| 14.10.2026, 08:44 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Der Leichtbauforscher Werner A. Hufenbach ist am 4. Oktober 2026 verstorben. Der 1942 in Essen geborene Wissenschaftler gründete 1994 das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) an der Technischen Universität Dresden und leitete es über viele Jahre. Sein Forschungsschwerpunkt lag auf Faserverbundstrukturen, textilen Verstärkungstechnologien und materialübergreifenden Leichtbaukonzepten. Hufenbach wuchs in Northeim auf und studierte Verformungskunde an der TU Clausthal. Dort wurde er 1973 am Institut für Technische Mechanik promoviert. Anschließend war er unter anderem Oberingenieur und Leiter der Abteilung für Angewandte Mechanik und Werkstoffmechanik. Nach seiner Habilitation wurde er außerplanmäßiger Professor. 1993 übernahm er die Professur für Leichtbau und Kunststofftechnik an der TU Dresden. Forschung zu textilverstärkten Strukturen und Systemleichtbau In Dresden baute Hufenbach die Forschung zu textilverstärkten Verbundstrukturen aus. Zu den von ihm eingeworbenen und geleiteten Vorhaben gehörten die DFG-Forschergruppe FOR 278 zu textilen Verstärkungen für Hochleistungsrotoren, das DFG-Schwerpunktprogramm SPP 1123 zu textilen Verbundbauweisen und Fertigungstechnologien sowie der DFG-Sonderforschungsbereich SFB 639 zu textilverstärkten Komponenten für funktionsintegrierende Mischbauweisen. Daneben war er an der Initiierung des DFG-Sonderforschungsbereichs/Transregio TR 39 zu großserienfähigen Fertigungstechnologien für Leichtmetall- und Faserverbundkomponenten mit integrierten Piezosensoren und -aktoren beteiligt. Weitere von ihm angestoßene Vorhaben waren das sächsische Exzellenzcluster "European Centre for Emerging Materials and Processes Dresden" (ECEMP) sowie der Aufbau des Leichtbau-Innovationszentrums (LIZ) und des Press- und Extrusionszentrums (PEZ). Ein zentrales Ergebnis seiner Arbeit war das Dresdner Modell des "Funktionsintegrativen Systemleichtbaus in Multi-Material-Design". Der Ansatz verknüpft Werkstoffauswahl, Konstruktion, Simulation, Fertigung und Bauteilprüfung und verbindet unterschiedliche Materialien mit integrierten Funktionen. Hufenbach begründete zudem die Studienrichtung Leichtbau innerhalb des Maschinenbaustudiums an der TU Dresden. Technologietransfer und wissenschaftliche Bilanz Zum Transfer in die industrielle Anwendung trugen unter anderem das von ihm etablierte Internationale Dresdner Leichtbausymposium und das gemeinsam mit "Rolls-Royce" initiierte University Technology Centre für Leichtbaustrukturen und Werkstoffe bei. Hufenbach war außerdem in der Lehre am Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg der Tongji-Universität in Shanghai tätig. Auf seine Initiative gingen Ausgründungen wie die Leichtbau-Zentrum Sachsen GmbH und die CG Rail – Chinesisch-Deutsches Forschungs- und Entwicklungszentrum für Bahn- und Verkehrstechnik Dresden GmbH zurück. Unter seiner Leitung schlossen 43 Promovierende ihre Promotion und zwei wissenschaftliche Mitarbeiter ihre Habilitation ab. Nach Angaben des ILK war Hufenbach an 712 Publikationen und 180 Patenten beteiligt. Er wurde unter anderem in die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) aufgenommen und mit dem Sächsischen Verdienstorden sowie dem "International Scientific and Technological Cooperation Award" der Volksrepublik China ausgezeichnet. Auch nach seiner Pensionierung blieb er als Seniorprofessor und Mitglied des Institutsvorstands tätig. Das ILK beschäftigt nach eigenen Angaben rund 240 Mitarbeitende und forscht am ressourceneffizienten, funktionsintegrierten Leichtbau, insbesondere mit Faserverbundwerkstoffen und materialkombinierenden Strukturen. Es wird von einem sechsköpfigen Institutsboard unter Leitung von Maik Gude geführt. Weitere Informationen: tu-dresden.de, tu-dresden.de/ing/maschinenwesen/ilk |
Technische Universität Dresden, Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik, Dresden
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