| 20.01.2023, 13:57 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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In der Anhörung des Umwelt- und des Wirtschaftsausschusses im Landtag von Nordrhein-Westfalen machte bvse-Experte Dr. Thomas Probst deutlich, dass im Bereich der Kunststoffleichtverpackungen kaum Platz sei für das chemische Recycling. Er verwies darauf, dass die von der Verpackungsverordnung für das Jahr 2023 vorgeschriebene Recyclingquote von 63 Prozent inzwischen übertroffen wurde und im Jahr 2021 schon bei fast 66 Prozent lag. "Das werkstoffliche Recycling ist also ein Riesenerfolg", betonte Probst vor den Abgeordneten. In seiner schriftlichen Stellungnahme hebt Probst zudem hervor, dass die großen Erfolge des werkstofflichen Recyclings belastbar und dokumentierbar seien. Der Recyclateinsatz aus Post-Consumer- und Post-Industrial-Abfällen betrug demnach in 2021 rund 1,65 Mio. Tonnen. Daneben wurden rund 0,64 Mio. Tonnen an Nebenprodukten wiederverwendet. Im Gegensatz zum werkstofflichen Recycling beruhen die Aussagen zum chemischen Recycling laut bvse auf Annahmen, Vorstudien und Studien. Inzwischen seien allerdings auch einige technische Anlagen sowie Kleinanlagen in Betrieb (meist im Probebetrieb), die relativ geringe Produktmengen erzeugen. Dr. Thomas Probst führt in seiner Stellungnahme aus, dass das chemische Recycling die zuvor über mehrere Prozessschritte aufwendig hergestellten Neukunststoffe zerstöre. Dabei entstehen unterschiedliche Bruchstücke, die vor der weiteren Verwendung erst aufgetrennt und in weiteren Schritten verarbeitet werden. Diese Prozesse seien sehr energieaufwendig und setzten große Mengen an CO2 frei. Erschwerend komme hinzu, dass nur ein Teil der erhaltenen Bruchstücke als Synthesebausteine für die Kunststoffneuproduktion eingesetzt würden. Im Gegensatz hierzu erhalte das werkstoffliche Recycling sowohl die Polymerstruktur wie auch die zugesetzten Additive und, soweit zugesetzt, ebenso die Füllstoffe und die Verstärkungsstoffe. Und genau dadurch sei das werkstoffliche Recycling ökologisch so vorteilhaft, weil dies die Mehrfachnutzung des Rohstoffs ermögliche. "Darüber hinaus verbrauchen die notwendigen Schritte zum thermischen Umformen der recycelten Kunststoffmassen nur etwa 1/3 der Energie, die für die Kunststoffsynthese notwendig ist", heißt es weiter. Nach wie vor werde von Befürwortern des chemischen Recyclings auch argumentiert, dass dieses eventuell für die Kunststoffabfälle eingesetzt werden könne, die sich nicht werkstofflich recyceln lassen. Tatsächlich sei es aber so, dass das chemische Recycling gut bis sehr gut aufbereitete PO-reiche Abfallströme benötige, die störstoffentfrachtet sind. "Das ist genau der LVP-Abfallstrom, der auch für das werkstoffliche Recycling gebraucht wird", so bvse-Experte Thomas Probst. Damit relativierte Thomas Probst in der Landtags-Anhörung auch die Überlegung, dass die LVP-Kunststoffabfälle, die in Müllverbrennungsanlagen verwertet werden, für das chemische Recycling genutzt werden können. Probst: "Das, was in die Müllverbrennung geht, würde ein chemischer Recycler nicht nehmen." Weitere Informationen: www.bvse.de |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
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