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25.09.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten    

BASF: Technische Kunststoffe für Elektrifizierung, Leichtbau und Kreislaufwirtschaft

Innovatives "Ultramid" H ermöglicht Räucherung von Wurstwaren im Kunstdarm mit anschließender Trocknung - (Bild: BASF).
Innovatives "Ultramid" H ermöglicht Räucherung von Wurstwaren im Kunstdarm mit anschließender Trocknung - (Bild: BASF).
BASF stellt auf der Fakuma 2026 neue und weiterentwickelte Kunststofflösungen für Lebensmittelverpackungen, industrielle Anwendungen, Fahrzeugbau, Elektrifizierung und digitale Infrastruktur vor. Im Mittelpunkt stehen technische Kunststoffe, die hohe mechanische, thermische und elektrische Anforderungen mit Ansätzen zur Kreislaufwirtschaft, einer verbesserten Ressourceneffizienz und robusten Lieferketten verbinden sollen.

Für Anwendungen im Lebensmittelbereich präsentiert BASF mit "Ultramid H33 L" ein thermoplastisches Polyamid mit hoher Wasserdurchlässigkeit. Das Material ist für räucherbare Kunstdärme ausgelegt und soll als dünnwandige Polyamid-Lösung eine Alternative zu Kollagen- oder Zellulosehüllen ermöglichen. Ergänzt wird das Polyamid-Portfolio durch "Ultramid A27AE1 L", eine neue PA66-Variante mit verbessertem Gelbindex und niedrigem Feuchtigkeitsgehalt für industrielle Anwendungen.

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Im Leichtbau zeigt BASF "Ultramid Expand", einen Partikelschaum auf Polyamidbasis für leichte und crashresistente Bauteile mit hoher Temperaturbeständigkeit. Das Material richtet sich insbesondere an Anwendungen im Automobilbau, bei denen geringes Gewicht, mechanische Belastbarkeit, Verarbeitbarkeit und Sicherheit kombiniert werden müssen.

Für die Fahrzeugbeleuchtung stellt BASF transparente Lichtleiter aus "Elastollan" TPU vor. Das thermoplastische Polyurethan verbindet optische Transparenz mit Flexibilität und Kältebeständigkeit. Die elastomeren Eigenschaften sollen zudem Geräusche durch Reibung oder Bewegung in integrierten Bauteilen reduzieren.

Der By-Wire-Demonstrator zeigt, wie elektronisch gesteuerte Brems- und Lenksysteme den Weg zu automatisiertem Fahren, zonalen Fahrzeugarchitekturen und neuen Anwendungen für Hochleistungskunststoffe ebnen - (Bild: BASF).
Der By-Wire-Demonstrator zeigt, wie elektronisch gesteuerte Brems- und Lenksysteme den Weg zu automatisiertem Fahren, zonalen Fahrzeugarchitekturen und neuen Anwendungen für Hochleistungskunststoffe ebnen - (Bild: BASF).
Einen weiteren Schwerpunkt bilden technische Kunststoffe für Elektrifizierung und softwaredefinierte Fahrzeuge. BASF entwickelt hierfür unter anderem flammgeschützte Polyamide und Polyphthalamide für Hochvolt-Steckverbinder, Leistungselektronik und weitere elektrische und elektronische Anwendungen. Ein Demonstrator für elektromechanische Brake-by-Wire-Systeme zeigt ein Vollkunststoff-Bremspedal mit integrierter Sensorik, Steuergeräte und elektromechanische Aktuatoren. Solche Systeme ersetzen hydraulische Komponenten zunehmend durch elektronisch gesteuerte Funktionen und erhöhen damit den Bedarf an Kunststoffen für Sensorik, Aktuatorik, Steuergeräte und Pedalsysteme.

Für Thermostatgehäuse: "Ultramid" Advanced T1000 HR mit hoher Hydrolysebeständigkeit - (Bild: BASF).
Für Thermostatgehäuse: "Ultramid" Advanced T1000 HR mit hoher Hydrolysebeständigkeit - (Bild: BASF).
Mit "Ultramid Advanced" adressiert BASF Anwendungen in der Elektro- und Elektronikindustrie. Die PPA-Werkstoffe sind für dimensionsstabile und hydrolysebeständige Bauteile sowie farbstabile Steckverbinder ausgelegt. Einsatzfelder sieht das Unternehmen unter anderem bei Leiterplatten- und Hochvolt-Steckverbindern sowie in Systemen für KI-Anwendungen, Datenverarbeitung, Datenspeicherung und Stromversorgung.

Kamerakuppel aus "Ultrason" S (PSU) - (Bild: BASF).
Kamerakuppel aus "Ultrason" S (PSU) - (Bild: BASF).
Die Hochleistungskunststoffe der Reihe "Ultrason" auf Basis von PSU, PESU und PPSU sollen unter anderem in Glasfaser-Steckverbindern für Rechenzentren, Kabelummantelungen für Elektrofahrzeuge und transparenten optischen Bauteilen eingesetzt werden. Für Lebensmittelkontaktanwendungen verweist BASF auf Typen ohne BPA und BPS, die die Anforderungen der EU-Verordnung 2024/3190 erfüllen sollen.

Im Bereich Kreislaufwirtschaft zeigt BASF mit "Elastollan RC" TPU-Typen mit Rezyklatanteilen aus postindustriellen und Post-Consumer-Quellen. Darüber hinaus umfasst das gezeigte Portfolio Mehrweg-Transportboxen von "BOOXit" auf Basis von "Ultramid B3K" sowie neue "Ultradur RC"-Typen aus PBT mit bis zu 30 Prozent Post-Consumer-PET für Automobilanwendungen. Hinzu kommen weitere "Ultradur"-Typen für Trinkwasser- und Lebensmittelkontakt.

Ergänzend präsentiert BASF die digitale Catena-X-Anwendung "Pacific". Sie dient dem Austausch und der Berechnung von Product-Carbon-Footprint-Daten sowie der Übermittlung von Unternehmenszertifikaten im Rahmen des Company Certificate Management.

Mit der Produktlinie "High Productivity Plus" erweitert BASF zudem das Angebot an technischen Kunststoffen für effizientere Verarbeitungsprozesse. Dazu gehören PA6-Typen mit verkürzten Zykluszeiten und geringerem Energiebedarf sowie künftig weitere Materialien und PA66-Typen. Ziel ist es, Produktivität und Energieeffizienz in der Verarbeitung zu erhöhen, ohne die geforderten Werkstoffeigenschaften zu verändern.

Die vorgestellten Entwicklungen adressieren mehrere zentrale Anforderungsfelder der Kunststoffindustrie gleichzeitig: Elektrifizierung, Leichtbau, digitale Infrastruktur, regulatorische Vorgaben, Kreislaufwirtschaft und Verarbeitungseffizienz. Der Schwerpunkt liegt dabei auf technischen Kunststoffen für Anwendungen mit hohen mechanischen, thermischen und elektrischen Anforderungen sowie auf der Einbindung von Rezyklaten und digitalen Nachhaltigkeitsdaten.

Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle B4, Stand 4303

Weitere Informationen: basf.com

BASF SE, Ludwigshafen

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