| 07.01.2009 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Alle US-Aktivitäten und eine der europäischen Holdings betroffen Am späten Dienstag Abend hat LyondellBasell (www.lyondellbasell.com) für 79 seiner Konzernsparten in den USA und für die deutsche Basell Germany Holdings GmbH einen Antrag auf Gläubigerschutz gestellt, um seine hohen Schulden "neu ordnen" zu können. Dieser Schritt hatte sich bereits seit Freitag angedeutet (siehe plasticker-News vom 05.01.2009), auch wenn noch am Dienstag Abend eine Konzernsprecherin gegenüber dem plasticker betont hatte, man befände sich in konstruktiven Gesprächen mit allen Banken und Gläubigern und arbeite mit diesen eng zusammen, um eine zukunftsweisende Lösung zu finden. Am Ende blieb für die finanzielle Restrukturierung scheinbar doch nur noch der Weg unter den Schutz der Insolvenz nach Chapter 11. In dem Antrag für die insolventen Gesellschaften werden Vermögenswerte von 27,1 Mrd. US-Dollar und Verbindlichkeiten von 19,3 Mrd. US-Dollar genannt, insgesamt soll der Konzern sogar 26 Mrd. US-Dollar Schulden haben. Die Rating-Agentur Moody´s geht dabei von einer hohen Ausfallquote für die Gläubigerbanken aus, für die Besitzer von Anleihen des Konzerns schätzt sie den Ausfall auf 94%. Niedrige Kapitalbasis und schlechte Marktlage führten zu Problemen Die Eigenkapitalquote von LyondellBasell, die schon Anfang 2008 nur noch bei rund 6% gelegen haben soll, dürfte sich im Laufe des letzten Jahres weiter verschlechtert haben. Einer der Hauptgründe für diese schwache finanzielle Basis liegt in der fremdfinanzierten Übernahme von Lyondell, bei der Experten den Kaufpreis als relativ hoch einschätzten. Zuvor war Basell bei den angestrebten Übernahmen von GE Plastics und Huntsman nicht zum Zuge gekommen. Bei der momentan für alle Rohstoffhersteller schwierigen Marktlage nach dem immensen und raschen Verfall der Preise für Standardkunststoffe (s. Rohstoffe & Preise) im Herbst und der weiterhin schwachen Nachfrage hat die gleichzeitige schlechte finanzielle Ausstattung des Konzerns offenbar für die überraschend schnelle Schieflage gesorgt. Operatives Geschäft soll trotz Insolvenz normal weiterlaufen Volker Trautz, CEO von LyondellBasell betonte in der Konzernmeldung, dass es Ziel des Unternehmens sei, während der Reorganisationsphase alle Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten normal fortzuführen. Ebenso werde das bereits Ende November angekündigte Programm zur Kostensenkung, bei dem unter anderem 15% des weltweiten Personals von über 16.000 Mitarbeitern abgebaut werden sollen, mit Nachdruck fortgesetzt. Zusätzlich sucht man offensiv nach weiteren Möglichkeiten zur Verschlankung des Unternehmens und zur weiteren Senkung der Kosten. Was dies für die europäischen Standorte bedeute, konnte die Sprecherin noch nicht sagen. |
LyondellBasell, Rotterdam, The Netherlands
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