| 22.09.2015, 06:02 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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![]() Ein kleines Zeichen macht den technologischen Fortschritt sichtbar: Motorlager aus Kautschuk aus der Löwenzahn-Wurzel. Alternativer Rohstoff verkürzt Lieferwege Warum betreibt ContiTech diesen Forschungsaufwand, wenn das Produkt am Ende gleich bleibt? Traditioneller Naturkautschuk wird bislang ausschließlich in Gummibaumplantagen in den Regenwaldgebieten dieser Erde gewonnen – dem sogenannten Kautschukgürtel. Die Transportwege sind lang, aber zurzeit noch alternativlos. Das würde sich ändern, wenn Naturkautschuk mit mindestens gleichen Leistungseigenschaften künftig auch aus der Löwenzahn-Wurzel gewonnen werden könnte. "Wir sehen große Vorteile für die Umwelt und mehr Unabhängigkeit von traditionellen Rohstoffen mit ihren teilweise stark schwankenden Marktpreisen", sagt Dr. Anna Misiun. "Löwenzahn wächst auf den marginalen Böden und auch in Regionen mit moderaten Klimaten. Transporte aus tropischen Ländern würden damit entfallen und die CO2-Bilanz des Rohstoffs verbessern." Zusätzlich steigt weltweit der Bedarf an Naturkautschuk. Auch hier könnte die umweltfreundliche Alternative aus Löwenzahn für eine Entspannung am Kautschukmarkt sorgen. Um Schwingungs- und Lagerungselemente in Fahrzeugen auf die unterschiedlichen Anwendungen anzupassen und die Teile gleichzeitig langlebig zu machen, setzt ContiTech bei Getriebe- und Motorlagern Naturkautschuk ein. Mit Hilfe von Motorlagern wird in Autos das Antriebsaggregat mit der Karosserie verbunden. Sie nehmen statische Lasten auf, isolieren den Körperschall, begrenzen die Bewegung des Motors und verhindern, dass er bei einem Unfall abreißt. Zusätzlich dämpfen sie Schwingungen und Stöße, die von der Fahrbahn ausgehen. "Die Anforderungen an Aggregatelager sind ganz andere als an Reifen. Wir müssen beispielsweise mit starken dynamischen Beanspruchungen bei hohen Temperaturen zurechtkommen. Darum haben wir bei unseren Entwicklungen einen anderen Fokus als die Reifenkollegen", sagt Dr. Misiun. "Gleichzeitig gibt es viele Ansätze, bei denen sich innerhalb des Continental-Konzerns Forschungssynergien ergeben." Im Reifenbereich von Continental hat sich Naturkautschuk aus Löwenzahn-Wurzeln bereits in Prototypen bewährt. "Durch die Nutzung von Löwenzahn als Kautschuklieferant kann die Herstellung von Reifen noch umweltverträglicher werden, ohne dass wir dabei auf unsere hohen Qualitätsstandards verzichten oder Performance-Einbußen in Kauf nehmen müssen", sagt Dr. Carla Recker, die bei Continental das vielversprechende Forschungs- und Entwicklungsprojekt zum Löwenzahnkautschuk leitet. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und angewandte Oekologie (IME), dem Julius Kühn-Institut und dem Züchtungsunternehmen Aeskulap wird jetzt nach Möglichkeiten gesucht, möglichst viel hochwertigen Kautschuk aus Löwenzahn zu gewinnen. Die Idee, die hinter dem Projekt steckt, ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden: Im Mai 2014 wurde das Gemeinschaftsprojekt ‚Rubin‘ mit dem begehrten GreenTec Award, Europas größtem Umwelt- und Wirtschaftspreis, in der Kategorie ‚Automobilität‘ prämiert. Und nur ein Jahr später, im Juni 2015, wurden die leitenden Wissenschaftler des Projekts mit dem renommierten Joseph-von-Fraunhofer-Preis ausgezeichnet. Ob Reifen oder Motorlager: Mit der Serienreife der Produkte wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren gerechnet. Weitere Informationen: www.continental-industry.com |
Continental Aktiengesellschaft, Hannover
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