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30.09.2019, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 7 Minuten Optionen:       

Akro-Plastic: Produktweiterentwicklungen und anwendungstechnische Lösungen

Sitz-Systems Citos aus "Akromid" B28 GF 25 9 (6360) hergestellt von der Firma Franz Kiel.
Sitz-Systems Citos aus "Akromid" B28 GF 25 9 (6360) hergestellt von der Firma Franz Kiel.
Gemeinsam mit den Schwestergesellschaften K.D. Feddersen, M.Tec und PolyComp, sowie seinen Zweigniederlassungen AF-Color und Bio-Fed zeigt der Compoundeur Akro-Plastic auf der K 2019 unter dem Motto „Plastics Solutions“, was die Unternehmen der Feddersen-Gruppe rund um das Thema Kunststoffe zu bieten haben. Dabei stellt der Compoundeur nicht nur Produktweiterentwicklungen vor, sondern setzt auch Themenschwerpunkte auf anwendungstechnische Lösungen, die mit Partnerunternehmen erarbeitet wurden.

Additive Fertigung
Armatur für Kaltwasseranwendungen, hergestellt aus hydrolysebeständigem "Akromid" B3 GF 30 4 L (7481) - (Bilder: Akro-Plastic).
Armatur für Kaltwasseranwendungen, hergestellt aus hydrolysebeständigem "Akromid" B3 GF 30 4 L (7481) - (Bilder: Akro-Plastic).
Die Verarbeitung von hochverstärkten Kunststoffcompounds soll neue Möglichkeiten in der additiven Fertigung eröffnet. Das kohlenstofffaserverstärkte "Akromid" B3 ICF 30 9 AM wird laut Akro-Plastic am IKV in Aachen im MDM-Prozess (Melt Deposition Modeling Prozess) eingesetzt. Aufgrund der verbesserten Wärmeleitfähigkeit des kohlenstofffaserverstärkten Compounds, den damit verbundenen höheren Abkühlgeschwindigkeiten sowie der engen Chargentoleranz bei hochverstärkten Kunststoffen, ist ein stabiler Fertigungsprozess mit hohen Produktionsgeschwindigkeiten umgesetzt worden.

Anhand eines Videos wird die Funktionsweise dieser Verarbeitungstechnologie an einem Versuchsträger aus „Akromid“ B3 ICF 30 9 AM dargestellt.

Trinkwasser-Kontakt
Der Compoundeur gibt einen Überblick über die Werkstoffe aus der „Akrotek“-PK-Reihe und der „Akromid“-T5-Reihe, die die Normen nach KTW/W270, ACS, NSF 61 und WRAS bis 85°C erfüllen. Die Prüfzeugnisse umfassen alle Produktvarianten zwischen „Akromid“ T5 unverstärkt bis 50 Prozent glasfaserverstärkt in natur und schwarz, sowie „Akrotek“ PK-VM 8 unverstärkt bis 50 Prozent glasfaserverstärkt, ebenfalls in natur und schwarz.

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Transportation / flammgeschützte Compounds
Für den Bereich Öffentliche Verkehrsmittel hat der Compoundeur sein Portfolio an flammgeschützten Compounds auf Basis halogenfreier Flammschutzadditive erweitert und verbessert.

In Bussen gilt die Vorschrift ECE 118. Akro-Plastic hat hier Compounds mit verschiedenen Glasfasergehalten entwickelt, welche die Anforderungen nach Anhang 6,7 und 8 erfüllen. Damit sollen sich die Materialien an jeder Stelle im Innenraum von Bussen verwenden lassen.

Für den Anwendungsbereich Bahn gelten seit der Einführung der EN 45545-2 strengere, weitaus differenziertere Kriterien. Auch hierfür hat der Compoundeur Produkte im Portfolio, die die Anforderungen der seit März 2016 gültigen Norm mit den Anforderungssätzen R21 HL2, R22 HL3, R23 HL3, R24 HL3 und R26 HL3 erfüllen sollen. Diese Werkstoffe sollen sich bestens für kleine bis mittelgroße Teile im Innen- und Außenraum des Fahrzeugs eignen. Für größere Bauteile und Sitzschalen gelten besonders strenge Vorgaben. Als erstes glasfaserverstärktes Polyamid soll „Akromid“ C28 GF 25 FRT die Anforderungen nach EN45545-0 R1 HL2, R6 HL2 und R7 HL2 sowie dem amerikanischen Standard NFPA 130 erfüllen.

Für die hohen Anforderungen an flammgeschützten Materialien für die Luftfahrt hat der Compoundeur „Akromdid“ PA K17 FR schwarz (5762) entwickelt. Das mit 35 Prozent Glasfasern gefüllte Polyamid sei nach der Federal Aviation Regulation (FAR) 25.853 für den Innenbereich spezifiziert und bei Airbus freigegeben.

