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13.10.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten    

Oerlikon HRSflow: Nadellose Heißkanaltechnik für zusätzliche Werkstoffe und Spritzgießanwendungen

Oerlikon HRSflow hat das Anwendungsspektrum seiner nadellosen Heißkanaltechnik "Stargate HRS" erweitert. Das bislang vor allem für Verpackungsanwendungen mit Polypropylen (PP) und recyceltem Polypropylen (r-PP) eingesetzte System eignet sich nach Herstellerangaben nun auch für die Verarbeitung von Polymethylmethacrylat (PMMA), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polystyrol (PS), Polyethylen hoher und niedriger Dichte (HDPE und LDPE) sowie gefüllten Polymeren. Der abgedeckte Bereich umfasst Schussgewichte von 40 Gramm bis 2,5 Kilogramm.

Kürzere Zykluszeiten und geringerer Materialverbrauch
Die Heißkanaltechnik basiert auf einem mechanisch bewegten Zentralverschluss, der den Schmelzefluss in die Werkzeugkavität steuert. Im Gegensatz zu konventionellen Nadelverschlusssystemen kommt die Konstruktion ohne Verschlussnadeln aus. Das Düsenkonzept ermöglicht nach Angaben des Unternehmens eine verbesserte Kühlleistung, wodurch sich abhängig von der jeweiligen Anwendung und den Prozessbedingungen die Zykluszeiten um bis zu 20 Prozent reduzieren lassen.

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Die Düsenkonstruktion ist auf einen gleichmäßigen Schmelzefluss mit konstanter Fließgeschwindigkeit ausgelegt. Durch die Verringerung von Stauzonen sollen sich Farbwechsel beschleunigen und die dabei entstehenden Ausschussmengen reduzieren lassen.

Untersuchungen im Forschungs- und Testlabor von Oerlikon HRSflow ergaben zudem ein Potenzial zur Reduzierung des Bauteilgewichts um bis zu 17 Prozent. Die gleichmäßige Kavitätsfüllung ermöglicht in Verbindung mit einer angepassten Werkzeugauslegung, Anwendungstechnik und Maschinenparametrierung geringere Wandstärken und damit einen reduzierten Materialverbrauch.

Ein weiterer konstruktiver Unterschied zu herkömmlichen Nadelverschlusssystemen besteht im Wegfall der üblicherweise axial über den Verschlussnadeln angeordneten Aktuatoren. Dadurch kann die Werkzeugbauhöhe reduziert werden. Abhängig von der Werkzeugkonstruktion sind zudem kleinere Düsendurchmesser und geringere Nestabstände möglich.

Praxisversuch mit 1,5-Liter-Eimer aus recyceltem PP
Bei einer Vorführung Anfang September 2026 am Unternehmensstandort San Polo di Piave in Italien demonstrierte Oerlikon HRSflow den Einsatz der Technik bei der Herstellung eines dünnwandigen 1,5-Liter-Eimers aus r-PP. Verwendet wurde ein von der serbischen Inmold Group entwickeltes Zweikavitätenwerkzeug mit integriertem "Stargate HRS"-Heißkanalsystem.

Bei einem angegebenen Schussgewicht von 41 Gramm wurde eine Zykluszeit von 4,7 Sekunden erreicht. Dabei konnte auf eine Entnahmeplatte verzichtet werden. Nach Angaben des Unternehmens trat keine Fadenbildung auf, und die gefertigten Bauteile erfüllten die vorgesehenen Qualitätsanforderungen.

An der Umsetzung waren neben Oerlikon HRSflow der Spritzgießmaschinenhersteller Engel, der Kunststoffdistributor Guztec Polymers und die Inmold Group beteiligt. Die erzielten Prozesswerte resultierten aus der Abstimmung von Spritzgießmaschine, Werkzeugkonstruktion und Heißkanalsystem.

Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle A1, Stand 1211

Weitere Informationen:
www.oerlikon.com/hrsflow, www.hrsflow.com, www.engelglobal.com, guztecpolymers.com, inmold-ltd.com

Oerlikon HRSflow, San Polo di Piave, Italien

» insgesamt 66 News über "HRSflow" im News-Archiv gefunden

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