| 11.07.2006 | Lesedauer: ca. 1 Minute |
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Mit der Gewinnung von Treibstoffen aus Tierfett befasst sich ein Forschungsprojekt der FH Gießen-Friedberg (www.fh-giessen-friedberg.de). Diese Initiative, die große öffentliche Aufmerksamkeit erregt hat, wird von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) finanziell gefördert. Als Nebenprodukt der Untersuchungen im Pilotmaßstab wurde eine neue Ölquelle entdeckt: Kunststoffabfälle. „Das Öl produzierende Verfahren funktioniert auch mit alten Kunststoffen – von der Zahnpastatube bis zum Gehäuse ausrangierter Elektrogeräte“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Ernst Stadlbauer vom FH-Labor für Entsorgungstechnik. Thermokatalytischer Schlaufenreaktor Bei der Ölgewinnung aus Kunststoffabfällen werden spezielle Katalysatoren eingesetzt. Diese können lange Kohlenstoffketten der Kunststoffe bei etwa 350-400 Grad an bestimmten Stellen gezielt auseinander brechen. Das Projektteam hat dafür den Ausdruck: „Thermokatalytisches Kracken“ geprägt. Der entwickelte Reaktor bringt den zerkleinerten Kunststoffabfall und die hochwirksamen Katalysatoren in innigen Kontakt. Er ist unter dem Namen „Thermokatalytischer Schlaufenreaktor“ patentiert. Die besten Öle werden mit Kunststoffabfällen auf der Basis von Polyethylen und Polypropylen gewonnen. Die Ausbeute dabei beträgt 80-90 Prozent. Aus 1.000 Kilogramm Abfall werden etwa 1.000 Liter Öl gewonnen. Auch Polystyrol, Polycarbonat und die vielseitige PET-Getränkeflasche sind verwendbar. |
Fachhochschule Gießen-Friedberg, Gießen
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