| 16.01.2025, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
|
![]() ![]() Elektroden für die Senkerosion (oben) können dank hochgefüllter Kunststoffe nun auch per Additiver Fertigung entstehen - (Bild: IKT). Ein verbreitetes additives Fertigungsverfahren ist das bekannte Strangablegeverfahren. Es hat allerdings einen Nachteil: Wer damit komplex gestaltete, konkave Teile mit Überhängen und Hinterschneidungen fertigen will, ist auf Stützstrukturen angewiesen. Hier haben sich lösliche Werkstoffe etabliert, die durch einen weiteren Druckkopf abgelegt werden und im Rahmen der Nachbearbeitung besonders einfach entfernt werden können. Diese gelangen jedoch oft mit dem Abwasser in die Umwelt. Polyhydroxyalkanoate (PHA) sind hier eine bessere Alternative: Am IKT ist es gelungen, daraus in Wasser biologisch abbaubare Werkstoffe für Stützstrukturen zu gewinnen. Durch Einbringen von Salz in den Strang zerfallen diese bei Wasserkontakt rasch und können leicht vom Druckobjekt entfernt werden. Das Strangablegeverfahren flüssigkristalliner Polymere (LCP) ermöglicht die Herstellung von Bauteilen mit hoher uniaxialer Zugfestigkeit und hohem E-Modul. Ihre mechanischen Eigenschaften können zudem leicht durch entsprechende Variation der Verarbeitungsparameter während des „Drucks“ angepasst werden. Am IKT wurde nun das Orientierungsverhalten von thermotropen flüssigkristallinen Polymeren für verschiedene Verstreckverhältnisse nach der Filamentextrusion untersucht. Mit Hilfe der Weitwinkel-Röntgenstreuung (WAXS) wurde auch die Orientierungsgüte nach dem Austritt des Strangs aus der Druckdüse erfasst. Resultat: Die verstreckten Filamente zeigen zwar eine hohe Orientierungsgüte in Extrusionsrichtung – wobei die molekulare Ordnung im Außenbereich höher ist als im Kernbereich. Nun wird nach Ansätzen gesucht, diese hohe Orientierungsgüte nach dem Passieren der Druckerdüse aufrecht zu erhalten. Eine ganz andere Anwendung des Strangablegeverfahrens wurde für die Herstellung von Elektroden gefunden, die im Werkzeugbau für die Senkerosion eingesetzt werden. Diese werden heute meist zeit- und kostenintensiv zerspanend aus einem Graphitblock gefertigt. Am IKT ist es nun erstmals gelungen, mit Grafit hochgefüllte Filamente für das Strangablegeverfahren zu entwickeln, aus denen sich dreidimensional geformte Elektroden ebenfalls herstellen lassen. Diese und weitere aktuelle Themen aus dem Bereich der praxisrelevanten Kunststofftechnik stehen im Mittelpunkt des 29. Stuttgarter Kunststoffkolloquiums des Instituts für Kunststofftechnik (IKT) der Uni Stuttgart vom 17. bis zum 21. Februar 2025. Die ersten drei Tage, vom Montag, den 17.2. bis Mittwoch, den 19.2. werden als „virtuelle“ Tagung durchgeführt; die Teilnahme ist kostenlos, es ist aber eine Anmeldung erforderlich. Am Donnerstag, den 20.2. und Freitag, den 21.2., geht die Tagung in einen Präsenzteil über. Der Freitag steht unter den Leitthemen „Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen“ mit mehreren Plenarvorträgen und einer Podiumsdiskussion mit namhaften Vertretern aus Industrie und Politik. Anmeldungen sind noch bis zum 6. Februar 2025 möglich. Auf einer Abendveranstaltung am Donnerstag, den 20. Februar gilt es außerdem, „60 Jahre Kunststofftechnik in Stuttgart“ zu feiern; hier wird auch der renommierte Ensinger-Preis verliehen. Am Nachmittag des gleichen Tages (17 Uhr) werden auch das neue Rheometrie-Labor und das neue Compoundier-Technikum des Instituts eröffnet. „29. Stuttgarter Kunststoffkolloquium“ - 17.-21. Februar 2025 17.-19. Februar 2025 - virtuell 20.-21. Februar 2025 - Präsenz in Stuttgart Weitere Informationen: |
Universität Stuttgart, Institut für Kunststofftechnik (IKT), Stuttgart
» insgesamt 144 News über "IKT" im News-Archiv gefunden
Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
| » zurück zum Seitenanfang |
Top-Meldungen der letzten Tage
BASF: MDI-Investion in Indien auf dem Prüfstand
Feddersen Group: Neue Compounds, KI-gestützte Entwicklung und Lieferkettenkonzepte
Hanser: Verkauf der Fachzeitschrift „Kunststoffe“ an Vogel
Haitian: Spritzgießtechnik, Automation und europäische Fertigung im Fokus
Feller Engineering: Neue Heißkanalregler für bis zu 480 Regelzonen
Engel: Neuer Fertigungsstandort in Serbien erweitert europäisches Produktionsnetzwerk
Alpla: Zwei neue Werke in İzmir und Adana erweitern Produktionskapazitäten in der Türkei
Meist gelesen, 10 Tage
Engel: Neuer Fertigungsstandort in Serbien erweitert europäisches Produktionsnetzwerk
Mocom: Dirk Sadowski übernimmt CEO-Position
Alpla: Zwei neue Werke in İzmir und Adana erweitern Produktionskapazitäten in der Türkei
Schütz: Neues IBC-Werk am BASF-Standort Ludwigshafen soll 2027 in Betrieb gehen
HA-WI Kunststoffe: Erweiterung des Maschinenparks um drei Spritzgießmaschinen
Haitian: Spritzgießtechnik, Automation und europäische Fertigung im Fokus
RDG Recycling Group: Aufbereitung von Kunststoffabfällen zu Mahlgütern und Regranulaten
Meist gelesen, 30 Tage
Billion: Strategische Partnerschaft mit Engel – Fokus künftig auf Service statt Neumaschinengeschäft
Dreher: Amis übernimmt insolventen Schneidmühlenhersteller
Krallmann: Übernahme der insolventen KLT Hummel Plastic
Schütz: Mehrheitsbeteiligung an Repack erweitert Rekonditionierungsnetzwerk in Italien
Aumovio: Geschäft für Scheibenwaschanlagen und Reinigungssysteme geht an Certina
Borouge: Roland Janssen übernimmt Leitung von Vertrieb und Marketing
Meist gelesen, 90 Tage
Karl Hess GmbH & Co. KG: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
VBI Plastic: Vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet
Erema: Gruppe bleibt trotz deutlichem Umsatzrückgang profitabel
Arburg: Übernahme der Stork Plastics Machinery B.V.
Hess plastics: Neuaufstellung im Insolvenzverfahren - Strukturierter Investorenprozess eingeleitet
Covestro: Strategic investment program to expand global MDI capacity
Dann veräußern Sie diese kostenlos
in der Rohstoffbörse.
| "Dichten. Kleben. Polymer." - Ausgabe 2026
|