dass sich chinesische Einkäufer als Reaktion auf diese Maßnahmen zunehmend von Ballenware abwenden. Damit einhergehend werden ausdrücklich hohe Qualitäten der Ballenware, gewaschene Altkunststoffe und sogar Recyclate von Seiten Chinas nachgefragt. Insgesamt sind die Exportmengen von Deutschland nach China jedoch stark zurückgegangen. Die Arbeitsgruppe „Mischkunststoffe“ im bvse-Fachverband Kunststoffrecycling begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich. Das macht der AG-Vorsitzende Andreas Stolzenberg in einer Stellungnahme deutlich. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die von der bvse-AG Mischkunststoffe erst kürzlich angestoßene Qualitätsdiskussion bei den LVP-Sortierfraktionen. „Für die bvse-Kunststoffrecycler steht Qualität an allererster Stelle. Auch und gerade im Input werden die Voraussetzungen für ökonomisch und ökologisch sinnvolles Recycling geschaffen. Deshalb ist es nur folgerichtig, wenn die chinesische Regierung den Import von verschmutzten und zum Teil völlig undefinierbaren Kunststoffmischungen rigoros untersagt“, betont Stolzenberg. Klar ist aber auch, dass die vorhandenen Anlagenkapazitäten in Deutschland derzeit voll ausgelastet sind. Die mittelständischen Kunststoffverwerter im bvse sind zwar davon überzeugt, dass ein Großteil der bisher in den Export gelangten Mengen in Deutschland und Europa recycelt werden könne, jedoch müssten Weichen für die Zukunft neu gestellt werden. Es sei nicht davon auszugehen, dass China seine Qualitätsansprüche wieder zurückschraube. Von daher gelte es den Investitionsstau der letzten Jahres zügig aufzulösen, um die Mengen dauerhaft aufnehmen und verarbeiten zu können. Insofern stelle sich für die Branche die Aufgabe, die Anlagenkapazitäten deutlich auszubauen. Dafür müssten jedoch die Rahmenbedingungen entsprechend ausgestaltet werden. Nach Auffassung des bvse komme es nun darauf an, dass Mischkunststoffe grundsätzlich klare Spezifikationen einhalten müssten. Nur so könne sichergestellt werden, dass keine bedenklichen Bestandteile in den Recyclingprozess gelangen. Weitere Informationen: www.bvse.de |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
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