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09.10.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten    

Spectrix: Siebenstufige Prozesskette für Spritzgießprojekte

Spetrix End-to-End Injection Molding live auf der Fakuma 2026 - (Bild: Spectrix).
Spetrix End-to-End Injection Molding live auf der Fakuma 2026 - (Bild: Spectrix).
Spectrix zeigt auf der Fakuma 2026 anhand einer Medizintechnik-Anwendung, wie die innerhalb der Unternehmensgruppe gebündelten Kompetenzen von der frühen Produktentwicklung bis zur Serienproduktion und zum Lifecycle-Support zusammengeführt werden. Als Demonstrator dient ein 6-fach-Singleface-Werkzeug für ein Pipettenspitzenrack, das während der Messe in einer vollständigen Produktionszelle betrieben wird.

Die Prozesskette gliedert Spectrix in sieben Schritte: frühe Projektbeteiligung, Produktentwicklung, Pilotierung und Prototypenbau, Produktionswerkzeugbau, Validierung und Integration, Produktion und Skalierung sowie Lifecycle-Support. Im Mittelpunkt steht dabei die Abstimmung von Bauteil, Werkstoff, Werkzeug, Heißkanal, Regelung, Automation und Spritzgießprozess.

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Frühe Einbindung und Produktentwicklung
Bereits vor dem Werkzeugbau sollen Materialauswahl, Bauteilgeometrie und Fertigungskonzept auf die spätere Serienproduktion abgestimmt werden. Spectrix verbindet dazu Co-Development und Design for Manufacturing mit Werkstoff- und Prozesswissen. Nach Unternehmensangaben wurden mehr als 500 Kunststofftypen getestet und dokumentiert.

Für Konstruktion, Simulation und Prozessauslegung stehen innerhalb der Gruppe mehr als 150 Werkzeug- und Heißkanalkonstrukteure sowie über 30 Anwendungs- und Mold-Flow-Ingenieure zur Verfügung. Simulationen sollen unter anderem Füllverhalten, thermische Randbedingungen und mögliche Prozessrisiken vor dem Bau des Serienwerkzeugs bewerten.

Produktionswerkzeug und Heißkanaltechnik
Pilotwerkzeuge und Vorserien können eingesetzt werden, wenn neue Werkzeug- oder Prozesskonzepte vor der Industrialisierung abgesichert werden müssen. Beim Fakuma-Demonstrator verzichtete Spectrix wegen der vergleichsweise überschaubaren 6-fach-Auslegung auf diesen Zwischenschritt und fertigte unmittelbar ein Produktionswerkzeug.

Das 6-fach-Singleface-Werkzeug stammt von "Männer". Die 3-D-gedruckten Kavitäten werden anschließend mit konventionellen Verfahren wie Fräsen, Erodieren und Polieren präzisionsbearbeitet. Für die Schmelzeverteilung kommt ein natürlich balanciertes 6-fach-Heißkanalsystem der "Männer Performance Line" zum Einsatz.

Die Temperaturregelung übernimmt der "Gammaflux G25". Nach Angaben des Unternehmens erfasst das System die Temperatur 20-mal pro Sekunde und regelt mit einer angegebenen Präzision von 0,017 °C nach. Ziel ist eine möglichst gleichmäßige thermische Führung des Heißkanals über alle Kavitäten.

Validierung und Integration der Produktionszelle
Nach Fertigstellung des Werkzeugs werden Werkzeug, Spritzgießmaschine und Automation als Gesamtsystem abgestimmt. Spectrix setzt dabei auf einen Scientific-Molding-Ansatz, bei dem die wesentlichen Prozessparameter systematisch ermittelt und ein belastbares Prozessfenster definiert werden.

Je nach Anwendung umfasst die Unterstützung auch funktionale Verifikation, Prozessvalidierung sowie die Qualifizierungsschritte DQ, IQ, OQ und PQ. Hinzu kommen bei regulierten Anwendungen der Transfer in die Produktionsumgebung und der Site Acceptance Test. Für den Fakuma-Demonstrator wird das Werkzeug in eine Spritzgießmaschine "Arburg 570 H 2000-800" integriert.

Produktion, Skalierung und Lifecycle-Support
Für Versuche, Bemusterung, Validierung und Produktionsanläufe stehen in den weltweiten Tech Centern von Spectrix nach Unternehmensangaben mehr als 60 Spritzgießmaschinen zur Verfügung. Unter dem Bereich Specialty Injection Molding sollen darüber hinaus Bridge- und temporäre Produktionen möglich sein, etwa zur Überbrückung bis zum regulären Serienstart oder für einen kontrollierten Transfer an einen späteren Produktionsstandort.

Zum Leistungsumfang gehören außerdem Kleinserien und spezialisierte Nischenfertigungen. Für ausgewählte Anwendungen ist auch eine dauerhafte Serienproduktion vorgesehen. Die Fertigung soll dabei durch dokumentierte Qualitätsprozesse und Rückverfolgbarkeit abgesichert werden.

Nach dem Serienanlauf umfasst der Lifecycle-Support Wartung, Ersatzteilversorgung, Optimierung, Refurbishment und Modernisierung von Werkzeug- und Heißkanalsystemen. Damit soll die technische Betreuung über den Produktionsanlauf hinaus fortgeführt werden.

Gebündelte Kompetenzen innerhalb von Spectrix
Spectrix bündelt die Marken "Männer", "Foboha", "Synventive", "Thermoplay", "Gammaflux" und "Priamus". Das Spektrum reicht damit vom Co-Development sowie Werkzeug- und Heißkanalbau über Sensorik und Regelung bis zu Systemvalidierung, Spezialspritzguss und Lifecycle-Services. Die Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 2.000 Spezialisten und betreibt acht Produktionsstandorte sowie mehr als 60 Vertriebs- und Servicestandorte.

Die Fakuma-Anwendung soll diese Prozesskette anhand eines konkreten Medizintechnik-Bauteils abbilden. Die Produktionszelle wird am Spectrix-Stand in Halle A1, Stand 1208, live betrieben.

Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle A1, Stand 1208

Weitere Informationen:
spectrix.com, www.maenner-group.com, foboha.com, www.synventive.com, www.thermoplay.com, spectrix.com/en/gammaflux, priamus.com

Spectrix - Otto Männer GmbH, Bahlingen am Kaiserstuhl

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