| 10.04.2026, 09:41 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Für die Lätzsch GmbH – Kunststoffverarbeitung ist Anfang April am Amtsgericht Leipzig ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eröffnet worden. Damit kann das Unternehmen die bereits vorbereiteten Restrukturierungsmaßnahmen nun im Rahmen eines geregelten Verfahrens umsetzen. Nach Unternehmensangaben führten mehrere Faktoren zur wirtschaftlichen Schieflage. Dazu zählen der Ausfall eines zentralen Werkzeugs im vergangenen Jahr, wodurch bestehende Aufträge nicht fristgerecht abgearbeitet werden konnten, sowie eine zurückhaltende Auftragsvergabe wichtiger Kunden. Trotz bestehender Geschäftsbeziehungen werden neue Projekte teilweise ins Ausland verlagert. Zusätzlich belasteten die gesamtwirtschaftliche Lage und die Investitionszurückhaltung in den Abnehmerbranchen Landwirtschaft und Automotive die Akquise. Die Geschäftsführung hatte vor diesem Hintergrund die Einleitung eines Eigenverwaltungsverfahrens beantragt. In diesem Verfahrensmodell verbleibt die operative Kontrolle im Unternehmen, während externe Sanierungsexperten eingebunden werden. Als Generalbevollmächtigter begleitet Rechtsanwalt Stefan Ettelt von der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt den Prozess. Das Amtsgericht Leipzig sieht mit der Verfahrenseröffnung die Voraussetzungen für eine Sanierung als gegeben an. Im Mittelpunkt der nächsten Phase steht die Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen zur Stabilisierung und strategischen Neuausrichtung. Parallel wurde ein strukturierter Investorenprozess gestartet, in dessen Rahmen bereits Gespräche mit potenziellen Interessenten geführt werden. Eine übertragende Sanierung ist ebenso Gegenstand der Prüfung wie eine Lösung über einen Insolvenzplan, der eine Einmalzahlung sowie einen Schuldenschnitt vorsehen könnte. Der Geschäftsbetrieb läuft nach Angaben des Unternehmens weiterhin uneingeschränkt. Während des vorläufigen Verfahrens wurden die Löhne und Gehälter über vorfinanziertes Insolvenzgeld abgesichert; künftig sollen diese wieder aus dem operativen Geschäft erwirtschaftet werden. Unterstützung erhält das Unternehmen zudem durch die ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG, die insbesondere Controlling, Liquiditätsplanung und den Investorenprozess begleitet. Zum Sachwalter wurde Dr. Jörg Schädlich von der Kanzlei Stapper | Jacobi | Schädlich bestellt. Er sowie der eingesetzte Gläubigerausschuss unterstützen den eingeschlagenen Sanierungskurs. Nach Einschätzung des Sachwalters bietet das Eigenverwaltungsverfahren grundsätzlich die Möglichkeit einer zügigen und nachhaltigen Restrukturierung, sofern operative Stabilität und Mitwirkungsbereitschaft der Beteiligten gegeben sind. Die Lätzsch GmbH – Kunststoffverarbeitung mit rund 80 Beschäftigten verfügt über Standorte in Kitzscher OT Thierbach und Streitwald. Das Unternehmen deckt ein breites Spektrum in der Kunststoff- und Metallverarbeitung ab, darunter PUR-Schäumerei sowie GFK- und CFK-Produktion, und tritt als Systemlieferant für Baugruppen und Komponenten unter anderem für Fahrzeug- und Möbelanwendungen auf. Weitere Informationen: www.laetzsch.de, www.kulitzscher-ettelt.de, www.abg-consulting.de, www.stapper.in |
Lätzsch GmbH Kunststoffverarbeitung, Kitzscher OT Thierbach
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