| 06.01.2023, 10:12 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Der Industrieverband Papier- und Folienverpackung (IPV) hat einen neuen Vorstand. Die Nachfolge von Klaus Jahn als Vorstandssprecher hat Jens Vonderheid angetreten. Er ist Geschäftsführer der Hera Papierverarbeitung GmbH & Co. KG in Schotten. Als Schatzmeister wurde Thomas Walcha, Geschäftsführer von Heinrich Ludwig Verpackungsmittel GmbH in Siebenlehn, wiedergewählt. Er gehört dem Vorstand bereits seit einiger Zeit an. Die Zukunft des Verbandes wird zudem in den Händen von Carsten Gütt (Duni Group), Mike Hartung (Graf Verpackungen) sowie Harald Schäfer als Mitglieder des Vorstandes gelegt. Jens Vonderheid war lange in der Führungsebene bei Hera beschäftigt, bevor er 2018 alleiniger Eigentümer des Unternehmens wurde. „Für das Vertrauen bei der Wahl bedanke ich mich. Der insgesamt verjüngte Vorstand tritt in große Fußstapfen, bringt aber auch schon einiges an Erfahrung mit. Das hilft natürlich“, und ergänzt: „Natürlich würden wir uns gerne mehr mit technischen Innovationen und verbesserten Herstellungsverfahren auseinandersetzen. Leider sind wir aufgrund neuer oder überarbeiteter Regularien auf nationaler und europäischer Ebene, ständig dazu getrieben, auf ganz anderen Baustellen zu arbeiten. Dabei haben unsere Mitglieder genug Aufgaben in den eigenen Betrieben vor sich. Allen voran fehlt es an Fach- und Arbeitskräften und immer alarmierender sind die stetig sinkenden Zahlen an Auszubildenden.“ Große bürokratische und juristische Aufgaben Die bürokratischen und juristischen Aufgaben, die vor dem neuen Vorstand liegen, seien gewaltig. Aus diesem Grund investiert der IPV auch in die Geschäftsstelle in Frankfurt. Für 2023 gibt es Planungen das Team von Geschäftsführer Karsten Hunger entsprechend zu vergrößern. „Es werden vor allem bürokratische Aufgaben sein, die es in den nächsten Jahren zu lösen gilt, bspw. der Umgang mit der Novelle der EU-Verpackungsverordnung“, erklärt Karsten Hunger. Die Verordnung, bisher eine Richtlinie, werde voraussichtlich unter anderem erweiterte Mehrwegquoten, Mindestrecyclateinsatzquoten für Kunststoff sowie Vorgaben zum Design for Recycling beinhalten. Dies alles müsse in Einklang mit dem deutschen Verpackungsgesetz gebracht werden und soll vermutlich bis zur Europawahl 2024 verabschiedet sein. Das seien große Herausforderungen bei wenig verbleibender Zeit, welches die Sorge der Unternehmen vor ähnlichen handwerklichen Fehlern bei der Gesetzgebung wie bei der Einwegkunststoffrichtlinie (SUPD) aus dem Jahr 2021 nähre. Die EU-Verpackungsverordnung sei aber bei weitem nicht die einzige Baustelle: Der überarbeitete Mindeststandard für die Bemessung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen, die Veröffentlichung der Druckfarbenverordnung und der „ewige“ Kampf um die Mineralölverordnung beschäftigen den Verband und seine Mitglieder abseits des Tagesgeschäfts weiterhin stark. Dazu komme die Einführung des Littering-Fonds und die schwebenden Planungen einer Plastik- oder Verpackungssteuer. „Wenn wir uns immer nur mit Regulierungsvorgaben beschäftigen müssen, ist die Gefahr groß, dass zu wenig Zeit für echte operative und technische Aufgaben bleibt“, stellt Vonderheid abschließend warnend fest. Weitere Informationen: ipv-verpackung.de |
IPV Industrieverband Papier- und Folienverpackung e.V., Frankfurt am Main
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