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17.10.2013, 06:09 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten    

Ungarn: Rehau-Tochter eröffnet Stoßfänger-Werk in Győr

Rehau Automotive Kft, Tochter des deutschen Kunststofftechnologiekonzerns Rehau, hat im Industriepark der westungarischen Stadt Győr ihr neues Stoßfänger-Werk eingeweiht.

Laut einer Mitteilung des Unternehmens werden im Werk Stoßfänger für drei Pkw-Modelle des deutschen Autobauers Audi gefertigt, der in Győr kürzlich ein vollwertiges Automobilwerk errichtet hat. Der innerhalb eines Jahres errichtete neue Automotive-Standort in direkter Nachbarschaft zu Audi vereint neben hochmodernen Spritzguss-, Lackier- und Montagehallen auch Räumlichkeiten für die Verwaltung, Konfektionierung, Lagerung und Logistik unter einem Dach.

Rehau erhöht damit die Zahl seiner Produktionswerke auf 41 und die Fertigungskapazitäten für den Bereich Automotive weltweit auf 15 Standorte. In den 24.000 m² großen Werksneubau hat das Unternehmen mehr als 50 Mio. EUR investiert, die mit einer Subvention der EU und des ungarischen Staates in Höhe von 985 Mio. HUF (3,3 Mio. EUR) gefördert wurden. Derzeit sind rund 130 Mitarbeiter im 3-Schicht-Betrieb in der Fertigung tätig, insgesamt sollen im neuen Werk bis zu 200 Arbeitsplätze entstehen.

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Die Errichtung des Werksneubaus in Győr sei eine "logische Konsequenz aus der jahrelangen hervorragenden Zusammenarbeit mit Audi vor Ort", betonte Markus Grundmann, Mitglied der Geschäftsleitung Rehau Automotive zu Beginn der feierlichen Einweihung. Er wies darauf hin, dass die seit 20 Jahren in Ungarn tätige Rehau neben den Geschäftsbereichen Bau und Industrie nun auch ihre Marktposition im Automotive-Bereich konsequent weiter ausbauen werde.

Bereits seit 2005 montiert Rehau in Győr für Audi Stoßfänger-Varianten für verschiedene Modelle - bislang in einem Logistikcenter - und liefert sie direkt an das Montageband des Automobilherstellers. Im neu gebauten Werk nun werden die Stoßfänger für die Modelle A3 Limousine und Cabrio sowie ab Mitte nächsten Jahres auch die vorderen und hinteren Stoßfängersysteme für den Audi TT und den Q7 spritzgegossen, lackiert und just-in-time für die lokale Endmontage ausgeliefert.

"Wir sind uns bewusst, dass Audi sehr hohe Erwartungen an uns richtet", bekräftigte Veit Wagner, Vizepräsident der Rehau-Gruppe, die von gegenseitigem Respekt und Vertrauen getragene Geschäftsbeziehung, die wiederum auch der Vorsitzende der Geschäftsleitung von Audi in Ungarn, Thomas Faustmann, hervorhob: "Rehau beherrscht Technologie und Prozesse auf Weltklasseniveau." Davon sei man bei Audi seit Jahren überzeugt. Die Errichtung des neuen Werks in unmittelbarer Nähe zu Audi verspreche darüber hinaus noch kürzere Wege und eine noch schnellere Kommunikation zwischen den Partnern. Und er hoffe, so Faustmann weiter, dass Győr mit dem Auf- und Ausbau aller gebündelten Kompetenzen "zum Lebensmittelpunkt vieler Ingenieure und deren Familien" werde. Die Eröffnung der Produktionsstätte von Rehau sei ein richtiger Schritt dahin und ein wichtiges Ereignis für Audi.

Im künftigen Werk können laut Rehau jährlich bis zu 500.000 vordere und hintere Stoßfänger produziert werden. Herzstück des neuen Maschinenparks ist eine modulare, auf CO2-Reinigung basierende Lackieranlage, eine Eigenentwicklung des Unternehmens. Sie gilt als besonders umweltschonend und verzichtet komplett auf den Gebrauch von Wasser. Auch bei der Energieversorgung des Werksneubaus selbst setzt Rehau auf effiziente Energienutzung und erneuerbare Energie. So wurden u.a. 54 Geothermiesonden aus der firmeneigenen Bausparte auf dem Werksgelände im Boden verbaut. Sie versorgen die Gebäude mit natürlich gewonnener Wärme bzw. kühlen Temperaturen aus dem Erdreich.

Der Grundstein für das neue Werk wurde im Juli vergangenen Jahres gelegt. Nach damaligen Angaben sollte der Fertigungsstandort die erste Phase der Entwicklungen darstellen. Ob und wann eine zweite Phase in Angriff genommen wird, werde man angesichts der Nachfrage entscheiden, hieß es nun.

Neben ihrem Standort in Győr betreibt Rehau ein Verkaufsbüro in Budapest, wo vor allem energieeffiziente Systemlösungen aus dem Baubereich und Designkomponenten für die Möbelindustrie vertrieben werden. Die 1948 gegründete Rehau mit Stammsitz in Rehau/Oberfranken ist ein im Familienbesitz befindlicher Polymerverarbeiter, der in den Geschäftsfeldern Bau, Automotive und Industrie tätig ist. Das Unternehmen beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter an über 170 Standorten in 54 Ländern weltweit.

Weitere Informationen: www.rehau.com, www.audi.de

Quelle: nov-ost.info

Chemie- und Kunststoffbranche, Ungarn

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