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24.09.2021, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 7 Minuten    

Wittmann Battenfeld: Live vor Ort und via "Wittmann Interactive" aus den Technika

SmartPlus 60 - (Bild: Wittmann Gruppe).
SmartPlus 60 - (Bild: Wittmann Gruppe).
Nach einem Jahr "Fakuma-Pause" präsentiert sich die Wittmann Gruppe ihre Produkthighlights wieder live vor Ort. Live ist diesmal aber mehr als nur eine Vor-Ort-Präsenz. Neben den in Friedrichshafen physisch zu besichtigenden Exponaten wird Wittmann auch die Möglichkeit bieten, via der neuen Medientechnologie "Wittmann Interactive live" in die Standorte zu schalten und damit Einblick in weitere Exponate zu geben.

Das Highlight der diesjährigen Präsentation von Wittmann Battenfeld soll die neue servohydraulische SmartPlus sein. Wittmann hebt hier besonders die neue Steuerung B8X mit im Haus entwickelten Steuerungskomponenten vor. Diese soll eine höhere Taktfrequenz, kürzere Reaktionszeiten und eine höhere Reproduzierbarkeit der Teile bei unverändertem Bedienkomfort und gewohnter Visualisierung ermöglichen. Zudem ist die SmartPlus mit der für die EcoPower entwickelten Energierückgewinnungstechnologie KERS ausgestattet. Derzeit werde die SmartPlus bei ausgewählten Kunden für Praxistests eingesetzt. Ab dem 4. Quartal 2021 soll die Maschine in den Schließkraftgrößen von 60 bis 180 t in erster Serie verfügbar sein.

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Radblende für Rasenmäher, hergestellt mit der neuen SmartPlus 180 - (Bild: Wittmann Gruppe).
Radblende für Rasenmäher, hergestellt mit der neuen SmartPlus 180 - (Bild: Wittmann Gruppe).
Die Vorteile der neuen SmartPlus sollen anhand einer SmartPlus 180/750 vorgestellt werden. Die Anlage ist mit der Anwendungssoftware "HiQ Flow", dem neuen Condition Monitoring System CMS-Light zur Überwachung von erweiterten, servicerelevanten Maschinenparametern und einem gravimetrischen Dosiergerät GRAVIMAX G14 ausgestattet. Die Automatisierung mit einem Wittmann Roboter PRIMUS 26T wird über eine von Wittmann Battenfeld Deutschland Nürnberg entwickelte und produzierte Easy-Zelle realisiert. Die auf Rollen montierte Easy-Zelle kommt ohne Schutztür aus und benötigt damit nur minimalen Platz neben der Spritzgießmaschine.

Mit der SmartPlus 180/750 wird eine Radblende für Rasenmäher mit einem Werkzeug der Firma Uralan, Deutschland, aus PP hergestellt. Im Sinne einer nachhaltigen Produktion wird dabei eine Mischung von Neuware und Rezyklat verwendet. Zur Sicherstellung der Qualität der Teile wird die Software "HiQ Flow" eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine materialviskositätsbezogene Einspritzregelung, mit deren Hilfe Temperatur- und Chargeneinflüsse auf die Materialviskosität kompensiert werden.

Medical-Anwendung auf EcoPower 55 Produktionszelle
Anhand der Herstellung einer Schlauchklammer für die Medizintechnik mit einem 8-fach-Werkzeug der Firma WILAmed, Deutschland, will Wittmann Battenfeld seine Kompetenz im Bereich der Digitalisierung demonstrieren. Zum Einsatz kommt dabei eine vollelektrische EcoPower 55/350, die mit den Software-Paketen "HiQ Flow" zum Ausgleich von Viskositätsschwankungen, HiQ Melt zur Überwachung der Materialqualität und HiQ Metering zum aktiven Verschließen der Rückstromsperre ausgestattet ist.

Schlauchklammer für die Medizintechnik, hergestellt auf einer EcoPower 55/350 Wittmann 4.0 Produktionszelle - (Bild: Wittmann Gruppe; Bild Schlauchklemme: WILAmed GmbH).
Schlauchklammer für die Medizintechnik, hergestellt auf einer EcoPower 55/350 Wittmann 4.0 Produktionszelle - (Bild: Wittmann Gruppe; Bild Schlauchklemme: WILAmed GmbH).
In die Unilog B8-Steuerung der Maschine sind der Wittmann Roboter W918, ein Segmentradtrockner Aton plus H30 und drei Temperiergeräte der Serie Tempro plus D als auch das MES-System Temi+ via Wittmann 4.0 integriert. Auf der Unilog B8 kommt auch das elektronische Werkzeugdatenblatt zum Einsatz. Die mittels Wittmann 4.0 Router vernetzte Produktionszelle kann damit prüfen, ob die angeschlossenen Peripheriegeräte für den vorgewählten Produktdatensatz ausreichend sind oder ob weiteres Equipment benötigt wird. Auch bei dieser Anwendung wird die Automatisierung mittels Easy-Zelle von Wittmann Battenfeld Deutschland realisiert werden.

