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14.10.2026, 10:24 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten    

Wittmann Gruppe: Für 2026 zehn Prozent Umsatzwachstum auf 330 Millionen Euro erwartet

v.l.n.r.: Jochen Pernsteiner (Vertriebsleiter Spritzgießmaschinen), Michael Wittmann (Geschäftsführer) und Markus Wolfram (Vertriebsleiter Automation u. Peripherietechnik) - (Bild: Wittmann Gruppe).
v.l.n.r.: Jochen Pernsteiner (Vertriebsleiter Spritzgießmaschinen), Michael Wittmann (Geschäftsführer) und Markus Wolfram (Vertriebsleiter Automation u. Peripherietechnik) - (Bild: Wittmann Gruppe).
Die Wittmann Gruppe rechnet für 2026 mit einem weltweiten Gruppenumsatz von rund 330 Millionen Euro. Gegenüber 2025 entspräche dies einem Zuwachs von zehn Prozent. Wie der geschäftsführende Gesellschafter Michael Wittmann im Rahmen der Fakuma 2026 erläuterte, hat sich die Nachfrage seit März spürbar belebt. Der Auftragseingang liege deutlich über dem Vorjahresniveau und entwickle sich stabiler. Weder mögliche Wechselkurseffekte durch den schwächeren Euro noch Preissteigerungen seien in der Umsatzprognose berücksichtigt.

Nachfrage nach elektrischen Spritzgießmaschinen und Automatisierung
Im Spritzgießmaschinengeschäft verzeichnet die Gruppe vor allem bei vollelektrischen Maschinen sowie kleinen und mittelgroßen servohydraulischen Anlagen eine erhöhte Nachfrage. Im Peripheriegeschäft stehen Automatisierungslösungen und zentrale Materialfördersysteme im Vordergrund. Letztere werden nach Unternehmensangaben insbesondere im Zuge der Verlagerung größerer Spritzgießproduktionen bestellt.


USA als wichtigster Wachstumstreiber
Den stärksten Wachstumsbeitrag liefert derzeit der US-Markt. Dort sorgen laut Wittmann insbesondere Investitionen in Rechenzentren für Anwendungen der künstlichen Intelligenz für zusätzliche Nachfrage im Elektro- und Elektroniksegment. Zuwächse meldet die Gruppe auch aus Teilen Osteuropas und Asiens. In Deutschland hat sich die Nachfrage nach längerer Schwächephase ebenfalls erholt. Aus der Automobilindustrie kommen wieder Aufträge, vor allem für Ersatzinvestitionen und im Zusammenhang mit Konsolidierungen.

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Aus europäischen Infrastruktur- und Verteidigungsinvestitionen ergeben sich für Wittmann bislang keine erkennbaren zusätzlichen Aufträge. Michael Wittmann verweist zugleich auf strukturelle Belastungen für europäische Produktionsstandorte, darunter hohe Lohnstückkosten, eine vergleichsweise niedrige Produktivität, Fachkräftemangel, Energiepreise und zunehmende Regulierung. Auch beim Innovationstempo sieht er Handlungsbedarf.

Produktionsnetzwerk neu aufgestellt
Die Gruppe hat ihre aus Kostengründen vorgenommenen Produktionsverlagerungen 2025 abgeschlossen. In Ungarn fertigt Wittmann einen Großteil der Roboter und Temperiergeräte sowie kleinere Spritzgießmaschinen. Das neue Werk in der Türkei übernimmt die Schüttguttechnik. In China werden seit 2025 Maschinen der Baureihe "Eco Primus" für den lokalen Markt produziert. Zum internationalen Fertigungsverbund gehört zudem ein Werk in den USA. An den Auslandsstandorten wurden auch Entwicklungskapazitäten aufgebaut, um Produkte an regionale Marktanforderungen anzupassen.

Ausbau in Europa und am Stammsitz Wien
Parallel zur Neuordnung der Fertigung investiert Wittmann in bestehende Niederlassungen. Die Tochtergesellschaften in Polen und Ungarn bezogen 2025 Neubauten mit Flächen für Vertrieb, Anwendungstechnik und Technika. In Bulgarien entsteht ein vergleichbarer Standort, dessen Bezug für Mitte 2027 vorgesehen ist. Die Schweizer Tochtergesellschaft zog im September 2026 in ein größeres Gebäude um, das mehr Raum für umfangreiche Automatisierungsprojekte bietet.

In Wien hat die Gruppe ein 14.000 Quadratmeter großes Nachbargrundstück erworben. Damit sollen die bisher auf drei räumlich getrennte Bereiche verteilten Werksteile zusammengeführt und interne Transportwege verkürzt werden. Der Umbau zu einem zusammenhängenden Standort ist für die kommenden zweieinhalb Jahre geplant. Ein bereits im Bau befindliches Lagergebäude soll bis zum Frühjahr 2027 fertiggestellt werden.

Ausblick auf 2027
Der höhere Auftragsbestand ermöglicht nach Unternehmensangaben wieder eine vergleichsweise verlässliche Prognose für den Jahresumsatz. Vor diesem Hintergrund beurteilt die Gruppe die Geschäftsaussichten für 2027 vorsichtig positiv. Die zuletzt rund 2.050 Beschäftigte umfassende Belegschaft soll wieder leicht wachsen; Neueinstellungen laufen bereits.

Weitere Informationen: www.wittmann-group.com

Wittmann Tec Group GmbH, Wien + Wittmann Battenfeld GmbH, Kottingbrunn + Wittmann Technology GmbH, Wien, Österreich + Wittmann Battenfeld Deutschland GmbH, Meinerzhagen

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