Erweiterung der PPA-Produktreihe
Neben den herkömmlichen PPA-Compounds auf Basis PA 6T erweitert Akro-Plastic sein Portfolio mit dem neuen „Akromid“ T9. Diese Compounds auf Basis des Homopolymers PA 9T zeichnen sich den weiteren Angaben zufolge besonders durch eine geringere Wasseraufnahme und dadurch konstantere mechanische Performance aus. PPAs werden demnach vornehmlich dort eingesetzt, wo gesteigerte Anforderungen an Festigkeit und Steifigkeit bei erhöhten Temperaturen gefordert werden. Das wird durch eine höhere Glasübergangstemperatur (Tg) des Polymers erreicht, welche oft bei 125°C-135°C liegen könne. Bei den vornehmlich eingesetzten PA 6T-Copolymeren soll der Tg jedoch mit der Wasseraufnahme unter 100°C sinken, gleichauf mit der mechanischen Belastbarkeit. Dadurch, dass „Akromid“ T9 weniger als die Hälfte Feuchtigkeit aufnehme, soll der hohe Tg und damit die hohe Mechanik bei hohen Temperaturen und Feuchte erhalten bleiben. Erste Tests im direkten Vergleich hätten überdies eine bessere Fließfähigkeit sowie ein schnelleres Kristallisationsverhalten gezwigt, was die sehr aufwendige Fertigung von PPA-Compounds erleichtern soll. Überdies biete das 50 Prozent glasfaserverstärkte Compound einen kleinen, aber feinen Dichtevorteil von sechs Prozent. Der Schmelzpunkt von „Akromid“ T9 soll bei 300°C liegen und damit etwas niedriger sein als bei vergleichbaren PA 6T-Typen. Dadurch sollen sich Vorteile beim Verarbeitungsprozessfenster sowie den möglichen Materialmodifizierungen ergeben. Flammschutztypen als auch schlagzähmodifizierte Compounds sollen dadurch robuster einzustellen und zu verarbeiten sein.

Kunststoff-Metall-Hybrid-Verbund
Um das Potential von Kunststoff-Metall-Hybridverbindungen voll ausschöpfen zu können, sind die Akro-Plastic GmbH und die Plasmatreat GmbH eine Kooperation eingegangen, die das Ziel verfolgt, eine stoffschlüssige Anbindung zwischen Kunststoff und Metall in einem geschlossenen Prozess zu realisieren.

Ein innovatives Projekt, welches gemeinsam mit der K.A. Schmersal GmbH & Co. KG, Wuppertal, entwickelt wurde, soll auf der K 2019 vorgestellt werden. Die Schmersal Unternehmensgruppe gilt als führend als System- und Lösungsanbieter im Bereich von Sicherheitsschaltgeräten für den Personen- und Maschinenschutz.

Substitution von PA 6.6
Polyamid 6.6-Compounds sind aufgrund der seit Jahren andauernden Rohstoffknappheit im Markt nur begrenzt verfügbar und die Preise sind konstant gestiegen. Daher hat es sich der Compoundeur zur Aufgabe gemacht, als attraktive Alternative ein PA 6 so zu modifizieren, dass es vergleichbare Eigenschaften zu einem PA 6.6 erreicht.

Hochverstärkte Compounds
Akro-Plastic hat sich mit ihrer hauseigenen Maschinentechnologie auf die Fertigung von hochverstärkten technischen Kunststoffen spezialisiert. Der Fokus liegt bei diesen Produkten auf dem Erreichen hoher mechanischer Leistungsfähigkeit und Reproduzierbarkeit. Die schonende Verarbeitung ermöglicht laut Anbieter weniger Glasfaser- oder Kohlefaserbruch bei der Compoundierung und dadurch leicht erhöhte mechanische Festigkeiten und Schlagzähigkeiten im Vergleich zu marktüblichen Produkten. Die weltweit eingesetzte „ICX“-Technology mit identischen Maschinen und Prozessabläufen soll global gleiche Produktqualität und -konstanz sichern, egal auf welchem Kontinent gefertigt wird. Gerade bei hochverstärkten Kunststoffen in anspruchsvollen Anwendungen sollen diese Eigenschaften sowohl dem Konstrukteur als auch dem Teileverantwortlichen Vorteile bieten, um seine versprochene Funktionalität sicher, wettbewerbsfähig und nachhaltig erreichen zu können.

