| 21.09.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 5 Minuten |
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Bedeko Europe Sp. z o.o. Sp. k. mit Stammsitz in Jawczyce, Polen, stellt auf der Fakuma 2026 ein Additivprogramm für die Verarbeitung von Kunststoffrezyklaten vor. Das Unternehmen bietet daneben schwarze, weiße und farbige Masterbatches, Füllstoff-Masterbatches auf Basis von Calciumcarbonat sowie weitere Füllstoffe und klassische Modifikatoren an. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen Additive zur Einstellung von Schlagzähigkeit, Geruch, Materialverträglichkeit, Schmelzefluß und Restfeuchte bei Post-Consumer- und Post-Industrial-Rezyklaten.Die technische Ausrichtung gewinnt durch die europäische Verpackungsverordnung PPWR an Bedeutung. Die Verordnung (EU) 2025/40 gilt seit dem 12. August 2026. Für Kunststoffverpackungen sieht Artikel 7 ab 2030 beziehungsweise zu einem späteren, an die vorgesehenen Durchführungsakte geknüpften Zeitpunkt Mindestanteile an Post-Consumer-Rezyklat vor. Je nach Verpackungsart liegen diese bei 10, 30 oder 35 Prozent. Für Verarbeiter steigt damit der Bedarf an Verfahren, mit denen schwankende oder gegenüber Neuware reduzierte Materialeigenschaften von Rezyklaten gezielt angepasst werden können. Zur Erhöhung der Schlagzähigkeit bietet Bedeko die Produktreihe "RX" an. Hintergrund ist der Abbau von Polymerketten bei wiederholter Verarbeitung, der unter anderem das Molekulargewicht und häufig frühzeitig die Schlagzähigkeit reduziert. Nach Angaben des Unternehmens lässt sich die Schlagzähigkeit von PP- und PE-Rezyklaten mit den Additiven von etwa 6 kJ/m² auf rund 11 bis 12 kJ/m² erhöhen. Gleichzeitig sollen Elastizitätsmodul und mechanische Eigenschaften bei Temperaturen bis -40°C stabilisiert sowie innere Spannungen in dickwandigen Spritzgussteilen reduziert werden. Als Anwendungen nennt Bedeko unter anderem Transportkisten und Paletten, dickwandige starre Verpackungen, extrudierte Rohre und Haushaltsgeräte. Für geruchsbelastete Rezyklate ist der Geruchsneutralisator "Odosorb Pro 3" vorgesehen. Waschprozesse entfernen vor allem oberflächliche Verunreinigungen, während im Polymer gebundene flüchtige organische Verbindungen bei der erneuten Verarbeitung wieder freigesetzt werden können. Das Additiv soll Geruchsmoleküle chemisch binden und neutralisieren. Nach Unternehmensangaben wird es bei Verarbeitungstemperatur aktiviert und ist für Aldehyde, Ketone, Amine und Schwefelverbindungen ausgelegt. Die Dosierung liegt bei 0,5 bis 2 Gewichtsprozent; vorgesehen ist der Einsatz in PE, PP, PS, ABS und PA. Zielanwendungen sind unter anderem Haushaltsgeräte, Fahrzeuginnenräume und Konsumgüterverpackungen mit erhöhten sensorischen Anforderungen. Mit der Produktreihe "RC" adressiert Bedeko unverträgliche Polymergemische und verunreinigte Stoffströme. Unterschiedliche Polymerstrukturen und Molekulargewichte können mehrphasige Mischungen mit unzureichender Haftung an den Phasengrenzen verursachen. Die Kompatibilisatoren sollen diese Grenzflächen stabilisieren. Für gemischte Post-Consumer-Rezyklate aus Kombinationen wie PE/PP, PE/PA, PE/EVOH und PP/PET nennt das Unternehmen eine Steigerung der Charpy-Schlagzähigkeit von etwa 4 bis 6 kJ/m² auf rund 9 bis 14 kJ/m². Für ABS-, PC- und PS-Fraktionen aus Elektro- und Haushaltsgeräteabfällen sollen die Additive eine homogenere Compoundstruktur und reproduzierbarere rheologische Eigenschaften unterstützen. Das Konzept richtet sich auch an Stoffströme mit Resten von Talkum, Calciumcarbonat, Glasfasern, Pigmenten, Klebstoffen oder