LSR-Anwendung auf MicroPower 15/10H/10H Combimould
Sein Know-how im Bereich der LSR-Verarbeitung als auch des Spritzgießens von Kleinst- und Mikroteilen will Wittmann Battenfeld anhand der Produktion eines Stützrings mit Silicon-Membrane aus PC und LSR auf einer MicroPower 15/10H/10H Combimould zeigen.

Die MicroPower in Mehrkomponentenausführung ist mit zwei horizontal angeordneten Spritzaggregaten und einem Drehteller ausgestattet. Die Maschine ist für den Spritzguss im Reinraum ausgelegt. Der Drehteller ist komplett gekapselt. Alle Anschlüsse für Heizungen, Temperaturfühler, Wassertemperierung, Kernzugspneumatik und -sensorik sowie Ausblasventil sind am Drehteller ausgeführt. Die damit kurzen Anschlüsse zum Werkzeug sollen den Bedienkomfort der Maschine erhöhen. Wie bei der Standardmaschine sind auch die Spritzaggregate der MicroPower Mehrkomponenten-Maschine in Form von zweistufigen Schnecken-Kolben-Aggregaten mit einem Schussvolumen von 4 cm³ ausgeführt, die mit kürzesten Fließwegen die Verarbeitung thermisch homogener Masse und damit eine hervorragende Qualität der Teile ermöglichen sollen.

Bei den für den vorgestellten Stützring eingesetzten Materialien handelt es sich um Polycarbonat (Makrolon) von Covestro und ein selbsthaftendes LSR (Silopren) von Momentive. Das Werkzeug wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Nexus gebaut. Die LSR-Dosieranlage stammt von Nexus und ist mit einem neuen Servomix-Dosiersystem mit OPC-UA-Schnittstelle (Euromap 82.3) ausgestattet.

IMAGOxt zur Minimierung des Energieverbrauchs
Alle am Wittmann-Stand gezeigten Maschinen werden mit der Software IMAGOxt, einem Zusatzmodul zum MES TEMI+, ausgestattet sein. IMAGOxt ermöglicht es, den Energieverbrauch bzw. Energiefluss sichtbar zu machen und zu überwachen.
Mit Hilfe von IMAGOxt kann damnach eine detaillierte Energiekosten-Analyse für die angeschlossenen Maschinen erstellt werden. In weiterer Folge können benutzerdefinierte KPIs erzeugt, personalisierte Berichte und Alarmanzeigen generiert und die energetische Leistung des Unternehmens kontrolliert werden.

Druckregelmodul (links) und Handbediengerät Airmould Next - (Bild: Wittmann Gruppe).
Druckregelmodul (links) und Handbediengerät Airmould Next - (Bild: Wittmann Gruppe).
"Airmould" Center
Die neuesten Entwicklungen im Bereich der Gasinnendrucktechnologie "Airmould" werden am Messestand in einem eigenen "Airmould" Center vorgestellt. Hier können sich Interessenten über die Möglichkeiten, die diese Technologie im Sinne einer nachhaltigen Produktion von Teilen bietet als auch über die Vorteile des neuen Druckregelmoduls und des Handbediengerätes der nächsten Generation "Airmould" Next eingehend informieren.

Wittmann Interactive - Streaming von der Messe in die Technika
Zusätzlich zu den am Messestand 1204 in der Halle B1 ausgestellten Exponaten bietet die Wittmann Gruppe ihren Besuchern die Möglichkeit, sich vor Ort mittels der neuen Medientechnologie Wittmann Interactive in die Technika in Kottingbrunn, Meinerzhagen und Nürnberg einzuwählen und dort Informationen zu weiteren ausgewählten Exponaten zu erhalten.

Via Wittmann Interactive zeigt Wittmann Battenfeld bestehende Technologien wie die Leichtbautechnologie "Cellmould" auf einer MacroPower 1100/12800. Mit dieser Maschine wird ein Sitzbankträger für einen deutschen Sportwagen aus PP mit einem 1-fach-Werkzeug der Firma Frimo, Deutschland, hergestellt. Des Weiteren wird am Standort in Meinerzhagen Inline-Recycling mit einer SmartPower 60 Ingrinder gezeigt. Auf der Maschine wird mit einem 2-2-fach-Werkzeug eine Dose mit Deckel aus PS produziert.