Basierend auf der Strategie hochfester Compounds hat die Akro-Plastic GmbH gemeinsam mit der Feddem GmbH & Co. KG die bewährte Technologie auf die Compoundierung langfaserverstärkter Compounds erweitert. Die so erzeugten Compounds sollen dabei Faktor 2-3 höhere Zähigkeiten als kurzfaserverstärkte Compounds bei verbesserter Alterungsbeständigkeit und Kriecheigenschaft zeigen. Besonders hervorgehoben wird dabei das „Akromid“ B28 LGF 40 1 L. Ein chemisch gekoppeltes Blend aus PA 6 und PP, welches deutlich besser fließen soll als ein reines PA 6 mit 40 Prozent Glasfaserverstärkung und die konditionierten Festigkeiten höher liegen sollen als ein 50 Prozent verstärktes PA 6. Der Vorteil für die Anwendung soll bei einem Gewichtsvorteil von rund 15 Prozent liegen.

Auch bei den PA 6.6 / PA 6I/6T-Blends sollen sich signifikante Vorteile beim Einsatz der Langfaser-Technologie ergeben. So soll „Akroloy“ PA LGF 50 natur (5504) mit 290 MPa nicht nur eine rund zehn Prozent höhere Festigkeit (im Vergleich zur Kurzfaser) besitzen, sondern auch nach 5.000 h Wärmealterung bei 150°C mit 200 MPa Top Werte in dieser Klasse. Die konditionierten Werte sollen mit 265 MPa nur knapp unter den trockenen Werten liegen. Die Energieaufnahme im Durchstoßversuch (Puncture impact behaviour (ISO 6603)) soll sich verglichen mit der Kurzfaser-Variante verdreifachen und „Akroloy“ PA LGF-Typen besonders interessant für die Substitution von Metallguss-Konstruktionen machen.

Biologisch abbaubare und biobasierte Compounds
Biod-Fed, eine Zweigniederlassung der Akro-Plastic GmbH mit Sitz in Köln, produziert und vermarktet biologisch abbaubare und/oder biobasierte Kunststoffe unter der Marke „M·Vera“. Das Produktportfolio umfasst Biocompounds mit einem Anteil an erneuerbaren Ressourcen von 30 bis 100 Prozent. Um den gesetzlichen Anforderungen im Biofolienbereich unter anderem in Frankreich und Italien Rechnung zu tragen, bietet Bio-Fed Compounds mit einem entsprechend hohen Anteil an erneuerbaren Rohstoffen (biobasierter Kohlenstoffgehalt über 50 Prozent) und variablen „End-of-Life“-Szenarien wie OK compost Industrial, OK compost Home und OK biodegradable Soil. Mögliche Anwendungssegmente sind:

  • Biologisch abbaubare Compounds für Spritzgussanwendungen (z.B. Kaffeekapseln, Trinkhalme und Einwegbesteck)
  • Compounds zur Herstellung heimkompostierbarer Folien für Beutelanwendungen auf Stärkebasis (z.B. Obst- und Gemüsebeutel)
  • Compounds zur Herstellung biologisch abbaubarer Folien für Agraranwendungen (z.B. Mulchfolien)

Alle „M·Vera“-Compounds können individuell eingefärbt werden – zum Beispiel mit den „AF-Eco“-Biopolymer-Masterbatches, die vom TÜV Austria Belgium nach EN 13432 zertifiziert sind. Das „AF-Eco“-Sortiment besteht aus Farb- und Ruß-Masterbatches sowie Additiv-Masterbatches.

Farb- und Additivmasterbatches
Die ebenfalls in Niederzissen ansässige AF-Color ist als weitere Zweigniederlassung der Akro-Plastic der Spezialist für Farb- und Additivmasterbatches.

Die Kunden von AF-Color können auf ein umfangreiches Masterbatch-Farbprogramm zurückgreifen. Individuelle und kundenorientierte Lösungen, für farblich und technisch hohe Ansprüche, stehen hier im Vordergrund. Die Masterbatches werden in allen gängigen Trägermaterialien sowie in technischen Thermoplasten produziert. In diesem Jahr werden die Messebesucher über die aktuellen Highlight-Themen informiert:

  • Nachhaltige Masterbatches für den Einsatz in recyclingfähigen Verpackungen
  • „AF-Clean“: effektive Reinigungskonzentrate für verschiedene Anwendungsbereiche
  • Additivkonzentrate für eine optimale Lasermarkierbarkeit
  • Lasertransparente Farbkonzentrate zur Gewährleistung einer optimalen Laserverschweißbarkeit
  • Temperaturstabile Farbkonzentrate für HT-Polymere, mit dem Schwerpunkt auf PEET, PPA und PPS
  • Eiseffekt in Verpackungsfolien
  • Funktionale Masterbatches zur Gewährleistung einer optimalen Radarreflexion in Automobil-Frontanwendungen
  • Ambient-Lighting im Automobil-Interieur-Bereich


K 2019, 16.-23.10.2019, Düsseldorf, Halle 6, Stand B42

Weitere Informationen: www.akro-plastic.com

Akro-Plastic GmbH, Niederzissen

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