| 12.07.2002 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
|
|
Ein „neues Denken“ in der Kunststoffrecycling-Branche forderte der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Kunststoff-Recycling mbH (DKR, www.dkr.de) Dr. Volker Gibs von den Teilnehmern des 7. DKR-Kongresses (26.-28. Juni 2002) in Bad Neuenahr. „Wir müssen den Fokus unseres Handelns vom Entsorgungsgedanken zur Vermarktung hochwertiger Produkte verschieben. So kann es uns gelingen, bestehende Marktbarrieren und Vorbehalte gegenüber dem Einsatz von Rezyklaten weiter abzubauen“, sagte Gibs auf dem Branchentreffen, das in diesem Jahr mit über 200 internationalen Teilnehmern unter dem Motto „Kunststoffrecycling im Aufbruch – Perspektiven in Europa“ stattfand.
Der Vorstandsvorsitzende der Duales System Deutschland AG, Wolfram Brück, kündigte an, dass durch die Neugestaltung der Entsorgungsverträge ab 2004 zusätzliche Mengen für das Kunststoffrecycling erschlossen werden könnten. Bei der Ausschreibung wird die zu erzielende Qualität in der Sortierung eine zentrale Rolle spielen. „Wir sind zur Neuausschreibung der Verträge auf Basis der momentanen Faktenlage verpflichtet, obwohl mit dem drohenden Pflichtpfand auf bestimmte Getränkeverpackungen politische Unsicherheiten für die Branche verbunden sind.“ Das Pflichtpfand lehnte Brück erneut als ökologisch und ökonomisch unsinnig ab. Dr. Peter Orth, Geschäftsführer der Beteiligungs- und Kunststoffverwertungsgesellschaft mbH (BKV), forderte in seinem Vortrag einen „Paradigmenwechsel in der Abfallpolitik“: „Kunststoffabfälle sind Rohstoffe, für die alle Verwertungsoptionen genutzt werden können. Quotenvorgaben, die bestimmte Verwertungswege bevorzugen, sind deshalb nicht sinnvoll“, so Orth. Zwar müsse ein Verwertungsziel von der Politik vorgegeben werden. Über den Weg, um dieses Ziel zu erreichen, müsse allerdings der Markt entscheiden. Kostensenkungen seien einerseits durch Innovationen und andererseits durch offenen Wettbewerb der drei Wege einer energetischen, werkstofflichen und rohstofflichen Verwertung zu realisieren. Für die Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission stellte Alain Deckers fest, dass nach den Ergebnissen einer von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Studie eine Verwertungsquote von 28 bis 38 Prozent für Kunststoffverpackungen europaweit sinnvoll sei. Die Kommission bleibe in ihrem Vorschlag zur Novellierung der EU-Verpackungsrichtlinie allerdings mit 20 Prozent bis 2008 darunter, da höhere Quoten für verschiedene Länder unrealistisch seien. Inzwischen haben die EU-Umweltminister den Vorschlag der Kommission um 2,5 Prozentpunkte nach oben korrigiert, so dass nun 22,5 Prozent der Kunststoffverpackungen bis 2008 verwertet werden sollen. Irland, Portugal und Griechenland haben vier Jahre länger Zeit, diese Vorgaben zu erfüllen. Im Rahmen des Kongresses stellten vier Vertreter aus Frankreich, Großbritannien, Italien und Norwegen die verschiedenen Verwertungssysteme ihrer Länder vor. Sie forderten einen intensiven internationalen Dialog, um von diesem verstärkten Erfahrungsaustausch bei der Optimierung der jeweiligen nationalen Systeme profitieren zu können. |
Deutsche Gesellschaft für Kunststoff-Recycling mbH, Köln
» insgesamt 58 News über "DKR" im News-Archiv gefunden
Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
| » zurück zum Seitenanfang |
Top-Meldungen der letzten Tage
Feddersen Group: Neue Compounds, KI-gestützte Entwicklung und Lieferkettenkonzepte
Hanser: Verkauf der Fachzeitschrift „Kunststoffe“ an Vogel
Haitian: Spritzgießtechnik, Automation und europäische Fertigung im Fokus
Feller Engineering: Neue Heißkanalregler für bis zu 480 Regelzonen
Engel: Neuer Fertigungsstandort in Serbien erweitert europäisches Produktionsnetzwerk
Alpla: Zwei neue Werke in İzmir und Adana erweitern Produktionskapazitäten in der Türkei
Meist gelesen, 10 Tage
Engel: Neuer Fertigungsstandort in Serbien erweitert europäisches Produktionsnetzwerk
Mocom: Dirk Sadowski übernimmt CEO-Position
Alpla: Zwei neue Werke in İzmir und Adana erweitern Produktionskapazitäten in der Türkei
Kirkbi: Lego-Mutter mit deutlichem Ausbau der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft
Schütz: Neues IBC-Werk am BASF-Standort Ludwigshafen soll 2027 in Betrieb gehen
HA-WI Kunststoffe: Erweiterung des Maschinenparks um drei Spritzgießmaschinen
Haitian: Spritzgießtechnik, Automation und europäische Fertigung im Fokus
Meist gelesen, 30 Tage
Billion: Strategische Partnerschaft mit Engel – Fokus künftig auf Service statt Neumaschinengeschäft
Dreher: Amis übernimmt insolventen Schneidmühlenhersteller
Krallmann: Übernahme der insolventen KLT Hummel Plastic
Schütz: Mehrheitsbeteiligung an Repack erweitert Rekonditionierungsnetzwerk in Italien
Aumovio: Geschäft für Scheibenwaschanlagen und Reinigungssysteme geht an Certina
Borouge: Roland Janssen übernimmt Leitung von Vertrieb und Marketing
Meist gelesen, 90 Tage
Karl Hess GmbH & Co. KG: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
VBI Plastic: Vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet
Erema: Gruppe bleibt trotz deutlichem Umsatzrückgang profitabel
Arburg: Übernahme der Stork Plastics Machinery B.V.
Hess plastics: Neuaufstellung im Insolvenzverfahren - Strukturierter Investorenprozess eingeleitet
Covestro: Strategic investment program to expand global MDI capacity
Dann veräußern Sie diese kostenlos
in der Rohstoffbörse.
| IKT: Lehrbuch „Kunststofftechnik – Einführung und Grundlagen“ in neuer Auflage
|