| 03.02.2026, 14:10 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Auf der KPA Ulm 2026 stellt die 1A Autenrieth-Kunststofftechnik GmbH eine durchgängige Prozesskette zur Herstellung serienreifer Hochleistungskomponenten aus Recyclingmaterialien vor. Im Mittelpunkt des Vortrags von Ronald Müller, verantwortlich für Technologiemanagement und Vertrieb, stehen recycelte Carbonfasern (rCF), recycelte Aramidfasern (rAF) sowie rezyklierte Thermoplaste, die für anspruchsvolle Leichtbauanwendungen qualifiziert werden. Ausgangspunkt der Entwicklung sind verschärfte CO₂-Regularien und eine zunehmende Verknappung primärer Rohstoffe. Ziel ist es, Leichtbaukonzepte mit reduzierter Umweltwirkung umzusetzen, ohne funktionale Anforderungen zu vernachlässigen. Nach Auffassung des Unternehmens reicht ein reines Downcycling nicht aus. Erforderlich seien technische Rezyklate, die auch in sicherheits- und leistungsrelevanten Anwendungen, etwa im Mobilitäts- oder Schienenverkehrsbereich, eingesetzt werden können. Die Umsetzung ist mit mehreren technischen Herausforderungen verbunden. Dazu zählen schwankende Qualitäten der Rezyklate, die Beherrschung von Imprägnierung und Rheologie in der Verarbeitung, die Einhaltung strenger Brandschutzanforderungen nach EN 45545 sowie die Validierung entlang geltender Normen. Autenrieth begegnet diesen Anforderungen mit einem ganzheitlichen Entwicklungsansatz, der die gesamte Wertschöpfungskette umfasst – von der Materialspezifikation über Halbzeuge und Prozesse bis hin zu Bauteilentwicklung, Prüfung, Simulation sowie Lebenszyklusanalysen. Auf Materialebene basiert das Konzept auf drei Elementen. Recycelte Carbon- und Aramidfasern werden zu Garnen und Vliesen weiterverarbeitet, wobei Schlichtesysteme sowie Spinn- und Vliesprozesse angepasst werden. Ergänzend kommen rezyklierte Thermoplaste mit niedriger Viskosität und gezielter Additivierung zum Einsatz. Eine auf die Anforderungen der EN 45545 abgestimmte Brandschutzstrategie bildet den dritten Baustein. Prozesstechnisch setzt das Unternehmen auf drei Schlüsseltechnologien: die thermoplastische Schmelzpultrusion zur Herstellung kontinuierlicher Profile, Umform- und Biegeverfahren zur Erzeugung geometrisch präziser Strukturen sowie den Hybrid-Spritzguss mit Organosheets und Stäben für funktionalisierte und skalierbare Bauteile. Der Fokus liegt dabei auf kontinuierlichen, automatisierbaren Verfahren, die eine Serienfertigung ermöglichen. Als Demonstrator dient eine Gepäckablage für den Schienenverkehr, die als Ersatz für Aluminiumbauteile ausgelegt ist. Das Bauteil erfüllt Anforderungen an geringes Gewicht und hohe mechanische Belastbarkeit, einschließlich definierter Missbrauchsszenarien, und entspricht den relevanten Brandschutzvorgaben. Die Fertigung erfolgt in seriennahen Prozessketten. Die Absicherung erfolgt über eine umfassende Charakterisierung von Materialien und Halbzeugen sowie über Bauteilprüfungen zu Mechanik, Alterung und Sicherheit. Unterstützend wird eine virtuelle Prozesskette eingesetzt, mit der sich Entwicklungsiterationen reduzieren und Entwicklungszeiten sowie -kosten senken lassen. Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags ist die kombinierte Betrachtung von ökologischen und ökonomischen Effekten. Life-Cycle-Assessment (LCA) und Life-Cycle-Costing (LCC) werden genutzt, um recyclingbasierte Composite-Lösungen mit konventionellen Aluminiumbauteilen zu vergleichen. Ziel ist eine fundierte Entscheidungsbasis unter Berücksichtigung von CO₂-Bilanz und Kosten über den gesamten Lebenszyklus. Die 1A Autenrieth-Kunststofftechnik GmbH ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit Sitz in Heroldstatt. Das Unternehmen beschäftigt rund 50 Mitarbeitende im Dreischichtbetrieb und produziert auf 25 Maschinen jährlich mehr als 42 Millionen Teile. Es ist nach ISO 9001 und ISO 14001 zertifiziert und verfügt über Projekterfahrung in mehr als 30 Branchen, darunter Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt sowie Maschinenbau. KPA Ulm 2026, 25.-26. Februar 2026, Ulm, Stand 2-A8 Weitere Informationen: www.autenrieth-kunststofftechnik.de |
1A Autenrieth Kunststofftechnik GmbH & Co. KG, Heroldstatt
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