| 15.10.2026, 09:41 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die Hersteller flexibler Verpackungen aus Papier und Kunststoff stehen weiterhin unter wirtschaftlichem Druck. Nach Schätzungen des Industrieverbandes Papier- und Folienverpackung e.V. (IPV) sank der Branchenumsatz im Jahr 2025 um 0,7 Prozent auf rund 2,045 Milliarden Euro. Auch für 2026 zeichnet sich bislang keine grundlegende Erholung ab. Im ersten Halbjahr blieben die Absatzmengen auf niedrigem Niveau stabil. Die Zahlen stellte der Verband im Rahmen seiner Mitgliederversammlung in Potsdam vor. Als wesentliche Belastungsfaktoren nennt der IPV die schwache Konjunktur, hohe Rohstoff- und Produktionskosten, schwankende Energiepreise sowie zunehmende regulatorische Anforderungen. Auch geopolitische Spannungen und Handelskonflikte erschweren die wirtschaftliche Planung der Unternehmen. Hohe Kosten bei verhaltener Nachfrage Die Materialkosten bilden nach Verbandsangaben weiterhin den größten Kostenblock für die Hersteller flexibler Verpackungen. Eine spürbare Entlastung sei trotz der schwachen Konjunktur bislang ausgeblieben. Gleichzeitig blieben die Möglichkeiten zur Senkung der Personalkosten angesichts des anhaltenden Fach- und Arbeitskräftemangels begrenzt. Auf der Nachfrageseite zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Der für flexible Verpackungen besonders wichtige Lebensmitteleinzelhandel verzeichnete 2025 zwar ein nominales Umsatzplus von 3,4 Prozent, preisbereinigt betrug das Wachstum jedoch lediglich 1,1 Prozent. Der Außer-Haus-Markt, ein wichtiger Absatzbereich für flexible Serviceverpackungen, ging real um 2,1 Prozent zurück. Die Entwicklung entspricht dem insgesamt rückläufigen Trend der deutschen Verpackungsindustrie. Deren Produktionswert verringerte sich 2025 um 1,7 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro. Die Produktionsmenge sank um 2,4 Prozent auf rund 16,7 Millionen Tonnen. Der Umsatz der Papier-, Karton-, Pappe- und Folienverarbeitung ging um 1,0 Prozent auf 20,03 Milliarden Euro zurück. PPWR und weitere Regulierungen belasten die Branche Neben der wirtschaftlichen Entwicklung beschäftigen insbesondere die Anforderungen der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) die Unternehmen. Seit dem 12. August 2026 gelten erste wesentliche Vorgaben unmittelbar in den EU-Mitgliedstaaten. Sie betreffen unter anderem die Recyclingfähigkeit von Verpackungen, den Rezyklateinsatz, die Verpackungsvermeidung und die Herstellerverantwortung. Zahlreiche Einzelheiten müssen allerdings noch durch ergänzende Rechtsakte konkretisiert werden. Weitere Unsicherheiten ergeben sich nach Einschätzung des IPV durch das geplante Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz, die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), die deutsche Druckfarbenverordnung sowie die Diskussion über zusätzliche Verpackungssteuern. Eine nationale Kunststoffverpackungssteuer lehnt der Verband ab, da diese aus seiner Sicht die Unternehmen zusätzlich belasten und falsche wirtschaftliche Anreize setzen würde. IPV-Vorstandssprecher Jens Vonderheid fordert verlässliche politische Rahmenbedingungen, damit die Unternehmen trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation weiterhin in neue Technologien und nachhaltige Verpackungslösungen investieren können. Der Verband betont zugleich die Bedeutung flexibler Verpackungen für den Produktschutz, die Verlängerung der Haltbarkeit und die Vermeidung von Lebensmittelverlusten. Weitere Informationen: ipv-verpackung.de |
IPV Industrieverband Papier- und Folienverpackung e.V., Frankfurt am Main
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