| 01.09.2026, 12:14 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Neue gesetzliche Vorgaben für Recyclingquoten, Rezyklatanteile und die erweiterte Herstellerverantwortung verändern die Rahmenbedingungen für Kunststoffverpackungen in Lateinamerika. Insbesondere Brasilien, Chile und Kolumbien haben verbindliche Anforderungen eingeführt beziehungsweise verschärft. Für Recycler und Kunststoffverarbeiter entsteht dadurch zusätzlicher Bedarf an industriellen Kapazitäten zur Herstellung hochwertiger Rezyklate. In Brasilien trat im Oktober 2025 das Dekret Nr. 12.688/2025 zur Rücknahmelogistik für Kunststoffverpackungen in Kraft. Die Regelung verpflichtet Hersteller, Importeure, Händler und weitere Akteure entlang der Wertschöpfungskette zur Beteiligung an entsprechenden Rücknahmesystemen. Für 2026 sieht das Dekret eine Rückgewinnungsquote von 32 Prozent sowie einen verpflichtenden Rezyklatanteil von mindestens 22 Prozent in Kunststoffverpackungen vor. Der Rezyklatanteil soll schrittweise auf 30 Prozent im Jahr 2030 und 40 Prozent im Jahr 2040 steigen. Brasilien folgt damit einer Entwicklung, die auch in anderen großen Kunststoffmärkten Lateinamerikas zu beobachten ist. In Chile bildet das seit 2016 geltende Gesetz Nr. 20.920, das sogenannte REP-Gesetz zur erweiterten Herstellerverantwortung, die Grundlage für verbindliche Sammel- und Verwertungsziele. Hersteller und Importeure bestimmter Produktgruppen, darunter Verpackungen, werden damit für die Organisation und Finanzierung der Abfallbewirtschaftung verantwortlich gemacht. Kolumbien hat ebenfalls verbindliche Vorgaben für Kunststoffprodukte und den Rezyklateinsatz eingeführt. Das 2022 verabschiedete Gesetz 2232 sieht unter anderem steigende Mindestanteile an Recyclingmaterial für PET-Flaschen vor. Bei Flaschen für aufbereitetes Trinkwasser beträgt der vorgeschriebene Rezyklatanteil seit 2025 mindestens 50 Prozent und soll bis 2030 auf 90 Prozent steigen. Für andere Getränkeflaschen gelten eigene stufenweise steigende Anforderungen. Die regulatorische Entwicklung erhöht den Bedarf an geeigneten Post-Consumer-Materialströmen und ausreichenden Recyclingkapazitäten. Ein Beispiel dafür ist Recupac, der auf Abfallwirtschaft und Wertstoffaufbereitung spezialisierte Geschäftsbereich der chilenischen Coipsa Group. Das Unternehmen verarbeitet jährlich mehr als 150.000 Tonnen Abfälle zu Wertstoffen und betreibt in San Bernardo eine LDPE-Recyclinganlage mit einer Kapazität von 500 Tonnen pro Monat. Die dort erzeugten Rezyklate ersetzen nach Angaben des Unternehmens bereits rund 40 Prozent des Primärkunststoffs bei der Folienproduktion. Für die Aufbereitung heterogener und verunreinigter Post-Consumer-Kunststoffe setzt Recupac Waschtechnik von Lindner Washtech ein. Der gereinigte Materialstrom wird anschließend auf einer Extrusionslinie von Erema weiterverarbeitet. Entscheidend für eine konstante Rezyklatqualität sei dabei die Abstimmung von Vorsortierung, Zerkleinerung, Waschen, Trocknen und Extrusion. Für Anbieter von Recyclingtechnik gewinnt der lateinamerikanische Markt durch die regulatorischen Vorgaben ebenfalls an Bedeutung. Lindner verstärkte seine Präsenz in der Region 2025 mit der Gründung der Tochtergesellschaft "Lindner Latam" in São Paulo, Brasilien. Die Gesellschaft unter Leitung von Frederico Hartmann übernimmt unter anderem Projektentwicklung, Vertrieb und technische Unterstützung in der Region. Die gesetzlichen Mindestquoten für Sammlung und Rezyklateinsatz schaffen damit zunehmend verbindliche Absatzperspektiven für Sekundärrohstoffe. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Qualität und Verfügbarkeit von Rezyklaten, wodurch Investitionen in Sortier-, Wasch- und Extrusionskapazitäten in Lateinamerika an Bedeutung gewinnen. Weitere Informationen: www.lindner-washtech.com, www.recupac.cl |
Lindner Washtech GmbH, Feistritz/Drau, Österreich + Großbottwar, Deutschland
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