Etikettenmaterialien. Die Produktreihe "Visco" dient der Einstellung des Schmelzeflusses von PE- und PP-Rezyklaten. Ein schwankender Melt Flow Index kann den Einsatz höherer Rezyklatanteile begrenzen, wenn das Fließverhalten nicht zum vorgesehenen Verfahren passt. In Polyethylen soll das Additiv eine räumliche Schmelzestruktur aufbauen und den Fließindex reduzieren. Als Beispiel nennt Bedeko die Absenkung eines MFI von etwa 12 bei Stretchfolien-Rezyklat auf etwa 2, einen für Blasfolienanlagen geeigneten Bereich. Bei Polypropylen wird dagegen eine kontrollierte Kettenspaltung genutzt, um den MFI zu erhöhen. Nach Unternehmensangaben kann ein Ausgangswert von etwa 8 auf rund 25 für den Dünnwandspritzguss eingestellt werden; bei Bedarf seien auch deutlich höhere Werte bis etwa 160 erreichbar. Für feuchte Rezyklate bietet Bedeko das Additiv "Desicco" an. Restfeuchte kann beim Aufschmelzen Blasen, Oberflächenporosität, Druckschwankungen in der Plastifiziereinheit und Ausschuss verursachen. Das Additiv soll Wasser bei Verarbeitungstemperaturen von 180 bis 280 °C chemisch binden und damit im Material immobilisieren. Die vorgesehene Dosierung beträgt 0,5 bis 2 Gewichtsprozent. Einsatzgebiete sind PE-, PP-, PET- und PA-Rezyklate sowie deren Mischungen. Nach Unternehmensangaben kann dadurch eine vorgelagerte Trocknung von vier bis acht Stunden entfallen. Bedeko beziffert die mögliche Verringerung der Trocknungsenergiekosten mit 15 bis 25 Prozent. Die Beseitigung der Restfeuchte, unabhängig vom eingesetzten Verfahren, könne den Produktionsausschuss um 60 bis 80 Prozent senken. Für die kombinierte Anwendung mehrerer Additive nennt Bedeko zwei Praxisbeispiele. Bei einer Spritzgussanwendung mit 40 Prozent Rezyklatanteil wurden Schlagzähmodifikator, Kompatibilisator und Fließmodifikator gemeinsam eingesetzt. Die Charpy-Schlagzähigkeit lag nach Unternehmensangaben bei 11,8 kJ/m². Zum Vergleich nennt Bedeko 12,5 kJ/m² für Neu-PP und 6,2 kJ/m² für die unbehandelte Rezyklatmischung. Die Rohstoffkosten seien in diesem Fall um 22 Prozent gesunken. In einer Blasfolienanwendung hatten Rezyklatanteile oberhalb von 10 Prozent zuvor zu instabiler Folienblase, Folienabrissen und deutlicher Geruchsbelastung geführt. Nach Einsatz eines Fließmodifikators und eines Geruchsneutralisators wurde der Rezyklatanteil laut Bedeko auf 30 Prozent erhöht. Der Ausschuss ging demnach von 6,0 auf 2,8 Prozent zurück, während der Geruch der Fertigfolie als neutral eingestuft wurde. Die Rohstoffkosten seien um rund 18 Prozent gesunken. Die Additive werden nach Angaben des Unternehmens in ISO-zertifizierten Produktionsstätten hergestellt und mit Dokumentationen zur REACH- und SVHC-Konformität ausgeliefert. Für Spielzeuganwendungen stehen demnach Qualitäten nach EN 71 zur Verfügung. Die Qualitätskontrolle umfasst laut Bedeko Prüfungen während der Produktion, eine nachgelagerte Chargenprüfung durch eine von der Produktion unabhängige Qualitätssicherung, externe Prüfung und Zertifizierung durch SGS sowie stichprobenartige Nachprüfungen aus dem ausgelieferten Bestand. Das eigene Labor dient außerdem der Auswahl und Anpassung von Modifikatoren an das jeweilige Endprodukt und den Produktionsprozess. Bedeko gibt einen Sicherheitsbestand von mehr als 8.000 Tonnen sowie eine Liefer- beziehungsweise Produktionskapazität von mehr als 15.000 Tonnen pro Monat an. Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle B4, Stand 4104 Weitere Informationen: www.bedeko-europe.com |
Bedeko Europe Sp. z o.o. Sp. k., Jawczyce, Polen
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