| 27.06.2008 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Alleine die Golfstaaten stecken 200 Mrd. US$ in ihre Petrochemie-Industrie Überall in den Golfländern sowie in einigen nordafrikanischen Ländern wird die Petrochemie-Industrie massiv ausgebaut - vermutlich viel zu stark, warnen Marktkenner. Schon in zwei Jahren drohen weltweite Überkapazitäten und fallende Preise. Die arabischen Länder sehen sich dank einer billigen Rohstoffversorgung dennoch gut positioniert, während die VR China, die ebenfalls ihre Kapazitäten kräftig ausbaut, näher beim Kunden sitzt: der eigenen kunststoffverarbeitenden Industrie. Derzeit sind 159 Petrochemie-Projekte im Gesamtwert von 247 Mrd. US$ in den Golfländern sowie Marokko, Algerien, Libyen und Ägypten im Bau beziehungsweise in der Planung. Das Gros wird Ende 2009 und 2010 die Produktion aufnehmen. In der Volksrepublik China aber passiert genau das gleiche. Die Folge wird eine weltweite Marktschwemme von Ethylen- und Polyethylen-Produkten (PE) sein, sagen Branchenkenner. Petrochemie-Projekte in der arabischen Welt
Der Nahe und Mittlere Osten baut seine Kapazitäten vornehmlich im Hinblick auf die VR China aus. Das Reich der Mitte erhöht jedoch selber seine Kapazitäten und kann bald auf Importe verzichten. Dann, sagen Beobachter, wird sich das Interesse der arabischen Produzenten verstärkt nach Europa und Nordamerika ausrichten. Folge werde ein erheblicher Verdrängungswettbewerb sein. Daneben werde das arabische Interesse an westlichen Chemieunternehmen - in Form von Partnerschaften oder strategischen Beteiligungen anziehen. An den nötigen Petro-Dollars mangelt es nicht. Aber selbst wenn es gelingt, neue Märkte zu erschließen, wird dies in einigen Segmenten nicht ausreichen: Bei weichem Polyethylen (low-density polyethylene; LDPE) zum Beispiel wird es zu Produktionsschließungen kommen müssen, warnen Marktkenner - ob in China oder am Golf. Schätzungen zufolge werden die Golfländer 2010 über etwa ein Fünftel der weltweiten Produktionskapazitäten von Polyethylen verfügen. Die Nettoexportkapazitäten dürften dann bei 16 Mio. jato liegen, 2012 sogar bei 19 Mio. Dank billiger Rohstoffe, haben die Golfproduzenten in Bezug auf die Kosten die Nase vorn. (M.B.) Weiterführende Informationenbfai Bundesagentur für Außenwirtschaft, Köln » insgesamt 374 News über "bfai" im News-Archiv gefunden Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
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