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18.11.2008 | Lesedauer: ca. 3 Minuten    

AgPU + Vinyl 2010: Stellungnahme zum PVC-Recycling in Deutschland

Die AgPU Arbeitsgemeinschaft PVC und UMWELT e.V. (www.agpu.com) und Vinyl 2010 (www.vinyl2010.org) weisen entschieden den Vorwurf zurück, den die Organisation EUPVcycle in einer jüngsten Pressemeldung gemacht hat: dass Statistiken zu PVC-Recycling-Zahlen in Deutschland durch die Industrie in gewisser Weise irreführend manipuliert worden seien.

Um eine mögliche Verwirrung bezüglich der in Deutschland berichteten Recyclingmenge von PVC zu klären, geben Vinyl 2010 (die in Brüssel ansässige Organisation, die die Freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie vertritt) und die AgPU, die Arbeitsgemeinschaft PVC und UMWELT e.V. in Bonn, folgende Stellungnahme ab:

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Die Gesamtmenge von PVC-Abfall, die in Deutschland recycelt wird, lässt sich in drei grobe Materialströme unterteilen: "PVC-Produktionsabfälle" (Abschnitte etc. aus der Herstellung von Erzeugnissen); "regulierte Nachgebrauchs-/post-consumer-Abfallströme" (aus den Bereichen Automobil, E&E- und Verpackungsindustrie, deren Abfallsammlung und -behandlung durch EU-Vorschriften geregelt ist) und "nicht regulierte post-user/Nachgebrauchs-PVC-Abfälle" (alle anderen PVC-Produkte am Ende des Lebenszyklus).

Um die Wiederverwertung der letzt genannten und besonders schwierig zu vermarktenden Abfallfraktionen anzuregen, verpflichete sich die europäische PVC-Branche im Jahre 2000 - im Rahmen ihrer Freiwilligen Selbstverpflichtung Vinyl 2010-Programme und Systeme zu entwickeln, um im Jahr 2010 ein Recycling von 200.000 t von "nicht reguliertem post-user/Nachgebrauchs-PVC-Abfall" zu erreichen, zusätzlich zu jenen Mengen, die im Jahr 2000 bereits recycelt wurden. Eine europäische Non-profit-Organisation (Recovinyl) wurde errichtet, um zusätzliche Programme umzusetzen und reale Messungen und Überprüfungen durch externe unabhängige Audits (KPMG) sicher zu stellen Diese Messungen sind es, auf denen die durch Vinyl 2010 in ihren jährlichen Fortschrittsberichten veröffentlichten Statistiken über die Verwertung von "nicht regulierten post-consumer/Nachgebrauchs-PVC-Abfällen" beruhen. Die veröffentlichte auditierte Zahl für wieder verwerteten "nicht regulierten post-user/Nachgebrauchs-PVC-Abfall", der durch das Recovinylsystem registriert wurde, belief sich in Deutschland für 2007 auf etwa 36.000 Tonnen.

Eine davon unabhängige Schätzung sämtlicher in Deutschland recycelter PVC-Abfälle, die von Consultic, einer in Frankfurt ansässigen Marktforschungsgesellschaft, durchgeführt wurde, beruht statt auf einer direkten Messung auf einer Methode von Stichproben zur Erfassung des Marktes. Die Erhebung von Consultic enthält Mengen von PVC-Produktionsabfällen und differenziert nicht zwischen post-user/Nachgebrauchs-Material, das aus dem Bereich "regulierter" und "nicht regulierter post-consumer-/Nachgebrauchs"-PVC-Abfall entstammt.

Auf der Grundlage der von der Consultic durchgeführten Erhebung war es eine Gesamtmenge von 221.000 t PVC, die in Deutschland im Jahr 2007 werkstofflich recycelt wurde. Obwohl es keinen direkten Zusammenhang zwischen den durch Recovinyl registrierten Mengen und den Schätzungen von Consultic gibt, muss man davon ausgehen, dass die Consultic-Zahl von 77.000 Tonnen für post-consumer-PVC-Abfall auch die von Recovinyl angegebenen 36.000 Tonnen von "nicht reguliertem post-user/Nachgebrauchs-PVC-Abfall" enthält.

Vinyl 2010 und AgPU weisen des Weiteren ausdrücklich die irreführende und ungenaue Information von EUPVcycle in dieser Pressemeldung bezüglich der Auswirkungen der Verbrennung von PVC-haltigem Abfall zurück.

Aufgrund des langen Lebenszyklus vieler PVC-Anwendungen wie zum Beispiel von Rohren und Fensterrahmen ist der Anteil von PVC, der in den allgemeinen Abfall gelangen kann, zur Zeit immer noch äußerst gering (weniger als 1 % von der Gesamtmenge). Kommunale Müllverbrennungsanlagen werden strengstens kontrolliert und reguliert. PVC ist nur einer von verschiedenen Einträgen zu dem Chloranteil von städtischem Abfall und daher werden Müllverbrennungsanlagen so konzipiert, dass sie sauren Rauchgasen standhalten. Organische Abfälle (Holz, Nahrungsreste) tragen ebenfalls signifikant dazu bei. Obendrein werden jegliche in Abfall gebildete Säuren entweder zurück gewonnen oder zu Salzen neutralisiert. Außerdem haben unabhängige und gut dokumentierte wissenschaftliche Studien bewiesen, dass Emissionen von Dioxinspuren Ergebnis von Verbrennung des normalen Mülls ist, unabhängig davon, ob PVC in der Mischung vorhanden ist oder nicht, und dass Emissionen von Dioxinen in die Atmosphäre über die vergangenen Dekaden dramatisch gefallen sind, während die Menge an produziertem PVC stark angestiegen ist.

Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. + Vinyl 2010, Bonn + Brüssel, Belgien

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