| 12.10.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Der französische Compoundeur Benvic stellt auf der Fakuma 2026 eine intern entwickelte Plattform für Lebenszyklusanalysen (Life Cycle Assessment, LCA) vor. Mit der Anwendung sollen sich der CO₂-Fußabdruck und weitere Umweltauswirkungen unterschiedlicher Compoundformulierungen schon während der Materialauswahl und Produktentwicklung modellieren lassen. Damit können ökologische Kennzahlen neben Kosten und technischen Eigenschaften in die Werkstoffentscheidung einfließen.Bewertung von Rezepturen und Rezyklatanteilen Das Portfolio des Unternehmens umfasst nach eigenen Angaben mehrere Tausend Formulierungen für unterschiedliche Polymergruppen, darunter Compounds mit Post-Consumer- und Post-Industrial-Rezyklaten sowie biobasierten Materialien. Benvic zufolge kann die Plattform nahezu alle Rezepturen des Portfolios analysieren. Untersucht werden sollen auch Varianten hinsichtlich Rezyklatanteil, Farbgebung und Zusammensetzung, um Unterschiede in ihrer Umweltbilanz frühzeitig sichtbar zu machen. Die Auswertung soll außerdem Umweltbelastungsschwerpunkte entlang der betrachteten Prozessschritte aufzeigen und Ansatzpunkte zur Verringerung von Treibhausgasemissionen liefern. Konkrete Beispielrechnungen, berücksichtigte Wirkungskategorien oder Systemgrenzen der Modelle nennt das Unternehmen in seiner Ankündigung nicht. Verbindung von LCA und Umweltproduktdeklarationen Grundlage der Berechnungen ist die Ökobilanzierung. Eine LCA erfasst Umweltwirkungen innerhalb definierter Systemgrenzen über bestimmte Abschnitte des Lebenszyklus eines Materials oder Produkts. Die Ergebnisse können als Grundlage für Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declarations, EPD) dienen. In EPDs werden Umweltkennzahlen nach festgelegten Regeln dokumentiert und durch unabhängige Stellen überprüft. Benvic will die internen Modellierungen mit verifizierten EPDs kombinieren. Während die Plattform vor allem dem Vergleich von Materialalternativen in frühen Entwicklungsphasen dient, liefern EPDs geprüfte Umweltdaten für definierte Produkte. Modellierte Ergebnisse sind daher nicht ohne Weiteres mit unabhängig verifizierten Produktdeklarationen gleichzusetzen. Nach Angaben von Marta Fernández, Nachhaltigkeitsdirektorin der Benvic-Gruppe, fragen Kunden entsprechende Daten zunehmend bereits bei der Konzeption neuer Bauteile an. Hintergrund sind unter anderem Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte, Ökodesign und digitale Produktpässe. Welche Nachweise verpflichtend sind, hängt von Produktgruppe und geltender Regulierung ab. Nachhaltigkeitsrating und Messeauftritt Im Jahr 2025 erhielt Benvic die Platin-Bewertung von "EcoVadis" und gehörte damit zu den besten ein Prozent der dort bewerteten Unternehmen. Dieses Rating bezieht sich auf das Nachhaltigkeitsmanagement auf Unternehmensebene und ersetzt keine werkstoffbezogene Ökobilanz. Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle B3, Stand 3307 Weitere Informationen: www.benvic.com |
Benvic Group SAS, Dijon, Frankreich
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