| 21.04.2009 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Beim Kunststoff-Spritzgussverfahren weisen die Werkstücke nach der Fertigung Grate auf – oft genug an schwer zugänglichen Stellen –, die in der Regel vor der Weiterverarbeitung entfernt werden müssen. Das so genannte thermische Entgraten (TEM) hat sich hierbei als Standard etabliert: Durch Zünden eines Gasgemisches werden mittels des Verbrennungsprinzips bei hohen Temperaturen die Grate beseitigt. Die ATL GmbH (www.atl-luhden.de) stellt aktuell mit der iTEMPlastics eine spezielle Anlage zum thermischen Entgraten von Kunststoffteilen vor. Über das Thermische Entgraten Beim thermischen Entgraten handelt es sich um ein so genanntes abtragendes Fertigungsverfahren – das Verbrennungsprinzip wird dabei genutzt, um dünne überstehende Grate an metallischen und nichtmetallischen Werkstücken durch das Zünden eines Gasgemisches bei hohen Temperaturen zu entgraten. Somit können auch sonst schwer zugängliche Bereiche wirksam bearbeitet werden. In die hermetische geschlossene Entgratkammer der iTEMPlastics wird dabei ein Gas-Gemisch eingeführt und anschließend elektrisch gezündet. Der Entgratprozess wird durch das Mischverhältnis des Gases, durch den Fülldruck und zum Großteil durch die Wärmeleitfähigkeit des Werkstoffs beeinflusst. Auch für größere Bauteil-Volumina Mit über zwölf Jahren Erfahrung in TEM-Prozessen hat das Unternehmen nun eine Maschine entwickelt, die spezielle Anforderungen aus der Kunststoff-Verarbeitung aufgreift. Herausragend sei dabei die besondere Kammergröße der iTEMPlastics – mit 420mm x 420mm x 800mm ist es in der Anlage möglich, auch größere Volumina von Bauteilen gleichzeitig zu bearbeiten. „Dies bewirkt eine hohe Effizienz des Verfahrens und macht das thermische Entgraten nun auch für Massenbauteile attraktiv, für die TEM bislang als zu teuer galt“, erläutert Jörn Struckmann, Geschäftsführer der ATL GmbH. Umfangreiche Testreihen mittels eines ersten Prototyps der Maschine belegen die sehr guten Entgrat-Ergebnisse. Die Basis dafür bildet eine spezielle Niederdruck-TEM-Technologie. Bei einem Reaktionsdruck von 20 bis 40 bar werden die Bauteile verarbeitet. Bestandteil der Maschine ist zudem eine Vakuumpumpe, die vor dem Zünden des Gases die Umgebungsluft aus der Kammer zieht und somit homogene Umgebungsbedingungen in der Kammer erzielt. „Damit lassen sich für alle thermoplastischen Kunststoffe sehr gute Entgratresultate erzielen“, unterstreicht Jörn Struckmann. Gute Zugänglichkeit zur Anlage Besonderen Wert haben die Entwickler nicht nur auf ein ansprechendes Design gelegt, das sich vom Maschinenbau klassischen Zuschnitts abhebt. Zugleich wurde insbesondere an Wartung und Effizienz der Anlage gedacht: „Durch unser neues Design konnten wir eine bessere Zugänglichkeit zu der Anlage erreichen. Dies bedeutet bessere Wartungsmöglichkeiten, vor allem eine schnellere Wartung und damit stark verkürzte Wartungszeiten“, so Struckmann. Das Unternehmen bietet auch Schulungen, Installation und Einweisung zur raschen Inbetriebnahme der Maschinen. Lohnentgratung von Kunststoffteilen Neben der Auslieferung der ersten iTEMPlastics noch in diesem Jahr plant ATL zudem, eine Anlage selbst in Betrieb zu nehmen und somit auch die Lohnentgratung von Kunststoffteilen anzubieten. Bild: Musterteil, vor dem thermischen Entgraten (oben), nach dem thermischen Entgraten (unten) |
AnlagenTechnik Luhden GmbH, Luhden
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