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16.10.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten    

Ems-Grivory: Hochleistungspolyamide für die Isolation von Stromschienen in Elektrofahrzeugen

Patentierte EMS-Lösung für Busbars bei Spannungen bis 1.000 V - (Bild: Ems-Grivory).
Patentierte EMS-Lösung für Busbars bei Spannungen bis 1.000 V - (Bild: Ems-Grivory).
Der Unternehmensbereich Ems-Grivory der Ems-Chemie AG hat Hochleistungspolyamide für die Kunststoffummantelung von Stromschienen ("Busbars") in Elektrofahrzeugen entwickelt. Die Werkstoffe sind für Hochvoltsysteme mit steigenden Anforderungen an Spannungsfestigkeit, Temperaturbeständigkeit und Bauraumnutzung vorgesehen. Nach Unternehmensangaben ist die patentierte Busbar-Lösung für Spannungen bis 1.000 V ausgelegt. Das Unternehmen stellt die Entwicklung im Umfeld der Fakuma 2026 vor.

Elektrische Isolation bei Temperaturen bis 150°C
Busbars bestehen aus Kupfer oder Aluminium und verbinden unter anderem Batterie, Wechselrichter, Zwischenkreissysteme und Stromverteiler. Mit dem Übergang von 400-V- zu 800-V-Architekturen und höheren Ladeleistungen steigen die Anforderungen an ihre elektrische Isolierung. Bei kurzzeitiger Belastung können die Stromschienen Temperaturen von etwa 130°C, in Extremfällen bis zu 150°C erreichen.

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Da der spezifische Durchgangswiderstand vieler Kunststoffe mit zunehmender Temperatur sinkt, kommt der Beständigkeit der Isolierschicht besondere Bedeutung zu. Die von Ems-Grivory entwickelten Polyamide sollen nach Herstellerangaben im Bereich von 100°C bis 150°C eine vergleichsweise geringe Abnahme des Durchgangswiderstands aufweisen.

Dünne Isolierschichten und enge Biegeradien
Typische Leiterquerschnitte in Hochvoltsystemen liegen bei 35 bis 120 mm². Die Metallleiter werden im Extrusionsverfahren mit Kunststoff ummantelt, abgelängt und anschließend in ihre endgültige Form gebogen. Dabei betragen die Biegeradien häufig nur das Ein- bis Zweifache der Leiterdicke. Die Isolierung darf an der Außenseite der Biegung weder reißen noch unzulässig ausdünnen; auf der Innenseite muss Faltenbildung vermieden werden.

Die Spezialpolyamide sind laut Ems-Grivory auf hohe Duktilität und Haftung an Kupfer beziehungsweise Aluminium ausgelegt. Dies soll enge Biegungen nach der Ummantelung sowie geringere Schichtdicken ermöglichen. Dadurch können der Bauraumbedarf, der Materialeinsatz und das Bauteilgewicht sinken. Konkrete Vergleichswerte zu Schichtdicken, Gewichtseinsparungen oder Kosten nennt das Unternehmen nicht.

Serienanwendungen in Europa und China
Nach Angaben von Ems-Grivory werden entsprechende Polyamidtypen bereits von europäischen und chinesischen Automobilherstellern in der Serie eingesetzt.

Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle B2, Stand 2113

Weitere Informationen: www.ems-group.com, www.emsgrivory.com

Ems-Chemie AG, Unternehmensbereich Ems-Grivory, Herrliberg und Domat/Ems, Schweiz

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