| 18.06.2012, 06:01 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten |
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Im ersten Jahr nach Beendigung der Insolvenz (siehe auch plasticker-News vom 20.12.2010) konnte der Modelleisenbahnhersteller Märklin Umsatz und Gewinn weiter steigen, teilt das Unternehmen mit. Bei der Vorstellung der Bilanz für das Geschäftsjahr 2011 weisen die Geschäftsführer Stefan Löbich und Wolfrad Bächle darauf hin, dass Märklin im vergangenen Jahr dem seit 2009 eingeschlagenen Erfolgsweg weiter treu geblieben ist. Der Weltmarktführer für Modelleisenbahnen aus Göppingen steigerte demnach den konsolidierten Umsatz auf 108,77 Millionen Euro (plus 1,64 Prozent) und verbuchte einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 12,36 Millionen Euro (plus 12,6 Prozent). Steigerungen bei Absatz und Umsatz wurden vor allem mit den Marken „Märklin“ und „LGB“-Gartenbahn erreicht, die Marke „TRIX“ verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang. Auch die Zahl der Beschäftigten legte wieder zu: Zum 31. Dezember 2011 gehörten 980 Mitarbeiter (Vorjahr: 939) der Firmengruppe Märklin an, davon 464 im Stammwerk in Göppingen, teilt das Unternehmen mit. Die Muttergesellschaft Gebr. Märklin & Cie. GmbH steuerte im Berichtsjahr mit 105,63 Millionen Euro den Löwenanteil zum Konzernumsatz bei (Vorjahr 105,73 Mio. Euro). Das damit in Göppingen erwirtschaftete EBIT erreichte 10,27 Millionen Euro, ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber 2010. Die beiden Geschäftsführer weisen darauf hin, dass „auf Grund des guten Jahresergebnisses schon im ersten Jahr nach Beendigung der Insolvenz Leistungsprämien an die Mitarbeiter am Stammsitz in Göppingen und bei der Märklin Hungaria Kft. In Györ ausgezahlt werden konnten“. Während der Insolvenz hatten die Belegschaften erhebliche finanzielle Einbußen akzeptiert und dadurch mit dazu beigetragen, dass das Unternehmen sehr schnell wieder in eine stabile wirtschaftliche Lage gebracht werden konnte. Alle betriebswirtschaftlichen Kennzahlen des operativen Geschäfts seien deutlich positiv. „Märklin hat sich im operativen Geschäft des Berichtsjahres vollständig aus dem eigenen Cash-Flow finanziert und steht damit wirtschaftlich auf sehr gesunden Füßen“, sagen Stefan Löbich und Wolfrad Bächle. Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditschulden seien Altlasten aus der Zeit vor der Insolvenz im Februar 2009. Im Rahmen des mit den Gläubigern vereinbarten Insolvenzplanes habe sich Märklin verpflichtet, diese Alt-Verbindlichkeiten zu verzinsen und in festgelegten Jahresraten zu tilgen. Zur Untermauerung ihrer Aussage weisen die Geschäftsführer darauf hin, dass die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr von 87 Mio. Euro auf 84 Mio. Euro verringert werden konnte; die Eigenkapitalquote kletterte zum 31.12.2011 unter Berücksichtigung der liquiden Mittel auf sehr gesunde 48 Prozent. Ein konsequentes Bestände-Management führte demnach zu einer erneuten Reduzierung der Vorräte um 20 Prozent und damit auch der gebundenen Finanzmittel. Dadurch konnte ein kräftiges Plus an Liquidität erreicht werden. So sei es möglich gewesen, auch die umfangreichen Investitionen vollständig aus eigenem Cash-Flow zu finanzieren. Insgesamt wurden demnach im Berichtsjahr mehr als 6 Mio. Euro in neue Technologien, Maschinen und Anlagen investiert. Dazu gehörte auch ein Erweiterungsbau im Werk Ungarn, wodurch 50 neue Dauer-Arbeitsplätze geschaffen wurden. Diese zusätzlichen Mitarbeiter seien erforderlich gewesen, um das aus China rückverlagerte Fertigungsvolumen verarbeiten zu können. Wolfrad Bächle weist darauf hin, dass diese Aufgabe mit Bravour bewältigt werden konnte, ohne dass es zu größeren Verzögerungen gekommen sei. Er betont weiter, dass die Investitionssumme in der Firmengruppe im laufenden Jahr gegenüber 2011 um mehr als 50 Prozent auf rund 10 Mio. Euro steigen wird. Von der im September 2011 ins Leben gerufenen Märklin Engineering GmbH werden zusätzliche Innovationsschübe erwartet, die dazu beitragen sollen, die technologische Führung von Märklin in allen Bereichen der Modelleisenbahntechnik weiter auszubauen. Die Aktivitäten dieses Tochterunternehmens werden von einem wissenschaftlichen Fachrat begleitet, in welchem namhafte Professoren befreundeter Hochschulinstitute vertreten sind. Märklin will im Übrigen künftig nicht nur ein traditionsreicher Hersteller von Modelleisenbahnen sein, sondern will sich darüber hinaus mehr und mehr zum „Allround“-Service- und Dienstleister für Händler und Endkunden entwickeln. Über Märklin Das 1859 von Theodor Friedrich Wilhelm Märklin gegründete Unternehmen entwickelte sich von einer kleinen Fabrik für Blechspielwaren zum heute weltweit bekannten Marktführer im Modellbahnbereich. 1888 übernahmen die Söhne Eugen und Karl Märklin die Firma als Gebr. Märklin. 1891 präsentierten die Brüder auf der Leipziger Frühjahrsmesse erstmals eine Modelleisenbahn. Unter dem Dach der Firmengruppe Märklin befinden sich die drei Modelleisenbahnmarken Märklin, TRIX und Lehmann-Gartenbahn (LGB). Das Unternehmen beschäftigt im Stammwerk Göppingen und in Györ (Ungarn) derzeit knapp 1.000 Mitarbeiter. Weitere Informationen: www.maerklin.de |
Gebr. Märklin & Cie. GmbH, Göppingen
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