| 24.04.2018, 08:08 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
|
![]() Biobasierte Laminate auf der Basis einer Polymilchsäure-Polypropylen-Matrix im Verbund mit unidirektional ausgerichteten Celluloseregeneratfasern in verschiedenen Aufbauten - (Bild: Fraunhofer IMWS). Faser-Kunststoff-Verbunde gelten als ideale Werkstoffe für den Leichtbau, denn sie weisen eine hohe Festigkeit und Steifigkeit bei gleichzeitig geringer Dichte auf, außerdem besitzen sie gute Dämpfungseigenschaften und sind sehr korrosions- und witterungsbeständig. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der BYK Chemie GmbH aus Wesel in Nordrhein-Westfalen sowie der GK Concept GmbH aus Dresden wurden am Fraunhofer IMWS biobasierte, endlosfaserverstärkte Halbzeuge entwickelt. Diese Halbzeuge, sogenannte UD-Tapes, bestehen aus parallel nebeneinander abgelegten Endlosfasern und einer Polymilchsäure-basierten thermoplastischen Matrix, welche die Fasern so einbettet, dass eine endlosfaserverstärkte Folie entsteht. Durch das Übereinanderlegen und das thermische Verpressen mehrerer Folienlagen generiert man hochleistungsfähige Platten, durch deren Weiterverarbeitung die Faserorientierung im Bauteil direkt an den Lastverlauf im späteren Einsatzfall angepasst werden kann. Das Projekt am Fraunhofer IMWS setzte gezielt auf eine Verminderung rohölbasierter Materialien, indem biobasierte Alternativen auf Basis nachwachsender Rohstoffe sowohl kunststoff- als auch faserseitig für die Entwicklungsarbeiten verwendet wurden. Die Forscher entwickelten ein Polymerblend, das zu 70 Prozent biobasiert ist. Es besteht aus Polypropylen und Polymilchsäure, die aus Zuckerrohr und Mais synthetisiert werden kann. In einer zweiten Entwicklungsstufe hat das Projektteam aus diesen Blends biobasierte UD-Tapes erzeugt: In einem Folien-Imprägnierverfahren wurden unidirektional ausgerichtete Celluloseregeneratfasern mit der entwickelten Kunststoff-Folie zu UD-Tapes zusammengeführt, um schließlich sehr stabile Laminate pressen zu können. Ergebnis: Mit Gewichtsersparnissen im Automobil-Interieurbereich von bis zu 20 Prozent und einer gleichzeitigen Performance-Steigerung, beispielsweise der Biegefestigkeit um mehr als 90 Prozent im Vergleich zu herkömmlich verwendeten biobasierten Materialsystemen, können diese sehr gut als Basis für den gezielten Strukturleichtbau genutzt werden. ![]() Ergebnis des Forschungsprojekts ist unter anderem ein biobasierter Armlehnen-Demonstrator für das Automobilinterieur bestehend aus biogenem UD-Tape zur gezielten Verstärkung an Lastspitzen, einem Holzfaservlies und einem Dekorstoff. Das Gewichtseinsparpotential beträgt hier fast 20 Prozent - (Bild: GK Concept GmbH). Durch die Arbeiten zur Technologie- und Materialentwicklung sei die Basis für den späteren Einsatz dieser biopolymerbasierten Verbundwerkstoffe im Automobilbau geschaffen. Ivonne Jahn sieht vielfältige Einsatzmöglichkeiten für die Bio-UD-Tapes: „Je besser unsere Laminate werden, desto wirtschaftlicher können später spezielle Baugruppen wie beispielsweise für das Interieur von Autos für den Industriemaßstab hergestellt werden. Die am Pilotanlagenzentrum verfügbaren innovativen und weiterentwickelten Verfahren im Zusammenspiel mit den neuen Werkstoffkombinationen erhöhen das Potenzial für zukünftige Leichtbauanwendungen, da biobasierte Verbundwerkstoffe für neue Anwendungsgenerationen nicht mehr wegzudenken sind.“ Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts werden vom 23. bis 27. April im „Schaufenster Bioökonomie“ auf der Hannover Messe (Halle 2, Stand B30) präsentiert. Weitere Informationen: www.imws.fraunhofer.de, www.byk.com, www.gkconcept.de, www.hannovermesse.de Hannover Messe 2018, 23.-27. April 2018, Hannover, Halle 2, Stand GB30 |
Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS, Halle
» insgesamt 11 News über "Fraunhofer IMWS" im News-Archiv gefunden
Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
| » zurück zum Seitenanfang |
Top-Meldungen der letzten Tage
Alpla: Zwei neue Werke in İzmir und Adana erweitern Produktionskapazitäten in der Türkei
Mocom: Dirk Sadowski übernimmt CEO-Position
Kirkbi: Lego-Mutter mit deutlichem Ausbau der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft
Arburg: Mikro-Spritzgießen filigraner 0,002-Gramm-Bauteile
Borouge: Roland Janssen übernimmt Leitung von Vertrieb und Marketing
Albis: Fokus auf Materialauswahl, Regulierung und PFAS-freie Werkstoffoptionen
Meist gelesen, 10 Tage
Dreher: Amis übernimmt insolventen Schneidmühlenhersteller
Krallmann: Übernahme der insolventen KLT Hummel Plastic
Borouge: Roland Janssen übernimmt Leitung von Vertrieb und Marketing
Arburg: Mikro-Spritzgießen filigraner 0,002-Gramm-Bauteile
Lotte Chemical: Übernahme der Engro Polymer & Chemicals
Krall Kunststoff-Recycling: Louis Krall ist weiterer Geschäftsführer
Meist gelesen, 30 Tage
Billion: Strategische Partnerschaft mit Engel – Fokus künftig auf Service statt Neumaschinengeschäft
Dreher: Amis übernimmt insolventen Schneidmühlenhersteller
KraussMaffei Extrusion: Xinting Ren übernimmt Geschäftsführung
Krallmann: Übernahme der insolventen KLT Hummel Plastic
WIS Kunststoffe: Daniel Römhild ist neuer Geschäftsführer – Feier zum 35-jährigen Bestehen
Schütz: Mehrheitsbeteiligung an Repack erweitert Rekonditionierungsnetzwerk in Italien
Meist gelesen, 90 Tage
Karl Hess GmbH & Co. KG: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
VBI Plastic: Vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet
Erema: Gruppe bleibt trotz deutlichem Umsatzrückgang profitabel
Arburg: Übernahme der Stork Plastics Machinery B.V.
Hess plastics: Neuaufstellung im Insolvenzverfahren - Strukturierter Investorenprozess eingeleitet
Haitian: Produktionsstandort in Serbien stärkt Fertigung für Europa und die MEA-Region
Covestro: Strategic investment program to expand global MDI capacity
Neue und gebrauchte Maschinen & Anlagen finden Sie in der großen Maschinenbörse.
Kostenfreie Nutzung aller Börsen! Registrieren Sie sich jetzt!
| Kunststoffchemie für Ingenieure
|