| 19.08.2002 | Lesedauer: ca. 1 Minute |
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Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT, www.ict.fhg.de) im Pfinztal arbeitet in einer ganzen Reihe von Verfahren mit überkritischen Fluiden. "Überkritisch" heißt das Zauberwort, das harmlose Stoffe wie Wasser oder Kohlendioxid zu hocheffektiven Lösungsmitteln und Reaktionsmedien macht. Werden sie nämlich unter Druck bis weit über den Siedepunkt erhitz, wird die Dichte des Dampfes irgendwann fast so hoch wie die einer Flüssigkeit. In diesem überkritischen Zustand - also flüssig und gasförmig zugleich - zeigen sich völlig neue physikalische Eigenschaften. So löst Wasser ab 374 Grad Celsius und 221 bar plötzlich Öle und andere organische Verbindungen. Wird der Druck oder die Temperatur gesenkt, verliert es dieses Lösungsvermögen wieder.
Häufig finden überkritische Fluide auch in der Wiederverwertung Anwendung. Rund 6.000 Tonnen gebrauchter Benzin- und Öltanks aus hochwertigen Kunststoffen fallen in Deutschland jedes Jahr an. Das Recycling scheiterte bisher daran, dass die schwerflüchtigen Betriebsflüssigkeiten - Kraftstoffe oder Heizöl - im Laufe der Zeit in die Tankwände eindiffundieren und den Werkstoff verunreinigen. Das ICT arbeitet jetzt zusammen mit Partnern an einem Extraktionsverfahren mit Kohlendioxid, das auch tief eingedrungene Schadstoffe wieder entfernt. |
ICT Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie, Pfinztal
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