Neben den bereits bekannten Technologien werden an den einzelnen Standorten auch neue Applikationen vorgestellt:

Spritzprägen für dünnere Wandstärken
Becher, hergestellt mit einer schnelllaufenden EcoPower Xpress 160 unter Einsatz der Dünnwandtechnologie ICM - (Bild: Glaroform AG).
Becher, hergestellt mit einer schnelllaufenden EcoPower Xpress 160 unter Einsatz der Dünnwandtechnologie ICM - (Bild: Glaroform AG).
Beim Spritzprägen (ICM Injection Compression Molding) wird die Schmelze in eine nicht vollständig geschlossene Form eingespritzt. Die Formgebung erfolgt nach vollständigem Schließen des Werkzeugs durch Verdrängen der Schmelze in die Kavität. Dadurch kann das Werkzeug mit geringerem Druck befüllt werden, was eine Reduzierung des Verzugs im Teil zur Folge haben soll.

Diese Technologie stellt Wittmann Battenfeld in Kottingbrunn anhand einer schnelllaufenden EcoPower Xpress 160/1100+ vor. Die Maschine ist mit einem Wittmann Roboter zur schnellen Entnahme der Teile ausgestattet. Mit einem 4-fach-Werkzeug der Firma Glaroform, Schweiz, wird ein Becher mit geringer Wandstärke in kurzer Zykluszeit hergestellt. Durch die dynamische Antriebstechnologie der schnelllaufenden EcoPower Xpress sollen im Besonderen die für das ICM-Verfahren erforderlichen geringen Einspritzzeiten realisiert werden können.

Handtuchhalter, hergestellt unter Einsatz der Gasinnendrucktechnologie Airmould Next - (Bild: Wittmann Gruppe).
Handtuchhalter, hergestellt unter Einsatz der Gasinnendrucktechnologie Airmould Next - (Bild: Wittmann Gruppe).
Ressourcenschonung durch Gasinnendrucktechnologie "Airmould" Next
Bei der Gasinnendruck-Technologie "Airmould" Next wird Stickstoff in die teilweise oder vollständig mit Schmelze gefüllte Formkavität injiziert, wodurch sich eine innere Hohlraumstruktur ausbildet. Auf diesem Wege lassen sich Leichtbauteile mit kurzer Zykluszeit und gleichzeitig guten Oberflächen erzeugen. Die neue Gasinnendrucktechnologie "Airmould" Next wird in Meinerzhagen anhand einer servohydraulischen SmartPower 120/525 vorgestellt. Mit der Maschine wird ein Handtuchhalter aus Polystyrol hergestellt.

Dekorierte und funktionalisierte Oberflächen
In einem Gemeinschaftsprojekt mit den Firmen Leonhard Kurz, Hersteller von funktionalen Folien und Folienzuführeinrichtungen, und Syntech Plastics, Technologieanbieter IMD, will Wittmann Battenfeld das Thema der dekorierten und funktionalisierten Oberflächen sowohl für die Automobilindustrie als auch die Weiße Ware und andere Bereiche durch Bereitstellung geeigneter Spritzgießtechnologie weiter vorantreiben. Gearbeitet wird dabei an einem Anlagenkonzept, das alle wesentlichen Elemente für vier verschiedene Dekorationsverfahren vorsieht und das auf den konkreten Anwendungsfall anpassbar sein wird. Die Anlage soll flexibel für IMD mit Folienvorschubeinheit, IMD mit Vorheizen der Folie, IMD Vario mit Vorheizen und Tiefziehen Insert Molding ausgelegt sein. Die Maschine ist mit dem Expert-Coining Paket ausgestattet, das parallele Werkzeugbewegungen während des Einspritzvorgangs zulässt.

Via Wittmann Interactive präsentieren die Partner am Wittmann Battenfeld Standort Nürnberg mit einer SmartPower 300 Produktionszelle mit Automatisierung und Wittmann 4.0 Integration eine Innenabdeckung für die Automobilindustrie mit funktionaler Oberfläche. Das komplette Interieur-Teil wird auf Demonstratoren sowohl auf dem Wittmann Messestand als auch auf dem Messestand der Firma Leonhard Kurz zu sehen sein.

Fakuma 2021, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2021, Halle B1, Stand 1204

Weitere Informationen: www.wittmann-group.com

Wittmann Battenfeld GmbH, Kottingbrunn, Österreich

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