| 21.05.2021, 12:49 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten |
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Das neue Konzept der „Renewable Materials Conference“ fand eine überwältigende Resonanz: 420 Teilnehmer sahen ein Feuerwerk an Innovationen nicht-fossiler Materiallösungen und wählten die Sieger des Innovationspreises. Zum ersten Mal präsentierte das nova-Institut Höhepunkte und Innovationen aus bio- und CO2-basierten Chemikalien und Materialien sowie des chemischen Recyclings. Oder mit anderen Worten: Alle Materiallösungen auf Basis erneuerbaren Kohlenstoffs, die das Potenzial haben bis 2050 die Petrochemie abzulösen. Denn der gesamte zusätzliche fossile Kohlenstoff aus dem Boden muss substituiert werden, um die Ursache des Klimawandels an der Wurzel zu lösen. Die drei Sieger stammen aus den Niederlanden (Plantics & Vepa), Frankreich (Carbios) und aus den USA/Schweiz (LanzaTech). Sie decken die drei Optionen des erneuerbaren Kohlenstoffs perfekt ab: bio-basiert (Hanffasern und Bioharz), Recycling (enzymatisches Recycling von PET) und CO2-Nutzung (Haushaltsreiniger). Alle drei Gewinner sind auf der Award-Collage zu sehen. Die dreitägige Renewable Materials Conference (18.-20. Mai, online) zählte nach Veranstalterangaben 420 Besucher. Durch die Kombination von Themen wurde eine völlig neue Plattform geschaffen, die das Präsentieren eigener Lösungen vor Vertretern anderer Branchen und den Aufbau neuer Netzwerke ermöglichte. Und hiervon wurde – dank des fortschrittlichen Online-Konferenzsystems – umfassend Gebrauch gemacht: 60 Vortragende, 11 Podiumsdiskussionen, 500 öffentliche Beiträge und 1.500 Netzwerkaktivitäten belegen den regen Austausch an den drei Konferenztagen. Der Beirat der Konferenz wählte aus 36 und exzellenten Einreichungen, die im Konferenz-Journal einzeln aufgeführt sind, sechs Unternehmen aus, ihre Technologien und Anwendungen dem Publikum vorzustellen. Alle vorgestellten Produkte sind bereits auf dem Markt erhältlich oder stehen kurz vor der Markteinführung. Die drei Gewinner wurden am zweiten Konferenztag von den Teilnehmern gewählt. Der Innovationspreis wurde von Covestro aus Leverkusen gesponsert und gemeinsam mit dem nova-Institut vergeben. Und hier die drei Gewinner im Detail: 1. Platz: Plantics (Niederlande) & Vepa (Niederlande): Stuhl aus Hanffasern und duroplastischem Bio-Harz Der niederländische Möbelhersteller Vepa bringt als den Angaben zufolge erster weltweit eine Stuhlkollektion mit einer Schale aus einem einzigartigen Bio-Material auf den Markt. Die verwendeten Materialien, Hanffaser und Bio-Harz, sind beide vollständig biologisch, pflanzenbasiert und recycelbar. Das einzigartige bio-basierte Harz und das Material sind Teil einer neuen Familie von bio-basierten Materialien, die von Plantics entwickelt wurde und weltweit für viele verschiedene Anwendungen patentiert ist. Plantics und Vepa haben zwei Jahre lang intensiv zusammengearbeitet, um das Bio-Material zu einer hochwertigen Sitzschale zu verarbeiten. Die Kollektion wird komplett in den Niederlanden produziert und umfasst derzeit Stühle und Barhocker. Beim Produktionsprozess wird mehr CO2 absorbiert als ausgestoßen. Außerdem sind die Stühle so designt, dass die verschiedenen Teile leicht zu trennen sind und die Materialien endlos wiederverwendet werden können – (www.vepa.nl, www.plantics.nl). 2. Platz: Carbios (Frankreich): Transparente Kunststoff-Flaschen aus enzymatisch recycelten Textilabfällen Carbios entwickelt biologische Prozesse zur Revolutionierung des End-of-Life von Kunststoffen und Textilien. Die Mission ist, eine industrielle Lösung für das Recycling von PET-Kunststoffen und Textilien anzubieten. Die enzymatische Recyclingtechnologie zerlegt jede Art von PET-Kunststoffabfall in seine Grundbestandteile (Monomere), die dann wieder zur Herstellung von neuem PET-Kunststoff in der Qualität von Primärrohstoff verwendet werden können. Im Jahr 2020 wurde die erste transparente Kunststoff-Flasche aus enzymatisch recycelten Polyester-Textilabfällen hergestellt. Mechanische Recyclingtechnologien können Textilabfälle nicht effizient recyceln. Mit dem neuen enzymatischen Verfahren lassen sich dagegen Polyester-Fasern zu einer hochwertigen PET-Qualität „upcyceln“, die sich für die Herstellung von durchsichtigen Flaschen eignet – (www.carbios.com/en/enzymatic-recycling). 3. Platz: LanzaTech (USA/Schweiz): CO2-Recycling für CarbonSmart-Reiniger Im Jahr 2020 haben das Schweizer Einzelhandelsunternehmen Migros und seine Tochtergesellschaft Mibelle Group eine Reihe von flüssigen Reinigungsprodukten mit LanzaTechs „CarbonSmart Ethanol“ als Teil des Migros „Plus Oeco Power“ und „Potz“ Reiniger-Sortiments eingeführt. Diese Produkte sind jetzt in Migros-Supermärkten in der Schweiz erhältlich. Das „CarbonSmart Ethanol“ wird aus recyceltem Kohlenstoff aus Abgasen der Stahlindustrie hergestellt. Der neue Herstellungsprozess reduziert Treibhausgas-Emissionen und hält zusätzliche fossile Ressourcen im Boden, schützt die Artenvielfalt und vermeidet Landnutzungs-Änderungen. Der signifikante Beitrag zur Nachhaltigkeit wurde durch eine unabhängige Ökobilanz validiert und der Ansatz erhielt Unterstützung von Experten des WWF in der Schweiz – (www.lanzatech.com). Die nächste Konferenz ist im Mai 2022 als Hybrid-Veranstaltung geplant. Weitere Informationen: renewable-materials.eu, nova-institut.de |
nova-Institut für politische und ökologische Innovation GmbH, Hürth
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